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Universität St. Gallen

Jahresbericht 1999/2000

Jahresbericht 1999/2000

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000 Akademisches Jahr 1999/2000 1. April 1999 bis 31. März 2000 (bis 1997: «Bericht des Rektors» und «Bericht des Universitätsrates») Juni 2000 Herausgeber: Rektorat der Universität St. Gallen Hochschule für Wirtschafts-, Rechtsund Sozialwissenschaften (HSG) Redaktion: Roger Tinner, Cornelia hauen Presse- und Informationsstelle Dufourstrasse 50 9000 St. Gallen Telefon 071 224 22 25 Telefax 071 224 28 15 e-mail: [emailprotected] Fotos: Regina Kühne Druck: «Ostschweiz» Druck Hofstetstrasse 14 9302 Kronbühl

Inhalt

Universitätsrat

4

Rektorat Vision 2005 und Leitbild Die Neukonzeption der Lehre Neues Erscheinungsbild

6 6 8 10

Lehre/Studierende

14

Statistik Promotionen Auszeichnungen Internationale Ausstauschprogramme Öffentliches Programm Studentenschaft Frauenkommission

14 15 19 20 21 21 22

Dozentenschaft Todesfälle

24 24

Rücktritte Neuwahlen Ehrungen

26 27 31

Rufe

31

Forschung Forschungskommission Forschungsgespräche Publikationen zu den Forschungsgesprächen

32 32 32 33

Weiterbildung Executive M B A H S G / Nach-Diplom in Unternehmungsführung ( N D U ) . .

34 34

M B E - H S G / Master of Business Engineering M.B.L.-HSG / Master of European and International Business Law K M U - H S G / Intensivstudium Klein- und Mittelunternehmen W B S - H S G / Weiterbildungsseminare der Weiterbildungsstufe

32 34 35 35

Verwaltung

36

Veranstaltungen Dies academicus Promotionsfeier Herbst 1999 Promotionsfeier Frühjahr 2000 Walter Adolf Jöhr-Vorlesung Latsis-Preis und Lateinamerika-Preis Dr. Kausch-Preis

38 38 39 40 41 41 42

Institute und Forschungsstellen

43

Behörden der Universität

56

Universitätsrat

Der Universitätsrat erstattet alljährlich Bericht über die Geschäftsführung der Universität. Das Schwergewicht liegt dabei auf der Darstellung einiger grundsätzlicher Themenkreise. Weitere Angaben zum akademischen Jahr 1999/2000 sind dem beigefügten Jahresbericht der Universität zu entnehmen. Die Gremien der Universität St. Gallen - und damit auch der Universitätsrat - haben sich im Berichtsjahr, in dem das Rektorat von Professor Dr. Georges Fischer auf Professor Dr. Peter Gomez überging, intensiv mit den Entwicklungsperspektiven der Institution beschäftigt. -So befasste sich der Universitätsrat in seiner Mai-Sitzung und in der traditionellen Klausursitzung im August mit strategischen Fragen der Universität. Im November konnten eine von Rektorat und Senat erarbeitete Vision 2005 und ein Leitbild verabschiedet werden. Mit Vision und Leitbild gibt sich die Universität St. Gallen einen normativen Rahmen auf dem Weg in die Zukunft. Sie sollen Orientierungshilfe für ein zielführendes Verhalten sein, die Tätigkeit der Universität im gesellschaftlichen Umfeld begründen und eine verstärkte Identifikation der Anspruchsgruppen erlauben. Vision und Leitbild wollen zur Konzentration der Kräfte auf gesetzte Ziele und gelebte Werte anleiten. Sie sollen Schwerpunkte setzen und verlangen nach Konkretisierung und Vertiefung. Der Kernsatz der Vision (vgl. vollständiger Abdruck von Vision und Leitbild im Jahresbericht) lautet: «Wir wollen als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas in Wissenschaft und Praxis international anerkannt sein. Uns verbindet dabei die integrative Sicht von Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften.» Besonderen Wert hat der Universitätsrat darauf gelegt, dass bei der Umsetzung der Vision auf eine starke Verankerung im Kanton St. Gallen und im benachbarten In- und Ausland gesetzt wird. Im Bereich der Lehre wurde im Berichtsjahr ein tiefgreifendes Reformprojekt gestartet: Der Universitätsrat hat an seiner Sitzung vom 6. Dezember 1999 zur Kenntnis genommen, dass der Senat der Universität St. Gallen am 22. November 1999 den Startschuss zu einer umfassenden Neukonzeption des Studiums gegeben hat. Die Universität St. Gallen sieht sich in den kommenden Jahren einem stark veränderten Umfeld gegenüber, das durch völlig

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neuartige Problemstellungen in Gesellschaft. Wirtschaft und Politik geprägt sein wird. Die Absolvierenden werden sich nicht nur über ein detailliertes Fachwissen, sondern auch über eine hohe Sozial- und Handlungskompetenz ausweisen müssen. Die entsprechende Ausbildung erweist sich für die Universität bei stetig steigenden Studierendenzahlen und stagnierenden Budgets als schwierige Aufgabe. Dazu kommt eine verschärfte Konkurrenzsituation in der internationalen Universitätslandschaft und ein breitflächiger Einzug der neuen Medien in den Lehrbetrieb. Um die Vision einer führenden Wirtschaftsuniversität Europas Wirklichkeit werden zu lassen, wird die Universität ihr Studienkonzept von Grund auf überarbeiten. Die neue Architektur wird sich einerseits am internationalen Standard des Bachelor- und Master-Modells orientieren, wobei eine eigenständige Konstruktion unter Berücksichtigung schweizerischer und europäischer Eigenheiten angestrebt wird. Andererseits werden die heutigen Lehr- und Lernformen der Vorlesung und Übung zum Teil durch geleitetes Selbststudium und die Nutzung der vielfältigen Möglichkeiten des Internets abgelöst. Zudem soll die Führungsausbildung verstärkt und die Handlungskompetenz durch Praxisaktivitäten sowie den Einbezug studentischer Aktivitäten verbessert werden. Die Arbeiten zur Umsetzung dieses ambitiösen Projekts sind zielgerichtet in Angriff genommen worden. Der Senat hat bereits im Wintersemester 1999/2000 über die grundlegende Architektur entschieden, die einzelnen Abteilungen wie auch die Studierenden haben Workshops zur inhaltlichen Ausgestaltung der einzelnen Gefässe festgesetzt, die räumliche Anpassung der HSG an die neuen Anforderungen wird in einem Projekt von Dozentenschaft und Verwaltung verfolgt. Der Universitätsrat unterstützt das von der Universität St. Gallen eingeleitete Projekt, gibt es dieser doch die Möglichkeit, ihre ausgezeichnete Position in Europa weiter zu stärken und gleichzeitig dem Wirtschaftsstandort wertvolle Impulse zu geben. Im laufenden Wintersemester 1999/2000 sind an der Universität St. Gallen 4553 Studierende immatrikuliert: Das sind 8 mehr als im Vorjahr

Universitätsrat

(4545), womit sich die Zahl nach dem starken Zuwachs im Vorjahr (über 300 Immatrikulierte mehr als 1998) auf dem hohen Niveau zumindest für diesmal stabilisiert hat. Die Zahl der Erstsemestrigen beträgt 788 (Vorjahr 893), der Frauenanteil insgesamt rund 24,1 Prozent (Vorjahr 23 Prozent). Die neue Zahl bedeutet wiederum einen Höchstwert von Immatrikulierten, der in der Grundstufe weiterhin Video-Übertragungen von Vorlesungen in andere Hörsäle nötig macht. Im Vergleich zum bisherigen «Rekordsemester» 1998/99 haben sich die Zahlen aber nur wenig verändert. Die Internationalisierung im Bereich Lehre wurde weiter fortgeführt, indem im Berichtsjahr der Studiengang «Master of Science in International Management» (MIM) als Pilotprojekt gestartet wurde. Damit besteht an der Universität erstmals in ihrer Geschichte die Möglichkeit, die gesamte Lizentiatsstufe in englischer Sprache zu absolvieren. Ausserdem unterstützte der Universitätsrat auch die Unterzeichnung eines Abkommens für einen Doppelabschluss HSG - Nanyang University Singapore.

Folge nachgeordnete Erlasse überprüft. 1999 wurden insbesondere die Gebührenordnung und die Habilitationsordnung grundsätzlich revidiert und in neuer Form erlassen. Ebenfalls revidiert und vom Universitätsrat verabschiedet wurden mehrere Institutssatzungen, die zum Teil noch aus den Sechziger Jahren stammten. Zustimmend zur Kenntnis genommen hat der Universitätsrat auch den «Letter of Intent» zwischen dem HSG-Rektorat und der Helvetia Patria in bezug auf ein neues Gebäude, in dem heute dezentral untergebrachte Institute in unmittelbarer Universitätsnähe Platz finden werden. Gleichfalls wurde zustimmend zur Kenntnis genommen, dass der MigrosGenossenschaftsbund und die Universität St. Gallen die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Internationales Handelsmanagement am Forschungsinstitut für Absatz und Handel (FAH-HSG) vereinbart haben.

Im Rechnungsjahr 1999 hat die Universität die Budgetvorgabe dank Ausgabendisziplin und Mehreinnahmen einmal mehr geringfügig unterschritten. Die Bundesbeiträge (Grundbeiträge bzw. Beiträge an Sachinvestitionen) sind ebenfalls etwas höher ausgefallen als budgetiert. Die finanziellen Beiträge der anderen Kantone gemäss Interkantonaler Vereinbarung über Hochschulbeiträge liegen aufgrund der weiter gestiegenen Studierendenzahl ebenfalls über Budget. Insgesamt ergibt sich in der Staatsrechnung 1999 gegenüber dem Vorschlag 1999 ein um 1,1 Mio. Franken oder 6,7% reduzierter Staatsbeitrag von 15,7 Mio. Franken. Der Universitätsrat befasste sich in sechs Sitzungen mit den ordentlichen Geschäften der Universität. In personeller Hinsicht standen dabei die Besetzung von je einer Professur in der Volkswirtschaftlichen, der Betriebswirtschaftlichen und der Juristischen Abteilung im Vordergrund. Ausserdem konnten eine Ständige Dozentin und insgesamt elf Nachwuchsdozent(inn)en gewählt werden, mehrere davon finanziert durch Institute der HSG. Nachdem im Vorjahr das Universitätsstatut der HSG von der Regierung des Kantons St. Gallen genehmigt wurde und in Kraft getreten ist, wurden in der

Unterzeichnung des «Double Degree»Abkommens zwischen dem Rektor der Nanyang Technological University, Cham Tao Soon, und HSG-Rektor Peter Gomez.

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Rektorat

«Kopf, Herz und Hand», mit diesem programmatischen Motto leitete der Rektor, Professor Dr. Peter Gomez, am Dies academicus 1999 die strategische Neuausrichtung der HSG ein. In die Sprache der heutigen Zeit übersetzt könnte das Pestalozzi-Wort lauten: «Ganzheitlich denken - als Persönlichkeit überzeugen - Unternehmerisch handeln». Für die Universität und ihre künftige Ausrichtung bedeutet ganzheitlich denken, in Lehre und Forschung übergreifende Themen und Probleme von Gesellschaft, Unternehmens- und Rechtspraxis in den Mittelpunkt zu stellen und den Scheinwerfer der Spezialdisziplinen darauf zu bündeln. So sollen ökonomische, ökologische und ethische Fragen von Forschung und Lehre integriert behandelt werden, die Berücksichtigung legitimer Interessen der Anspruchsgruppen soll sich wie ein roter Faden durch deren Inhalte ziehen. Ganzheitlich denken allein reicht aber nicht aus, um in der heutigen und zukünftigen Welt bestehen zu können: Neben dem Kopf ist das Herz gefordert, Integrität und überzeugende Persönlichkeit ergänzten die intellektuelle Leistung. Diese Sozialkompetenz oder emotionale Intelligenz gilt es auf allen Stufen der Ausbildung zu fördern: Die Studierenden sollen sich selbst erleben lernen. Ganzheitliches Denken und das Überzeugen als Persönlichkeit müssen schliesslich untrennbar verbunden sein mit dem unternehmerischen Handeln, was bedeutet, etwas zu bewegen und zwar zum Wohl verschiedenster Anspruchsgruppen. Für die HSG bedeutet dies, dass die Studierenden von Anfang an konsequent unternehmerisch tätig sind. Ganz entscheidend ist die Mitarbeit in studentischen Initiativen, die in Zukunft als studentische Leistung mit «Credits» in der Ausbildung angerechnet werden wird. Obwohl die Universität St. Gallen anderen Ausbildungsstätten in vieler Hinsicht voraus ist, bleibt auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Ausbildung im Sinne des «Kopf, Herz und Hand» noch viel zu tun. Vor allem eine Neukonzeption des Studiums soll die genannten Anliegen in den nächsten Jahren umsetzen. Unter dem Leitsatz «Zurück zu den Stärken der HSG» leitete das neue Rektorat zu Beginn seiner Amtszeit denn auch die strategische Neuausrichtung der Universität ein, um ihre Konkurrenzfähigkeit in der internationalen Universitätslandschaft zu stärken. Dabei wurden

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als Schwerpunkte diese Neukonzeption der Lehre und die Verbesserung des Aussenauftritts definiert. Ausgangspunkt für die Neuausrichtung ist einerseits die Entwicklung des universitären Umfelds, das - ähnlich wie Gesellschaft und Wirtschaft - von Wandel und Dynamik geprägt ist. Auch auf dem universitären Markt gibt es immer mehr Konkurrenten - Fachhochschulen, ausländische Universitäten, virtuelle und Corporate Universities - , aber auch immer mehr mögliche Partner im universitären Netzwerk Schweiz, für Allianzen und unsere Austauschprogramme, so dass sich stets wechselnde Konstellationen ergeben. Dazu kommen Rahmenbedingungen, die eine einzelne Universität kaum oder nur zum Teil beeinflussen kann, wie etwa zunehmende Studierendenzahlen bei knapper werdenden Mitteln, Möglichkeiten der neuen Medien sowie die sinkende Halbwertszeit des Wissens. Ebenso wichtige «Auslöser» des Wandlungsprozesses aber sind die HSG-spezifischen Stärken: Innovationsbereitschaft, bedeutende studentische Initiativen, eine hohe Identifikation mit der HSG, starke internationale Verankerung und fliessende Drittmittel. Daneben gibt es aber auch Schwächen wie grosse Zentrifugalkräfte, ein zu breites Angebot - bedingt durch die Schwierigkeit, sich von Überholtem zu trennen - sowie die Konsumhaltung vieler Studierender, die lieber «pauken» statt internalisieren, das schlechter werdende (zahlenmässige) Betreuungsverhältnis und die (noch) fehlende Multikulturalität.

Vision 2005 und Leitbild

Ende des Sommersemesters 1999 verabschiedete der Universitätsrat auf Antrag des Senats die Vision 2005 der HSG. Ihr Kernsatz lautet: «Wir wollen als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas in Wissenschaft und Praxis international anerkannt sein. Uns verbindet dabei die integrative Sicht von Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften.» Mit Vision und Leitbild (vgl. Seite 7) gibt sich die Universität St. Gallen einen normativen Rahmen auf dem Weg in die Zukunft. Sie sollen Orientierungshilfe für ein zielführendes Verhalten sein, die Tätigkeit der Universität im gesellschaftlichen

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Umfeld begründen und eine verstärkte Identifikation der Anspruchsgruppen erlauben. Vision und Leitbild wollen zur Konzentration der Kräfte auf gesetzte Ziele und gelebte Werte anleiten. Sie sollen Schwerpunkte setzen und verlangen nach Konkretisierung und Vertiefung. Mit ihrer Verabschiedung verpflichten sich die HSG-Angehörigen, sie mit Leben zu Lehre sowie für unsere forschungsnahen Weiterbildungsfüllen. Natürlich dürfen Vision und Leitbild und Dienstleistungsangebote. nicht Dogma sein. Sie müssen die Spannungsfelder der heutigen Zeit akzeptieren und neue Ideen im Geiste der steten Weiterentwicklung aktiv aufgreifen.

Vision 2005 W i r wollen als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas in Wissenschaft und Praxis international anerkannt sein. Uns verbindet dabei die integrative Sicht von Wirtschafts-, Rechtsund Sozialwissenschaften. Zu diesem Zweck: - bieten wir ein ganzheitliches, hohen wissenschaftlichen und praktischen Ansprüchen genügendes Studium an. - wollen wir in ausgewählten thematischen Schwerpunkten zu den international besten Forschungsstätten gehören. - streben wir in der Weiterbildung im deutschsprachigen Raum die führende Stellung an.

Fach- und Führungsaufgaben in Gesellschaft, W i r t schaft und Staat befähigen. II. Forschen W i r wollen in ausgewählten Forschungsschwerpunkten einen internationalen Spitzenplatz einnehmen. Damit erhöhen wir die Anziehungskraft für exzellente Forscher und Forscherinnen und schaffen die Voraussetzungen für eine qualitativ hochstehende

III. W e i t e r b i l d e n und beraten W i r wollen unser Weiterbildungs- und Dienstleistungsangebot systematisch und universitätsintern abgestimmt ausbauen und so einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung und zur lebenslangen Weiterbildung von Führungskräften in Wirtschaft und Öffentlichkeit leisten. In der öffentlichen Meinungsbildung wollen wir prominent vertreten sein. IV. G r e n z e n überschreiten W i r wollen uns in Lehre und Forschung bewusst international ausrichten und so den Austausch mit den führenden ausländischen Universitäten, mit der Scientific Community, mit der Praxis und mit den Studierenden fördern. Als Fundament soll dazu eine starke Verankerung im Kanton St. Gallen und im benachbarten In- und Ausland dienen. Die Nutzung der kulturellen Vielfalt soll uns helfen, neue Einsichten und Lösungsansätze zu generieren.

- pflegen wir die Interdisziplinarität zwischen den Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften.

V. Effektiv und effizient führen und finanzieren W i r wollen durch flexible Handhabung der Globalbudgets und Zielvorgaben unseren gesamtuniversitären Freiraum vergrössern und unsere Institute als autonome Leistungsträger im Rahmen der übergeordneten Universitätsstrategie führen.

Bei der Umsetzung dieser Vision bauen wir auf eine starke regionale Verankerung, wollen wir unseren Selbstfinanzierungsgrad massgeblich erhöhen und setzen wir alle Möglichkeiten eines innovativen Universitätsmanagements ein.

VI. Innovation und Qualitätsbewusstsein f ö r d e r n W i r wollen innovative und überzeugende Lösungen für die Probleme unserer Zeit entwickeln. Unsere Leistungen richten wir auf internationale Standards aus und messen uns an diesen.

- wollen wir ein akzeptierter Partner in Gesellschaft und Wirtschaft sein und verantwortungsbewusst und kreativ zur Bewältigung ihrer Herausforderungen beitragen.

VII. Unsere spezifische Kultur stärken Kernleitbild I. Lernen und lehren W i r wollen unseren Studierenden eine erstklassige und ganzheitliche Ausbildung bieten. Sie soll den Studierenden wissenschaftliche, praktische und soziale Kompetenz vermitteln und sie zur Übernahme von Verantwortung bei der Wahrnehmung späterer

W i r wollen unsere vielfältige Kultur, welche durch eine föderalistische Struktur und durch viele interdisziplinäre, kollegiale und partnerschaftliche Beziehungen gekennzeichnet ist, pflegen und stärken.

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Rektorat

Die N e u k o n z e p t i o n der Lehre

Im Laufe des Wintersemesters beschlossen Senat und Universitätsrat, eine grundlegende Neuausrichtung der Lehre auf der Basis von Vision und Leitbild der HSG und des von einer internen Expertenkommission erarbeiteten Konzepts in Angriff zu nehmen. Um Vision und -Leitbild mit Leben zu füllen, müssen sie übersetzt werden in Massnahmenpakete für die vier zentralen Tätigkeitsbereiche der Universität: Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen. Dabei gilt es wiederum, Prioritäten zu setzen. Der Ruf der HSG ist in besonderem Masse durch ihre Lehre geprägt. Als «Schaufenster» hat sie die grösste Breitenwirkung und trägt zu ihrer Reputation am meisten bei. Hier müssen unsere Massnahmen zuerst einsetzen, nach dem Motto «Stärken stärken». Das bedeutet nicht, dass in den anderen Tätigkeitsbereichen kein Verbesserungspotential bestünde. Eine gute Lehre wird aber auch auf die Forschung, die Weiterbildung und die Dienstleistungen ausstrahlen, und ihre Neuausrichtung wird alle Kraft der HSGAngehörigen erfordern. Unsere Maxime lautet dabei: «Alle tragen Verantwortung, alle gestalten mit, alle finden ihren Platz». Bereits im Frühling 1999 war eine Expertengruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aller Abteilungen, des Mittelbaus und der Studentenschaft unter Leitung von Prorektor Professor Dr. Ernst Mohr beauftragt worden, bis zu Beginn des Wintersemesters 1999/2000 ein Neukonzept für die Lehre zu entwickeln. Dank dem ausserordentlichen Einsatz und der hohen Kreativität der Gruppe konnte der Senat im November 1999 die Eintretensdebatte zur neuen Architektur des Studiums in Angriff nehmen. Und an dieser Sitzung hat der Senat mit überwältigender Mehrheit beschlossen, eine grundlegende Neuausrichtung der Lehre auf der Basis des vorliegenden Berichtes in Angriff zu nehmen. Dabei soll es um eine tiefgreifende, grundsätzliche und umfassende Neukonzeption gehen, also nicht nur um eine Reform des Bestehenden in kleinen Schritten. Und der Prozess der Neuausrichtung soll zügig vorangetrieben werden mit dem Ziel des Beginns der neuen Studienordnung im Wintersemester 2001/2002.

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Mit dem «grünen Licht» des Senats begann der komplexe Prozess der Umsetzung der Neukonzeption der Lehre. Dabei werden alle Anspruchsgruppen der Universität - Dozentenschaft, Studierende, Verwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft und Staat - bestmöglich miteinbezogen. So befasste sich der Senat nicht nur in seinen ordentlichen Sitzungen, sondern auch am Dozentenseminar intensiv mit der Neukonzeption, und die Studierenden führten verschiedene Workshops zu sie betreffenden inhaltlichen Aspekten durch. Bereits ist auch der Startschuss erfolgt für ein Projekt zur künftigen räumlichen Bewältigung der vielfältigen Anforderungen aus der Neukonzeption. Und schliesslich fanden - und finden weiterhin - Gespräche mit dem Kanton wie auch mit Sponsoren aus der Wirtschaft zur Finanzierung dieses anspruchsvollen Unterfangens statt. Ziel aller dieser Aktivitäten ist es, im Herbst 2001 die neue Studienordnung zu starten. Die Erreichung dieses anspruchsvollen Ziels setzt aber den entschlossenen Einsatz aller Beteiligten voraus.

Neue Architektur

Die Grundstruktur des neuen Studiums und wichtige Massnahmen zur Entwicklung der Neukonzeption der Lehre wurden vom Senat im Januar und Februar 2000 verabschiedet. Der Universitätsrat hat diese Beschlüsse in seiner Frühlingssitzung bestätigt. Den Prozess der Neukonzeption der Lehre leiteten vier Prinzipien: - Die HSG als Universität - Wir haben ein unverwechselbares wissenschaftliches Profil. - Students first - Wir stellen die Studierenden als Adressaten in den Mittelpunkt der Lehre. - Mehrdimensionale Entwicklung - Wir fördern unsere Studierenden im Fachwissen wie in der Sozial- und Handlungskompetenz. - Internationale Ausrichtung - Wir messen uns an internationalen Standards. Die tragenden Säulen der Neukonzeption lassen sich in zwei Dimensionen darstellen (vgl. Abbildung Seite 9). In der ersten Dimension wird die Lehre nach Form und Inhalt neu strukturiert, in der zweiten Dimension entsteht eine international kompatible Studienarchitektur.

Rektorat

Damit wird das Studium an der Universität St. Gallen ab dem Wintersemester 2001/02 aus einer Bachelorstufe mit 3 Jahren Regelstudienzeit und einer anschliessenden Masterstufe mit 8 Programmen von 1 bis 2 Jahren Dauer bestehen. Die Programmangebote der Masterstufe werden nicht nur aus den Wirtschaftswissenschaften und den Rechtswissenschaften stammen, sondern auch disziplinübergreifend sein.

Drei Stufen - drei Säulen

Das erste Jahr der Bachelor-Stufe wird als eine gemeinsame Assessment-Stufe gestaltet, deren Die von Senat und Unierfolgreiches Bestehen die Fortführung aller versitätsrat verabschiedete Studienangebote der Universität erlaubt. In ihr Struktur des «neuen» werden die wissenschaftlichen Grundlagen innerhalb der Säule konsequent gesteigert. Studiums an der Universität gelegt. Der Zugang zur Universität St. Gallen Das Kontextstudium wird weit über die bisSt. Gallen (ab Wintersteht allen Studieninteressierten mit schweizeriherigen Kulturfächer hinausgehen. Es stellt das semester 2001). scher Maturität offen, für Ausländer bleibt die Kernfachstudium in gesellschaftliche, politiZulassungsprüfung erhalten. In der Assessment- sche, historische, philosophische und ästhetiStufe sollen die Studienanfänger und die Unische Zusammenhänge und zwar mittels Wahlversität möglichst schnell und umfassend herpflichtfächern (z.B. Rechtsphilosophie, ausfinden können, ob sie zusammenpassen. Dogmengeschichte, Soziologie); es fördert die Die Universität St. Gallen wird nämlich kein kulturelle Kompetenz durch obligatorische leicht substituierbares Studium anbieten, sonAngebote im wissenschaftlichen Umgang mit dern plant ein einzigartig profiliertes, anLiteratur und Künsten und entwickelt Handspruchsvolles Programm. Dazu wird allen Stulungskompetenzen durch neuartige Trainingsdieninteressierten umfassende Information und einheiten zu fachübergreifenden Methoden und Beratung bei der Studienortwahl geboten. Fähigkeiten. Auf der Masterstufe werden speDie Einführungswoche unter dem Leitsatz «Was ziell interdisziplinäre und komplementäre bedeutet ein Studium an der UniversitätSt. Angebote Gallen?» entwickelt werden. und die Assessment-Stufe sollen die Studierenden eine Antwort auf diese Frage finden lassen. Umfassender Entwicklungsprozess

Das Studium gliedert sich in 3 Säulen, das Kontaktstudium (50 Prozent der Studienzeit oder 12 Stunden pro Woche) und das Selbststudium (25 Prozent der Studienzeit oder ein Äquivalent von 6 Wochenstunden) für die Kernfächer sowie das Kontextstudium (25 Prozent der Studienzeit oder 6 Wochenstunden). Die Reduktion der Anzahl der Wochenstunden im klassischen Unterrichtsformat (Kontaktstudium) erfordert die konsequente Überprüfung des obligatorischen Programms. Das Selbststudium bereitet die Studierenden auf lebenslanges selbständiges Lernen vor und erlaubt es der Universität, innovative Lehrformen zu entwickeln und in Form von Tutorien den Studierenden persönliche Unterstützung anzubieten. Anforderungen und Selbständigkeit werden

Über 30 Dozierende und Studierende waren im Frühjahr 2000 in 4 Arbeitskreisen und im Kernteam dabei, die Neukonzeption der Lehre weiter zu konkretisieren. Als erster Schritt der Entwicklung der künftigen Masterprogramme wurden von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Professor Dr. Heinz Hauser die Auswahlkriterien auf der Basis des Bildungsauftrags der HSG bestimmt. Die Arbeitsgruppe veranstaltete auch ein öffentliches Hearing. Parallel dazu beginnen die einzelnen Abteilungen mit der inhaltlichen Konzipierung möglicher Masterprogramme, über die im nächsten Wintersemester im Senat entschieden werden soll. Der von Professor Dr. Werner Wunderlich geleitete Arbeitskreis zur Assessment-Stufe erarbeitete umfassende Anforderungen an die Studierenden als

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Leitlinie für die konkrete Ausgestaltung, so dass der Senat noch im Sommersemester die zentralen Beschlüsse zur Assessment-Stufe fassen kann. Auch die Arbeitskreise zum Kontextstudium unter Leitung von Professor Dr. Ivo Schwander und zum Selbststudium unter Leitung von Professor Dr. Günther Schuh haben wertvolle Entwicklungsarbeit für die Gestaltung dieser Lehrangebote geleistet. Das Kernteam konsolidiert die Ergebnisse der Arbeitskreise und lädt während des ganzen Sommersemesters verschiedene hochrangige Experten aus Wissenschaft und Praxis zur Diskussion ein. Das ISC Symposium bietet durch eine Leadership Session zur Neukonzeption der Lehre die Gelegenheit, diese Diskussion auch mit internationalen Gästen zu führen. Die Studentenschaft schreibt ausserdem den Wettbewerb «Team Challenge 2000» für Vorschläge zur Neukonzeption aus (www.eduaction.ch). Wer sich für ein Studium an der Universität St. Gallen interessiert, wird ab Juni auf eine erste Informationsbroschüre zu dem ab Herbst 2001 angebotenen Programm zugreifen können.

Schweizerische Universitäten auf Reformkurs

Die schweizerische Hochschulrektorenkonferenz hat die Einführung des Bachelor/MasterSystems an allen Universitäten zu einer ihrer Prioritäten gemacht. Noch dieses Jahr sollen Tagungen zu dieser Thematik stattfinden und Richtlinien und Handlungshilfen entwickelt werden. Aufgrund der an der ETH Zürich und an der Universität St. Gallen weit fortgeschrittenen Arbeiten übernehmen diese die Rolle der Impulsgeber. Für die Community of European Management Schools (CEMS) informierte sich deren Präsident Professor Dr. Werner Delfmann der Universität Köln über Ideen, Ziele und Fortschritt der Neukonzeption der Lehre an der HSG. Das Beispiel von Köln zeigt, was bereits hinsichtlich virtueller Unterstützung insbesondere des Selbststudiums möglich ist. Bei diesem Austausch wurde auch deutlich, wie vielfältig die Reformbemühungen anderer Universitäten sind. Für die Entwicklung der Universität St. Gallen ist es entscheidend, hier am Puls innovativer Entwicklungen zu bleiben, um eine führende Rolle als europäische Wirtschaftsuniversität spielen zu können.

Finanzmittel stehen bereit N e u e s Erscheinungsbild

Um die Entwicklung von Vorschlägen zu Masterprogrammen unterstützen und insbesondere externe Recherchen und Benchmarking anzuregen, steht den Initianten dieser Programmvorschläge ein substantieller Betrag zur Verfügung. Weiter hat der Universitätsrat sich dafür ausgesprochen, dass die künftig zu erwartenden zusätzlichen Mittel von Bund und anderen Kantonen der Neukonzeption vollumfänglich zukommen sollen. So können wichtige Teile der künftig umfassenderen Betreuung der Studierenden (z.B. mehr Übungsgruppen, Mentorenprogramm, mehrere und verschiedenartige Prüfungen) sowie die Entwicklung von neuen Inhalten und Formen der Lehre finanziert werden. Ausserdem wird das Rektorat das Sponsoring professionalisieren.

Ebenfalls aufbauend auf Vision und Leitbild entwickelte das Rektorat zusammen mit der renommierten Agentur Interbrand Zintzmeyer & Lux A G die Grundlagen für ein neues Erscheinungsbild. Der visuelle Neuauftritt soll einerseits die strategische Neuausrichtung aufnehmen und nach aussen kommunizieren, andererseits aber auch den bisher uneinheitlichen Auftritt der Universität und ihrer Institute verbessern. Dabei wurde zuerst eine sogenannte «Brand Platform» definiert: Das, was die «Marke» HSG bzw. Universität St. Gallen inhaltlich ausmacht, ist Grundlage für die visuelle Umsetzung. Dabei rückte die in der Neukonzeption der Lehre entwickelte Selbstsicht in den Vordergrund: «Überlegen in der Verantwortung: Wir fordern und fördern Persönlichkeiten». Aus diesem Leitsatz wurden Themenfelder abgeleitet, die den Auftrag der Universität

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Rektorat

beschreiben und nicht mehr Strukturen und Prozesse: - Fliegen, neue Horizonte suchen, Überblick behalten, beweglich sein. - Neue Dimensionen erleben, Denkräume nutzen, den eigenen Raum definieren, Grenzen sprengen, Möglichkeiten ausloten. - Entfalten, sich selbst entdecken, heraustreten, erwachsen werden, reifen, Fähigkeiten entwickeln. - Den eigenen Weg finden, Selbstverantwortung übernehmen, Risiken abwägen, Reflektieren, sich konfrontieren, selbstkritisch sein. Daraus ergab sich gestalterisch ein formaler Bruch mit dem bisherigen geometrischen, konstruktivistischen hin zu weichem, organischem Ausdruck. Das neue Zeichen soll - alle miteinander verbinden; - zur Auseinandersetzung anregen, stimulieren; - vieldeutig sein, dreidimensional, komplex, prozesshaft; - sich ausserhalb des Erwarteten und Üblichen bewegen; - emotionaler sein, formal organisch, rund, weich; - stark sein und dadurch ruhig polarisieren; - nicht «gefällig», seicht sein.

A k k r e d i t i e r u n g der H S G

Im Zusammenhang mit der Neukonzeption der Lehre wurde ein ebenfalls sehr wichtiges Projekt gestartet, das die externe Akkreditierung der Universität St. Gallen bei efmd (European Foundation for Management Development) sowie bei der amerikanischen AACSB (International Association for Management Education) vorbereitet. Das Akkreditierungsprojekt soll als Unterstützung der aktuellen Neukonzeption sowie zur Bekräftigung der internationalen Ausrichtung der Universität St. Gallen genutzt werden. Die Hauptaufgabe der Akkreditierung besteht darin, die Strukturen einer Wirtschaftsuniversität zu prüfen und die Qualität von Lehre und Forschung anschliessend durch externe Stellen bestätigen zu lassen. In der Schweiz ist die Universität St. Gallen die erste Institution, welche eine AACSB-Akkreditierung anstrebt. Unter diesem Aspekt befindet sie sich momentan in einem günstigen Zeitpunkt, eine externe Anerkennung der Qualität unserer Universität durch die derzeit führenden Akkreditierungsinstitutionen Europas sowie der USA anzustreben. In Anbetracht der internationalen Zielsetzungen der Universität St. Gallen ist es wichtig, das Thema Akkreditierung frühzeitig aufzugreifen und die Chancen eines externen Benchmarking als Vorbereitung für die Neukonzeption der Lehre zu nützen.

So will das neue Logo Eigenschaften wie «dynamisch, vieldeutig, human, eigenständig, selbstbewusst» zum Ausdruck bringen. In einer kombinierten Bild-/Wortmarke entsteht im Weissraum zwischen dunkelgrünen Flächen ein Mensch, eine Person, die sich bewegt, die «wächst», die sich entwickelt: Das, was die Universität St. Gallen ausmacht, ist nicht die Architektur, sondern die Persönlichkeiten, die in ihr wirken.

Das neue Logo der Universität St. Gallen (Bild 1) wird auch von den Instituten und Forschungsstellen übernommen, deren Bezeichnung jeweils am oberen Rand eingesetzt wird (Bild 2).

Das neue Erscheinungsbild beschränkt sich nicht auf das Logo im engeren Sinn, das auch von allen Instituten der Universität übernommen wird (jeweils mit Ergänzung des entsprechenden Institutsnamens), sondern bringt auch eine neue Typografie (mit den Schriften Gill Sans Alternate und Garamond) und Bildersprache in Publikationen, eine konsequente Kennzeichnung der Gebäude und einen neugestalteten Internet-Auftritt (www.unisg.ch).

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Rektorat

Der efmd / EQUIS (European Quality Improvement System) Akkreditierungprozess, der eher qualitativ orientiert ist, stellt tiefergehende Fragen, z.B. über die Strategie der Institution, und übt somit auch eine Unterstützungsfunktion im Sinne eines Benchlearnings aus. Bei AACSB steht hingegen ein quantitativer Prozess im Vordergrund, auf dessen Basis das Einhalten vorgegebener Standards unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten im Vordergrund steht. Im Falle der HSG wäre dies zum Beispiel der durch den Kanton vorgegebene Leistungsauftrag. Ziel der Universität St. Gallen ist es, die Akkreditierung bei efmd (EQUIS) bis März und bei AACSB bis April 2001 zu erreichen. Die Vorteile, welche die Akkreditierung im Zusammenhang mit der Neukonzeption Lehre, vor allem im Zusammenhang mit der Internationalisierung sowie der Entwicklung der Corporate Identity der Universität St. Gallen, aber auch im Sinne eines aktiven Positionierungs- und Lernprozesses, mit sich bringt, rechtfertigen den kurzfristig anfallenden Aufwand des Selbstevaluationsprozesses.

Doppelabschluss H S G - N a n y a n g University

Kurz vor Beginn des Wintersemesters unterzeichneten HSG-Rektor Professor Dr. Peter Gomez und Professor Dr. Cham Tao Soon, Präsident der Nanyang Technological University, in Singapore ein Abkommen, das Studierenden beider Universitäten die Möglichkeit gibt, parallel die Anforderungen der Diplomabschlüsse beider Schulen zu erfüllen und damit den Master of International Management der HSG und den MBA der Nanyang Business School zu erwerben. Das Abkommen legt die Basis für eine globale Ausrichtung des neuen Studienganges «Master of Science in International Management (MIMHSG), das seit Beginn des Wintersemesters 1999/2000 als ausschliesslich englischsprachiger Studiengang zum Lizentiat führt. Studierende mit einer europäischen Konzentration können parallel zum HSG-Abschluss das CEMS-Diplom («Community of European Management Schools») erwerben; Studierenden, die sich nach Asien orientieren wollen, eröffnet sich die Möglichkeit eines zusätzlichen MBA der Nanyang Technological University, und ein analoges Angebot wird für Nordamerika und

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Daniel Candrian

Markus Assfalg

eventuell Lateinamerika gesucht. Das MIMProgramm wird damit ein wirklich internationales Programm mit entsprechender Ausstrahlung.

N e u e r Generalsekretär

Auf Ende Wintersemester 1999/2000 ist Dr. Daniel Candrian nach gut vierjähriger Tätigkeit als Generalsekretär der Universität St. Gallen zurückgetreten.

Daniel P. Candrian stammt aus dem bündnerischen Sagogn und hat nach dem Schulbesuch in Trin und Chur an der Hochschule St. Gallen den juristischen Lehrgang absolviert und 1987 mit dem Lizentiat abgeschlossen. Nach verschiedenen Praktika erwarb er 1990 das A n waltspatent des Kantons Graubünden, anschliessend war er in der Privatwirtschaft tätig. Er promovierte 1994 an der HochschuleSt. selbständiger Rechtsanwalt in Chur, Flums und Vaduz tätig.

Im September 1995 trat er das damals neugeschaffene Amt des Generalsekretärs der HSG an. Als Mitglied des Rektorats und Sekretär des Universitätsrates und des Senats war er insbesondere für die Geschäftsführung dieser zentralen Universitätsgremien zuständig. Seine Amtszeit war geprägt von der Überarbeitung wesentlicher gesetzlicher Erlasse, die er als «juristisches Gewissen» im Rektorat entscheidend mitprägte und für deren sach- und termingerechte Umsetzung er verantwortlich war. So erhielt die HSG - verbunden mit dem Namenswechsel von Hochschule zu Universität - ein neues Universitätsgesetz und ein neues Universitätstatut mit zum Teil gewichtigen

Rektorat

Neuerungen und dementsprechend hohem Revisionsaufwand. Mit einer von Grund auf erneuerten Gebührenordnung mit entsprechendem Reglement sowie einem Geschäftsreglement für den Senat leitete Daniel Candrian im letzten Jahr seiner Tätigkeit die Überarbeitung zahlreicher, Gesetz und Statut nachgeordneter Erlasse erfolgreich ein. Daneben hat er im akademischen Bereich, als Anlaufstelle für Abteilungen, Institute, Dozentinnen und Dozenten sowie als Berater in allen juristischen Angelegenheiten, im Hintergrund sehr viele aufwendige Arbeiten übernommen und kompetent Probleme gelöst. Daniel Candrian hat in den rund vier Jahren seiner Tätigkeit in einer unspektakulären, aber sehr effizienten und zuverlässigen Weise einen sehr wichtigen Beitrag in der Leitung der Universität geleistet. Mit seiner menschlich überzeugenden Art und seinem Humor bündnerischer Prägung hat er es ausserdem verstanden, auch die eher trockene juristische Materie interessant darzustellen. Dabei verstand er Recht und Rechtsetzung nie als Selbstzweck, sondern immer als Grundlage für eine möglichst dynamische und zukunftsgerichtete Entwicklung der Universität. Mit grossem Bedauern müssen wir akzeptieren, dass Daniel Candrian aus gesundheitlichen Gründen als Generalsekretär der Universität auf Ende des Wintersemesters 1999/2000 ausscheiden musste. In die Zukunft, die ihn beruflich an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen führt, begleiten ihn die besten Wünsche und der herzliche Dank der Universität St. Gallen.

Betriebsrechnung 1999 Die Betriebsrechnung 1999 der Universität St. Gallen (ohne Institute) weist Einnahmen von 11.07 Mio. Franken und Ausgaben von 66.71 Mio. Franken aus. Es verbleibt ein Ausgabenüberschuss von 55.64 Mio. Franken.

Rechnung 1999

Budget 1999

Rechnung 1998

Abweichung in %

(in Mio. Franken)

(in Mio. Fr.)

(in Mio. Fr)

zu Rechnung 1998

Personalaufwand

46.68

47.10

45.12

+3.46

Sachaufwand

14.90

13.78

14.06

+5.98

4.97

4.48

5.06

-1.78

Abschreibungen

0.16

0.05

0.05

+310

Gesamtaufwand

66.71

65.40

64.29

+3.77

-11.07

-9.68

-10.06

+10.04

55.64

55.72

54.23

+2.61

IKV*- Beiträge

-20.82

-20.16

-20.43

+1.91

Bundesbeiträge

-19.45

-19.08

-19.50

-0.26

0.3

0,74

-59.46

15.67

16.78

15.04

+4.19

Aufwand

Eigene Beiträge Finanzaufwand /

Erträge Aufwandüberschuss

Abschreibung Hochbauten Staatsbeitrag Kanton *lnterkantonale Vereinbarung über Hochschulbeiträge

Markus Assfalg, lic.iur. und Rechtsanwalt, ist zum neuen Generalsekretär der Universität St. Gallen gewählt worden. Markus Assfalg, in Zürich aufgewachsen, ist 44-jährig und war zuletzt als Anwalt im Rechtsdienst der SBB A G als Bereichsleiter Verkehr tätig (seit 1994). Ursprünglich diplomierter Elektromechaniker, absolvierte er neben verschiedenen beruflichen Tätigkeiten auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und studierte an der Universität Zürich Rechts- und Staatswissenschaften. Nach dem Lizentiat war er Sekretär des Arbeitsgerichtes Zürich, erwarb das Anwaltspatent und arbeitete unter anderem als Fach- und Berufsschullehrer.

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

13

Lehre/Studierende

Statistik

Im Wintersemester 1999/2000 waren an der Universität St. Gallen 4553 Studierende immatrikuliert: Das sind 8 mehr als im Vorjahr (4545), womit sich die Zahl nach dem starken Zuwachs im Vorjahr (über 300 Immatrikulierte mehr als 1998) auf dem hohen Niveau zumindest für diesmal stabilisiert hat. Die Zahl der Erstsemestrigen beträgt 788 (Vorjahr 893), der Frauenanteil insgesamt rund 24,1 Prozent (Vorjahr 23 Prozent). Die neue Zahl bedeutet wiederum einen Höchstwert von Immatrikulierten, der in der Grundstufe weiterhin Video-Übertragungen von Vorlesungen in andere Hörsäle nötig macht. Im Vergleich zum bisherigen «Rekordsemester» 1998/99 haben sich die Zahlen aber nur wenig verändert. In der Grundstufe (1. bis 4. Semester) sind nun 1957 Studentinnen und Studenten eingeschrieben (Vorjahr 2044), auf der Lizentiatsstufe (5. bis 8. Semester) sind es 1772 (Vorjahr 1661). Auf der Doktorandenstufe sind 824 Studierende (Vorjahr 840) zu verzeichnen. Die kontinuierliche Zunahme des Frauenanteils während den letzten Jahren hat sich erneut fortgesetzt: Von den derzeit eingeschriebenen 4553 Personen sind 1097 (Vorjahr 1047) oder 24 Prozent Frauen (Vorjahr: 23 Prozent). Auf der Grundstufe (bis zur zweiten VordiplomPrüfung) beträgt der Anteil 27,3 Prozent (vorher 25,2), auf der Lizentiatsstufe rund 23,9 Prozent (Vorjahr 23,7) und in der Doktorandenstufe rund 16,9 Prozent (Vorjahr 16,4 Prozent). Am höchsten ist der Frauenanteil bei den Jus-Studierenden auf der Lizentiatsstufe, wo er 33,9 Prozent beträgt. Bei den Erstsemestrigen liegt der Anteil an Frauen bei 28,3 Prozent. In der Statistik der Herkunftskantone der Studierenden liegt Zürich (553) knapp vor dem Standort- und Trägerschaftskanton St. Gallen (552). Ebenfalls jeweils über 100 Studierende stammen aus den Kantonen Bern (394), Aargau (258), Luzern (229), Thurgau (168), Graubünden (147), Basel-Stadt (120) und Solothurn (114). Die grössten Gruppen bei den ausländischen Studierenden, deren Anteil gesetzlich auf 25 Prozent aller Immatrikulierten beschränkt ist, stellen weiterhin die deutschsprachigen Nachbarländer der Schweiz (Deutschland 744, Österreich 75, Fürstentum Liechtenstein 36); insgesamt sind Studentinnen und Studenten aus 56 Nationen an der HSG immatrikuliert.

14 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Nur marginale Verschiebungen sind in den Anteilen der Lehrgänge und Studienrichtungen zu verzeichnen: Von den 4553 HSG-Studierenden befinden sich 43 Prozent in der Grundstufe, 38,9 Prozent in der Lizentiatsstufe und 18,1 Prozent sind Doktorand(inn)en und. Von den Studierenden der Lizentiatsstufe haben über 67 Prozent den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrgang. Innerhalb des Lehrgangs Wirtschaftswissenschaften belegen zwei Drittel der Student(inn)en Betriebswirtschaft, rund 17 Prozent Volkswirtschaft und gut 14 Prozent Informations- und Technologiemanagement. Rund 20 Prozent der Studierenden auf der Lizentiatsstufe streben den juristischen Abschluss an; die Lehrgänge Wirtschaftspädagogik und Staatswissenschaften belegen 2 bzw. gut 5 Prozent der Studierenden.

Lehre/Studierende

des Internet: Medienwandel aus betriebswirtschaftlicher Sicht Im Herbst 1999 wurden 58 Lizentiatinnen und Ehrler Bruno Kurt: Kernkompetenzorientiertes Management der Versicherung - Strategien Lizentiaten zu Doktor(inn)en der Wirtschaftswissenschaften, 6 Lizentiaten zu Doktoren der in Risiko- und Finanzdienstleistungsnetzen Rechtswissenschaft und 3 Lizentiat(inn)en zu Fasano Marusa: Integrated Approach for Doktor(inn)en der Staatswissenschaften promo- Assessing South Korean Direct Investment viert. Strategies in Central Europe - Analytical Framework, Impact of the Asian Crisis and the Case of Daewoo Motor Wirtschaftswissenschaften Aerni Matthias: Public Disclosure of Market Gantenbein Pascal: Die Institutionen des schweizerischen Immobilienmarktes - Eine and Credit Risks - Risk Assessment Methods, Analyse unter dem Transaktionskostenaspekt Current Reporting Practices and Recommendamit Vorschlägen zur Steigerung der Markttions Relating to the Public Disclosure of Mareffizienz ket, Credit and Operating Risks Berner Samuel: Reaktionen der VerbleibenGiesefeld Thomas: Die Transformation der den auf einen Personalabbau Automobilindustrie - Kontinuitätsmanagement als Versuch einer partiellen Synthese von TradiBlankenburg Dido Alexander: Evaluation von tion und Innovation Performance Measurement Systemen - Eine empirische Analyse Gisler Michael: Vertragsrechtliche Aspekte Borstnar Christian: The Positioning of South Elektronischer Märkte - nach Schweizerischem Obligationenrecht Korean Companies in Europe - The Case of the Automobile Industry Hach Katharina: Ein Vergleich der japanischen und mitteleuropäischen Personalpolitik Braasch Steffen: Expatriates in India: CultureAm Beispiel der mittelständischen UnternehSpecific Leadership and Its Potential - A Theomen retical Concept of Adaptation & Leadership, and the Experience of 85 Expatriates in AmeriHenkel Christiane: Entwicklung von Informationsleistungen für das Internet aus Verlagssicht can and German Companies in Bombay and Delhi Hoffmann Olaf: Performance Management Brandstetter Jürgen: Niedrigpreisstrategien für Systeme und Implementierungsansätze Konsumgüter Jaritz André: T Q M und Mitunternehmertum im Humanressourcenmanagement Bratzier Martin: Strategisches Management von Technologie-Lieferanten Kleine Dirk: Adding Value to Strategic Management in Organizations - The Multiple Roles Bruegger Urs: Wie handeln Devisenhändler? of Strategic Planners Eine ethnographische Studie über Akteure in Kramer Karl-Heinz: Die Börseneinführung als einem globalen Markt Finanzierungsinstrument deutscher mittelständiBrunner Karin: Partielle Selbstversicherung scher Unternehmen Ein Konzept zur Stärkung der Eigenvorsorge der Patienten im schweizerischen GesundheitsKüll Roland: Petri-Netz-basierte Simulation von Geschäftsprozessen - Einsatzmöglichkeiten wesen und Vorgehensmethodik Chin Elion Indris Alexander: Unconditional and Conditional Modeling of Non-normal Küng Daniela: Bezugsrahmen für konstruktivistische Personalentwicklung - Erarbeitung Return Densities with Applications to Risk und Diskussion anhand eines FallunternehMeasurement mens Dolmetsch Ralph: Desktop Purchasing - IPKüntzle Frank: Performance Management im Netzwerkapplikationen in der Beschaffung Lebensmitteleinzelhandel Döring Thomas: Airline-NetzwerkmanageLegner Christine: Benchmarking informationsment aus kybernetischer Perspektive - ein systemgestützter Geschäftsprozesse: Methode Gestaltungsmodell und Anwendung Dressendörfer Jens Maximilian: Zyklische und antizyklische Handelsstrategien - Theorie Leippold Markus: International Term Structure Models - Global Models of Interest Rate and und empirische Überprüfung am Schweizer Foreign Exchange Rate Risk Aktienmarkt Dührkoop Tim: Die Entstehung und Durchsetzung Linares Juan Carlos: Methoden, Instrumente Promotionen H e r b s t 1999

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

15

Lehre/Studierende

und Strategien des Währungsrisiko-Managements in international tätigen Unternehmen Maag Felix: Performance-Messung von Bondfonds - Eine empirische Untersuchung von SFR- und DEM-Bondfonds Maak Thomas: Die Wirtschaft der Bürgergesellschaft - Ethisch-politische Grundlagen einer Wirtschaftpraxis selbstbestimmter Bürger Maier Patrick: New Public Management in der Justiz - Möglichkeiten und Grenzen einer wirkungsorientierten Gerichtsführung aus betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Perspektive Markus Dirk Erich: Strategische Kooperationen in der Multimediaindustrie. Eine theoretisch-empirische Betrachtung von Entstehung, Evolution und Management Massaro Daniela: Struktur- und Standortanalyse des schweizerischen Kleinhandels in der Nahrungsmittelbranche - Eine empirischdeskriptive Untersuchung Merkle Martina: Bewertung von Unternehmensnetzwerken - Eine empirische Bestandsaufnahme mit der Balanced Scorecard Mojon-Azzi Stefania: Management der ärztlichen Gruppenpraxis Müller Ralph: Erfolgsfaktoren kleiner und mittlerer Softwareproduktunternehmen im Lebenszyklus Mulzer Dirk: Critical Success Factors of HighGrowth New Ventures Pede Lars: Externe, wirkungsorientierte Prüfung der öffentlichen Verwaltung im Sinne des New Public Managements Pirkner Christian Dominik: Option pricing Modeling and Extracting State-price Densities A New Methodology Portmann Thomas: Lower Partial Moments Unter besonderer Berücksichtigung ihres Zeithorizontverhaltens Rapp Thomas: Produktstrukturierung Reuter Till: Besteuerung von Konzernen zwischen Einheitskonzept und Trennungskonzept - Vorschläge zur sachgerechten Besteuerung von internationalen Konzernen Rothlin Peter: Internationales Controlling Leistungsbeurteilung von ausländischen Gruppengesellschaften in schweizerischen multinationalen Industrieunternehmen Rüstmann Marco: Strategisches Wissensmanagement beim Stellenwechsel Schubert Petra: Virtuelle Transaktionsgemeinschaften im Electronic Commerce: Management, Marketing und soziale Umwelt

16 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Schulte Thomas: Group Computing Workspace - Konzepte, Referenzrahmen und Implementierungsansätze kooperativer Informationsund Kommunikationstechnologien für die Vernetzung des Wissens in Unternehmen Selz Dorian: Value Webs - Emerging forms of fluid and flexible organizations - Thinking, organizing, communicating, and delivering value on the Internet Veit Marc: Die Ordnungsfunktion der Eigentumsgarantie: Eine ökonomische Analyse der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Vocke Matthias: Default Risk Premia on Sovereign Debt - A n Analysis on Default Risk and Devaluation Risk for Selected OECD Countries Wahl Christoph: Bestandsmanagement in Distributionssystemen mit dezentraler Disposition Winhart Stephanie: Der Einfluss des Zeithorizonts auf die Asset Allocation in Abhängigkeit des Investment Opportunity Set und der individuellen Risikoaversion Wunderlin Georg: Performance Management Zedtwitz von Maximilian: Managing Interfaces in International R&D Zollikofer-Schwarz Gabriele: Die Entwicklung des After-Sales-Management Zorzi Olaf: Gaijin, Manager, Schattenspieler Eine Ethnographie Schweizer Expatriates in Japan Rechtswissenschaft

Andermatt Adrian: Das Recht an im Arbeitsverhältnis geschaffenen, immaterialgüterrechtlich geschützten Erzeugnissen Famos Cla Reto: Die öffentlichrechtliche Anerkennung von Religionsgemeinschaften im Lichte des Rechtsgleichheitsprinzips Marquardt Bernd: Das Römisch-Deutsche Reich als Segmentäres Verfassungssystem (1348-1806/48) - Versuch zu einer neuen Verfassungstheorie auf der Grundlage der Lokalen Herrschaften Nikiaus Jürg: Das Recht auf Ersatzvornahme gemäss Art. 366 Abs. 2 OR unter Einbezug anderer Rechte des Bestellers beim absehbaren Werkmangel Pfäffli Roland: Der Ausweis für die Eigentumseintragung im Grundbuch Von Zedtwitz Clemens: Die rechtsgeschichtliche Entwicklung der Versicherung

Lehre/Studierende

Staatswissenschaften

Gey-Ritter Katja: Internationalrechtliche und europarechtliche Aspekte des liechtensteinischen Immaterialgüterrechts - mit besonderer Berücksichtigung des Markenrechts und seiner Erschöpfung Kleindienst Andrea: Controlling-Konzept im integrierten Gemeindemanagement-Modell für Gemeinden ohne Parlament - unter besonderer Berücksichtigung der vertikalen Integration Metzger Jan: Die Milizarmee im klassischen Republikanismus - Die Odyssee eines militärpolitischen Konzeptes von Florenz über England und Schottland nach Nordamerika (15.-18. Jahrhundert)

Promotionen Frühjahr 2000

Im Frühjahr 2000 wurden 49 Lizentiatinnen und Lizentiaten zu Doktor(inn)en der Wirtschaftswissenschaften, 5 Lizentiat(inn)en zu Doktor(inn)en der Rechtswissenschaft und 7 Lizentiat(inn)en zu Doktor(inn)en der Staatswissenschaften promoviert.

Abschlussdiplome nach Lehrgängen Wirtschaftswissenschaftliche

Staatswissenschaftliche

Handelslehrer-

Juristische

Diplome

Diplome

(lic.rer.publ.)

(lic. rer. publ.)

Diplome (lic.oec.)*

(lic. rer. publ.)

Herbst 1992

340

42

3

26

411

Frühjahr 1993

94

15

12

27

148

Herbst 1993

285

28

2

29

344

Frühjahr 1994

106

14

8

27

155

Herbst 1994

265

37

5

44

351

Frühjahr 1995

115

12

12

26

165

Herbst 1995

282

28

1

38

349

Frühjahr 1996

199

14

10

26

249

Herbst 1996

251

17

4

38

310

Frühjahr 1997

170

11

9

29

219

Herbst 1997

191

11

5

46

253

Frühjahr 1998

137

4

14

38

193

Herbst 1998

169

15

6

46.

236 253

Frühjahr 1999

182

6

10

55

Herbst 1999

202

11

9

41

263

Frühjahr 2000

177

17

8

46

248

Total

*inklusive Lehrgang Informationsmanagement (lic.oec.inform.)

D o k t o r a t e nach Lehrgängen

Wirtschaftswissenschaften

Achilles Wolfgang: Die Rolle der Kommunikation im Rahmen der Sanierung von mittelständischen Unternehmen Amend Frank: Flexibilität und Hedging Realoptionen in der Elektrizitätswirtschaft Amstad Marlene: Konjunkturelle Wendepunkte: Datierung und Prognose - Chronologie unterschiedlicher Wendepunkttypen und Entwicklung eines Frühwarnsystems mittels MarkovSwitching-Modellierung von Schweizer Unternehmensumfragedaten Bächi Bruno: Marketing und Produktion von nutzenorientierten Leistungssystemen im Schweizer Wohnungsbau Berninger Martina Elisabeth: Young Firms in Emerging Industries: The Quest for Strategic Orientation Binding Markus: Nachhaltige Nutzung des ländlichen Raumes - Landschaftsschutz durch Anwendung struktureller Indikatoren in der Nutzungspolitik Burg von Urs: Plumbers of the Internet: The Creation and Evolution of the LAN Industry Carduck Christian: International Procurement Offices - Internal Service Providers in Procurement Organizations of Multinational Corporations Desax Barbara: Die Behandlung von

Total

Diplome

Wirtschafts-

Staats-

Rechtswissen-

wissenschaftliche

wissenschaftliche

schaftliche

Doktorate

Doktorate

Doktorate

(Dr. oec.)

(Dr. rer. publ.)

(Dr.iur.)

Herbst 1992

33

1

10

Frühjahr 1993

49

2

8

59

Herbst 1993

35

5

40

44

Frühjahr 1994

61

3

13

77

Herbst 1994

47

3

8

58

Frühjahr 1995

54

4

7

65

Herbst 1995

68

3

5

76 78

Frühjahr 1996

67

1

10

Herbst 1996

78

7

85

Frühjahr 1997

85

2

8

95

Herbst 1997

59

3

8

70

Frühjahr 1998

39

1

5

45

Herbst 1998

48

3

6

57

Frühjahr 1999

53

2

4

59

Herbst 1999

58

3

6

67

Frühjahr 2000

49

5

7

61

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

17

Lehre/Studierende

Produktionsunternehmen durch Leistungsbeziehungen zu unangemessenen strategische Netzwerke Bedingungen (geldwerte Leistungen und Lunau York: Unternehmensethikberatung verdeckte Kapitaleinlagen) im Rahmen der Methodischer Weg zu einem praktikablen risikoorientierten Abschlussprüfung Konzept Dittrich Sabine: Kundenbindung als KernaufMoix Pierre-Yves: The Measurement of gabe im Marketing Market Risk - Modelling of Risk Factors, Asset Dubach Barbara: Managing Environmental Pricing, and Approximation of Portfolio DistriCommunications in Multinational Companies butions Eberle Reto: Impairment of Assets / WertMüller Urban: Managing Currencies in Interbeeinträchtigung von Vermögensgegenständen national Portfolios - Konzeptionelle Analyse, Vergleich und Oberhansberg Utz Richard: Predicting the empirische Untersuchungen von FAS 121 und Volatility of German Stocks: Theory and EmpiIAS 36; Exkurs zu FER 20 rical Evidence Epple Martin: Prozessqualität - Ansätze zum Perfall von Axel: Interkulturelles Lernen im Qualitätsmanagement bei innerbetrieblichen Vertrieb - Vertriebskonzepte europäischer und zwischenbetrieblichen Prozessen Konsumgüterhersteller in der Volksrepublik China Foppa Toni: Alterswohnungen - am Beispiel Petermann Thomas: Portfolioseparation von Wohnbaugenossenschaften - Empirische Separationsergebnisse der Modernen PortfolioUntersuchung im Kanton St. Gallen Theorie (MPT) Bedeutung und Umsetzung im Förterer Dirk: Ertrags- und Risikosteuerung Private Banking von Lebensversicherern aus finanzmarkttheoretischer Pfeiffer Peter: Sicherung von F&ESicht - Ein Ansatz zum Asset/Liability Kompetenz in multinationalen Pharmaunternehmen Management Greuter Fredy: Bausteine der schweizerischen Marktdruck und Technologiesprünge als Treiber neuer Organisationsformen Tourismuspolitik - Grundlagen, Beschreibung Piller Markus: Das Finanzierungsverhalten und Empfehlungen für die Praxis mittelgrosser schweizerischer Unternehmen im Haab Stefan: Spanning Rates as Factors in Rahmen ihrer Internationalisierung Derivative Term Structure Models: Theory, Pleschiutschnig Ulf Heinz: Die Persistenz in Empirical Analysis and Implementation der Performance europäisch diversifizierter Haertsch Patrick: Wettbewerbsstrategien Aktieninvestmentfonds für die Digital Economy - Eine kritische ÜberPohland Sven: Methode zur Verteilung von prüfung klassischer Strategiekonzepte Informationssystemen Heinzl Thomas Anton: Dynamic Hedging Reck Martin: Market Model Specification Strategies and Option Pricing in Bond Market Fundamentals of a Formal and Systematic Models with Transaction Costs Approach Hellmann-Grobe Antje: Dialogprozesse Roeder Katrin: Management virtueller UnterGestaltungsansätze für Dialoge im globalisiernehmen unter besonderer Berücksichtigung ten Umfeld des Vertrauensmanagements Kind Alexander: Segment-Rechnung und Runge Alexander: Die Rolle des Electronic -Bewertung Contracting im elektronischen Handel - Eine Kleine Christian: Mittelständische Firmenaus betriebswirtschaftlicher Perspektive vorpools zur Markterschliessung in Ostasien genommene vertragstheoretische Analyse am Kraus Jiri Xerxes: Die Stoa und ihr Einfluss Beispiel der amerikanischen Versicherungsauf die Nationalökonomie branche Lang Robert: Technologiekombination durch Schad Heike: Interorganisatorisches Business Modularisierung Process Redesign vor dem Hintergrund der EntLee Heldin: Ökologie und Innovation in wicklungen im Bereich Electronic Commerce schweizerischen Industrieunternehmen - Eine Schräder Andreas: Netzeffekte in Transport und empirische Untersuchung zur Bedeutung der Tourismus Ökologie im Innovationsprozess Sing Regine: Management Teams at Asia Leone Daniel: Die Förderung der Kreativität Pacific Regional Headquarters: Composition, - Ein Unterrichtsmodell auf der Grundlage Determinants and Effects systemtheoretischer Erkenntnisse Löser Bernd: Internationalisierung mittelständischer Solbach Manuel C : Performance Measurement

18 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Lehre/Studierende

im Arzneimittelmarketing - Empirische Validierung von Performancetreibern im Marketing innovativer Arzneimittel und Darstellung der Ergebnisse in einem vertriebsorientierten Performance-co*ckpit Stoffels Nicolas: Fundamentalisten, Chartisten und flexible Wechselkurse Sütterlin Roland Georges: Szenarien für den schweizerischen Bankensektor - Rolle und Verhalten der Banken im Wechselspiel mit sich ändernden Rahmenbedingungen Wagner Mathias: Wissensflüsse in Multinationalen Unternehmen - Eine organisationstheoretische und empirische Untersuchung Wick Veronika: Mittelständische Unternehmen und ihre Berater - Ein netzwerkorientiertes Konzept der Nutzung von externen Beratungsleistungen Zwyssig Markus: Hochschuldidaktik der Betriebswirtschaftslehre - Fachdidaktische Analyse und Vorschläge zur Neukonzeption der betriebswirtschaftlichen Ausbildung an Universitäten Staatswissenschaften

Benz August: Die Moralphilosophie von Thomas Reid zwischen Tradition und Innovation Brunner Stephan C.: Möglichkeiten und Grenzen regionaler interkantonaler Zusammenarbeit - Untersucht am Beispiel der Ostschweiz Dam van Jacob Willem: Insolvenzvermeidung und Insolvenzbeseitigung im System der beruflichen Vorsorge - Eine Untersuchung über das schweizerische Konzept der Überwachung von Vorsorgeeinrichtungen Howald Felix A.: Staatlich bedingte Entwicklungshemmnisse für K M U in Kolumbien Unter besonderer Berücksichtigung des Steuersystems Sprecher Daniel: Generalstabschef Theophil Sprecher von Bernegg - Seine militärischpolitische Leistung unter besonderer Berücksichtigung der Neutralität Rechtswissenschaft

Dubs Dieter: Das Lauterkeitstatut nach schweizerischem Kollisionsrecht - Zugleich ein Beitrag zur Materialisierung des Internationalprivatrechts Hold Michael: Das kapitalersetzende Darlehen im schweizerischen Aktien- und Konkursrecht Huber Basil: Die vorzeitige Rückgabe der Mietwohnung

Joller Gallus: Verwechslungsgefahr im Kennzeichenrecht - Eine rechtsvergleichende Untersuchung der Anforderungen an die Unterscheidbarkeit von Kennzeichen im Marken-, Firmen-, Lauterkeits- und Namensrecht Pestalozzi Simone R.: Die mehrwertsteuerliche Behandlung von Leistungen im Zusammenhang mit Telekommunikation Stirnimann Isabel: Nebenabreden in der Europäischen Fusionskontrolle Wiederkehr René: Die Kerngehaltsgarantie am Beispiel kantonaler Grundrechte - Zugleich ein Beitrag zu den Grundrechten als Staatsaufgaben und zu den Grundrechtsverwirklichungsbestimmungen

Auszeichnungen

Am Dies academicus 1999 der Universität St. Gallen wurden folgende Studierende und Absolvent(inn)en für das akademische Jahr

1998/99 ausgezeichnet: «Amicitia-Preis» für das beste Doktorat der Wirtschaftswissenschaften: Dr. oec. Ralf Gäse, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in Leinfeld-Echterdingen. «Rudolf Mäder-Preis» für das beste Doktorat der Rechtswissenschaft und der Staatswissenschaften: Dr. iur. Markus Wang, von Wädenswil (ZH) und Zürich, wohnhaft in Wädenswil. «Walther Hug-Preis» für die beste juristische Dissertation: Dr. iur. Markus Wang, von Wädenswil (ZH) und Zürich, wohnhaft in Wädenswil. «Bodania-Preis» für das beste Lizentiat: lic. oec. Ulrich Müller, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in St. Gallen und München. «Paul Alther-Preis» für die beste Diplomarbeit: lic. oec. Ulrich Müller, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in St. Gallen und München. «Steinacher-Preis» für die beste betriebswirtschaftliche Diplomarbeit: cand.oec. Fabian Wendel, von Strohwilen (TG) wohnhaft in Weinfelden.

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

19

Lehre/Studierende

Professor Dr. Thomas Bieger; ISP und Amerika: Professor Dr. Georg von Krogh; Asien: Professor Dr. Li Choy Chong); unter der Leitung eines Prorektors (Professor Ernst Mohr, Ph.D.) zusammengefasst und die Services innerhalb der Verwaltung der Universität unter der Leitung von Anjana Bhagwati neu strukturiert.

Die Preisträger am diesjährigen Dies academicus (v.l.n.r): Peter Dietsch (Preis des Akademischen Klubs für die beste volkswirtschaftliche

«Preis des Akademischen Klubs St. Gallen» für die beste volkswirtschaftliche Diplomarbeit: lic. oec. Peter Dietsch, deutscher Staatsangehöriger, wohnhaft in St. Gallen.

Diplomarbeit), Ulrich Müller (Bodania-Preis für das beste Lizentiat und Paul Alther-Preis für die

«Walter R. Schluep-Preis» für die beste juristische Diplomarbeit: lic. iur. Sabine Tömördy, von Liechtensten (FL), wohnhaft in Schellenberg.

beste Diplomarbeit),

Der internationale Austausch hat im Rahmen der Internationalisierungsstrategie der HSG nicht nur eine wichtige Funktion, um guten Studierenden ein Auslandsemester zu ermöglichen. Es geht auch darum, in internationalen Netzwerken von Universitäten Plattformen für die Weiterentwicklung von Studiengängen und auch für die Forschung zu stärken. Massgeblich zur Internationalisierung des Unterrichts tragen auch die ausländischen Austauschstudierenden durch ihre Präsenz im Unterricht an der HSG bei. Im letzten Jahr hatten 136 HSG Studierende eine Möglichkeit, ein Austauschsemester im Ausland zu absolvieren. 130 ausländische Studierende verbrachten im Gegenzug ein Austauschsemester an der HSG. Ein weiterer wesentlicher Eckpunkt der Entwicklung des IAD-HSG im Berichtsjahr war die Inbetriebnahme eines neuen Hauses im Rahmen des Wohnungsdienstes mit 13 Plätzen.

Sabine Tömördy (Walter R. Schluep-Preis für die beste

Internationale Austauschprogramme

CEMS

Der internationale Austauschdienst war 1999 geprägt durch den Übergang von Professor Dr. Heinz Hauser auf neue Verantwortliche und eine neue Organisation. Heinz Hauser hat den internationalen Austauschdienst (IAD) massgeblich mit aufgebaut. Unter anderem hat er die HSG im Netzewerk der CEMS (Community of European Management Schools) klar positioniert und wesentlich zum Aufbau anderer Programme wie dem ISP und dem MIM beigetragen. Den krönenden Abschluss fand seine Tätigkeit auf internationalen Ebene mit seiner auch für die HSG ehrenvollen Tätigkeit als CEMS Chairman.

Auf Professor Dr. Heinz Hauser folgte 1999 Professor Dr. Thomas Bieger als Leiter des CEMS-Austauschprogramms. In diesem strategisch relevanten Netzwerk gelang es wiederum, mehr Studierende nach St. Gallen zu ziehen als Studienplätze im Ausland benötigt wurden. Ein weiterer Meilenstein im CEMS Netzwerk wurde erneut von der HSG gesetzt durch die Etablierung eines innovativen Aufnahmeverfahrens in das CEMS Programm auf der Basis eines gemeinsam mit den Corporate Partnern durchgeführten Assessment Centers. Durch die Einführung eines neuen Curriculums zum CEMS Master wird das CEMS noch stärker als eine Art virtuelle Universität positioniert.

juristische Diplomarbeit), Prof. Dr. Gustav Siebenmann (Lateinamerika-Preis), Fabian Wendel (SteinacherPreis für die beste betriebswirtschaftliche Diplomarbeit), Dr. Ralf Gaese (Amicitia-Preis für das beste Doktorat der Wirtschaftswissenschaften), Prof. Dr. Johannes RüeggStürm (Latsis-Preis für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten), Dr. Markus Wang (Rudolf Mäder-Preis für das beste Doktorat der Rechtswissenschaft und der Staatswissenschaften), Prof. Dr. Werner Wunderlich (Mentorenpreis der Studentenschaft).

Auf Mitte des letzten Jahres legte Heinz Hauser seine Tätigkeit im IAD-HSG nieder, um sich wieder vermehrt der Forschung und Lehre zuwenden zu können. In Zusammenarbeit mit ihm wurde eine nach der Pionierphase sinnvolle und notwendige Restrukturierung vorgenommen. Für die einzelnen Programme wurden Verantwortliche bestimmt (CEMS und Europa:

20 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

International Study Program (ISP) - D o i n g Business in Europe

Seit nunmehr fünf Jahren führt die HSG das von Professor Dr. Georg von Krogh geleitete englischsprachige ISP durch und stärkt dadurch vor allem den Austausch mit führenden amerikanischen und asiatischen Partneruniversitäten. 1999 nahmen insgesamt 23 MBA Gaststudierende

Lehre/Studierende

aus den USA, Kanada, Südamerika, Asien, Australien und England am ISP teil. Wegen der grossen Nachfrage nach knappen Plätzen in diesem Programm wurde beschlossen, in Zukunft jährlich zwei, statt wie bisher nur einen ISP-Durchlauf durchzuführen.

Die Universität St. Gallen wird von studentischen Initiativen stark mitgeprägt. Auch das Forum, die Recruiting-Veranstaltung, wird von Studierenden selbst organisiert.

Master in International Management (MIM)

Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Internationalisierung der HSG war der Start des von Professor Dr. Winfried Ruigrok geleiteten MIM im Rahmen der Liz-Stufe im Wintersemester 1999/2000. Dieses zweijährige englischsprachige Programm zielt auf eine internationale, kulturell heterogene Studentenschaft ab und setzt interdisziplinäre, themenorientierte inhaltliche Schwerpunkte. Es wird durch namhafte Sponsoren unterstützt. Im Gegensatz zu allen anderen Angeboten auf der Liz-Stufe ist die Teilnehmerzahl zu diesem Programm begrenzt und die Aufnahme ist kompetitiv. Zu den Anforderungen des Programms gehört ein Auslandsemester, und es besteht die Möglichkeit, einen Doppelabschluss von der renommierten Nanyang Technical University, Singapur, und der HSG zu erwerben. Trotz einer sehr kurzen Vorlaufzeit konnten im ersten Jahr 13 Studierende aufgenommen werden. Für den zweiten Durchlauf liegen bereits fast hundert Bewerbungen aus 25 Ländern vor.

Öffentliches Programm

Das öffentliche Programm hat im Berichtsjahr 1999/00 wie üblich eine breite Palette von Themen angeboten: 34 Vorlesungen oder Vortragszyklen im Sommersemester 1999, 47 im Wintersemester 1999/2000. Die Besucherzahlen waren besonders im Sommersemester ausserordentlich hoch; sie stiegen gegenüber dem Sommersemester des Vorjahres um nahezu 50% auf über 1400 Hörer. Besonders erfolgreich waren dabei die Vorlesungen zur QumranAusstellung, die naturwissenschaftliche Vortragsreihe sowie das Angebot aus der Betriebswirtschaftslehre «Medienwelt und Marketing». Im Wintersemester 1999/2000 fanden die Vorlesungen über Architekturgeschichte sowie über die Etrusker besonders grosses Interesse. Und wie seit langem waren die Teilnehmerzahlen bei den Vorlesungen im Bereich Psychologie/Psychiatrie besonders hoch.

Die Besucherzahlen in St. Katharinen, wo die Vorlesungen tagsüber angeboten werden, halten sich seit längerem ziemlich konstant; sie lagen im Sommersemester bei etwa 256, im Wintersemester bei ca. 358 Hörern.

Studentenschaft (Bericht des Präsidenten)

Der neue Vorstand der Studentenschaft trat an, um an der Umsetzung der Vision der Studentenschaft «Education is EduAction» zu arbeiten. Besonderer Schwerpunkt bildete somit das Bestreben der «Integration studentischer Initiativen in die Lehre» im Rahmen der Neukonzeption der Lehre. Gemeinsam mit dem neuen Jahrgangssponsor Swiss Re wurden die neuen Studierenden in die HSG eingeführt. Höhepunkt der «Erstsemesteraktivitäten» und Dienstleistungen war ein Gastvortrag vom Walter Kielholz, ehemaliges Vorstandsmitglied der Studentenschaft und heute CEO von Swiss Re, einen vor «seiner» «Class of 2003». Um allen Studierenden der HSG die Möglichkeit zu bieten, sich an der Verbesserung ihrer Universität zu beteiligen, lancierte die Studentenschaft gemeinsam mit dem Jahrgangssponsor PricewaterhouseCoopers einen Wettbewerb, bei welchem Teams bestehend aus mindestens je einem Alumnus, Dozierenden und Studierenden gegeneinander antreten. Gesucht werden Lösungsansätze für Lernprozesse mit neuen Medien am Beispiel der HSG oder PwC. Neu fungiert die Studentenschaft als Herausgeberin von PRESTO. Den Studierenden bietet sich die Chance, in Zusammenarbeit mit dem professoralen Beirat das journalistische und

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Lehre/Studierende

herausgeberische Handwerk zu erlernen. Im Sommer kommen die drei «Jungstars» der Schweizer Literaturszene Zoe Jenny, Peter Weber und Christian Uetz an die Universität. Im zweiten Teil von wird Ephraim Kishon das Publikum zu einem Gespräch einladen. Der Vorstand durfte einem weiteren Projekt Pate stehen. Das Studentenradio «HerzSchlaG» wurde gegründet und wird im Sommersemester auf Sendung gehen. Um die bewährten Dienstleistungen weiterhin neben einer wirksamen Gremienarbeit anbieten zu können, wurde der Vorstand umstrukturiert. So wurde unter anderem ein Beirat geschaffen, der die Funktion von Coaches, als auch die eines «Wissensspeichers» wahrnehmen wird.

Frauenkommission

Die Arbeit war dieses Jahr geprägt von Personalwechseln in der Kommission und auf der Fachstelle. Dr. Gudrun Sander, langjähriges Mitglied trat im April zurück. Die beiden Fachstellenleiterinnen lic. phil. Kathrin Gerber-Wirz auf und Dr. theol. Elisabeth Hug kündigten, um andere Stellen anzunehmen. Mit Judith Schläpfer konnten erst 35% der Stelle seit 15. Januar 2000 wieder besetzt werden. Die zweite Stelle ist noch vakant. Aufgrund dieser Situation war Professor Dr. Ivo Schwander bereit, die Kommission auch im Sommersemester 2000 nochmals zu präsidieren. Für die Fachstelle wurde ein Pflichtenheft erarbeitet und für den Antrag auf Umwandlung der Fachstelle in eine Verwaltungsstelle wurden umfangreiche Abklärungen bei den anderen Universitäten gemacht. Die Kommission beteiligte sich an der Vernehmlassung zur Studienreform und zur neuen Habilitationsordnung. Die einzelnen Mitglieder vertraten die Anliegen in den verschiedenen Reformarbeitskreisen. Die Kommission verlangte, dass das neue Leitbild geschlechtergerechten Kriterien angepasst wird. Es wurden erste Vorüberlegungen für die Verwendung der für die Frauenförderung in Aussicht gestellten Bundesgelder im Rahmen der Hochschulplanung des Bundes 2000-2003 gemacht.

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Die Studie «zur Situation des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses» konnte im April vorgestellt werden und stiess während des ganzen Jahres auf internes und externes Interesse. Seit Mai 1999 führt die Fachstelle ein Evaluationsprojekt «Studentinnen begleiten». 10 Studentinnen werden während ihres Studiums laufen zu frauenspezifischen Themen befragt. Der Lehrkörper erhielt ein von der Fachstelle ausgearbeitetes Merkblatt zur geschlechtergerechten Sprache. Im weiteren fanden Gespräche für die Verankerung von Handlungsempfehlungen bei sexueller Belästigung statt.

Dozentenschaft

Otto K. Kaufmann †

Andreas Miller †

Todesfälle

Am 24. März 1999 verstarb in seinem 86. Lebensjahr in Pully alt Rektor Professor Dr. Otto Konstantin Kaufmann, von 1955 bis 1966 Professor für Wirtschafts-, Steuer- und Verwaltungsrecht und von 1963 bis 1966 Rektor der HSG. Auch nach seiner Wahl zum Bundesrichter und später zum Bundesgerichtspräsidenten blieb er der HSG als Honorarprofessor freundschaftlich verbunden. Otto Konstantin Kaufmann gehörte zu den vielseitigsten Schweizer Juristen der Gegenwart. Seine mit Temperament und grossem Elan ausgeübte Tätigkeit war dem Dienst an der Öffentlichkeit und am Rechtsstaat gewidmet. Das berufliche Leben von Otto K. Kaufmann - vielen bekannt als O K K - war durch zwei Wirkungskreise gekennzeichnet: jenen des akademischen Lehrers und Wissenschaftlers, und jenen des Richters und Experten. Als Prorektor und Rektor nahm er sich sehr der Anliegen von Studierenden an. So besorgte er von 1961 bis zum Antritt des Rektorates die Studien- und Berufsberatung. Eine seiner Hauptaufgaben sah er in einer neuen Studienreform, deren Kommission er auch selbst präsidierte. Sein Wirken als Rektor war geprägt durch ein hohes Ethos und ein ausserordentliches Engagement. Ausserdem wirkte er als Mitglied des St. Gallischen Kassationsgerichtes und in den Vorständen des St. Gallischen und des Schweizerischen Juristenvereins. Der Weite seiner Lehrtätigkeit entspricht auch die Fülle der weit über 100 wissenschaftlichen Publikationen. Die Universität St. Gallen hat in Professor Otto Konstantin Kaufmann einen hochgeachteten Kollegen verloren. Ein ausführlicher Nachruf ist in der HSG-INFORMATION 4/1999 erschienen.

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Am 24. Juli 1999 verstarb in seinem 77. Lebensjahr Professor Dr. Andreas Miller, von 1967 bis 1988 Ordinarius für Soziologie an der HSG. 1923 in Polen geboren, hat Andreas Miller während des Krieges unter schwierigsten Bedingungen studiert: Soziologie, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, und zwar an der Geheimen Universität Warschau. 1947 kam er als Stipendiat der Universität Basel in die Schweiz und beschloss zwei Jahre später, nicht mehr in sein - nunmehr sowjetisch okkupiertes - Heimatland zurückzukehren. In Basel setzte er seine Studien in Soziologie und Volkswirtschaftslehre sowie Philosophie und Ethnologie fort. 1948 wurde er Direktor des PolenMuseums in Rapperswil und verfasste gleichzeitig seine Dissertation, mit der er 1951 bei Edgar Salin und Karl Jaspers promovierte. 1959 habilitierte er sich an der Universität Zürich, und im gleichen Jahr nahm er seine Lehrtätigkeit auf, von 1959-65 als Privatdozent mit Lehrauftrag für Bevölkerungslehre und Soziologie an der Universität Zürich, 1964/65 sowie 1967/68 als Gastdozent für Soziologie an der Universität Basel. 1965 wurde er zum Extraordinarius für Soziologie an die HSG gewählt und 1967, nach Ablehnung einer Berufung nach Würzburg, zum Ordinarius befördert. Seine grosse Leidenschaft galt auch während seiner 24jährigen Lehrtätigkeit an der HSG der Hochschulpolitik. So war er gleichzeitig noch Direktor der Schweizerischen Zentralstelle für Hochschulwesen und Generalsekretär der Schweizerischen Hochschulrektorenkonferenz. In dieser Funktion hat er in zahllosen nationalen und internationalen hochschulpolitischen Gremien und Kommissionen mitgewirkt. Ein ausführlicher Nachruf ist in der HSG-INFORMATION 7/1999 erschienen. Am 28. Juli 1999 verstarb Professor Dr. Dr. h.c. Max Kummer-Wüthrich in seinem 84. Lebensjahr. Er wurde 1984 von der damaligen Hochschule St. Gallen mit der Würde eines Ehrendoktors der Rechtswissenschaft ausgezeichnet. Sie würdigte damit einen Rechtsgelehrten und Hochschullehrer, der durch seinen Ideenreichtum das schweizerische Privatrecht wesentlich beeinflusst und Generationen von Studenten durch Wort und Schrift begeistert hat.

Dozentenschaft

Am 12. Oktober 1999 verstarb in seinem 76. Lebensjahr in St. Gallen nach schwerer Krankheit alt Rektor Professor Dr. Willi Geiger, von 1955 bis 1972 Professor für Öffentliches Recht und von 1970 bis 1972 Rektor der Hochschule. Auch nach seiner Wahl zum Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartements blieb er der HSG als Honorarprofessor freundschaftlich und eng verbunden und verfolgte ihre Entwicklung mit grossem Interesse. Nach Lizentiat (1947) und Doktorat (1950, mit einer Dissertation zum Thema «Die Gemeindeautonomie und ihr Schutz nach schweizerischem Recht») an der damaligen Handelshochschule habilitierte sich Willi Geiger 1953 mit einer Schrift zum Thema «Die Selbstverwaltung auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet als Rechtsproblem, Allgemeiner Teil». In den «St. Galler Hochschulnachrichten» hiess es dazu, diese Habilitation sei «für die Entwicklung unserer Hochschule besonders bemerkenswert, weil er als erster Privatdozent ganz aus unserer Hochschule hervorgegangen ist.» 1955 folgte - in der Nachfolge von Professor Dr. Hans Nawiasky - die Wahl zum Extraordinarius für Öffentliches Recht (Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Völkerrecht), 1965 zum Ordinarius. Bereits 1961 übernahm Professor Geiger die Leitung des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse. 1966 wurde er zum Prorektor der HSG gewählt, und 1970 übernahm von Francesco Kneschaurek das Amt des Rektors. 1972 bereits für eine zweite Amtsdauer als Rektor bestätigt, wählte ihn das St. Galler Volk in einer denkwürdigen Wahl mit dem besten Resultat in die St. Galler Regierung, wo er anschliessend als Vorsteher des Baudepartements - und dreimal auch als Landammann während zwanzig Jahren wirkte. Die Universität St. Gallen hat in Professor Willi Geiger einen hochgeschätzten Kollegen verloren, der sich in allen verantwortlichen Funktionen ausserordentlich engagiert eingesetzt hat. Ein ausführlicher Nachruf ist in der HSGINFORMATION 8/1999 erschienen.

Willi Geiger †

Die Universität St. Gallen und ihre Angehörigen werden allen Verstorbenen ein ehrendes A n denken bewahren.

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Dozentenschaft

Rücktritte

Auf Ende des Wintersemesters 1999/2000 trat Professor Dr. Dres. h.c. Rolf Dubs, alt Rektor und Ordinarius für Wirtschaftspädagogik, nach 30jähriger Tätigkeit an der HSG in den Ruhestand. Nach dem Abschluss als Handelslehrer doktorierte er 1965. 1967 habilitierte er sich an der HSG für das Fach Wirtschaftspädagogik mit einer Arbeit zum Thema «Das Wirtschaftsgymnasium». Ab 1969 wirkte er als Professor für Wirtschaftspädagogik an der HSG, zunächst als Extraordinarius, ab 1971 als Ordinarius. Ab 1972 war er Direktor des von ihm gegründeten Instituts für Wirtschaftspädagogik (IWP-HSG), von 1980 bis 1982 führte er als Vorstand die Betriebswirtschaftliche Abteilung; 1986 gründete er das Nachdiplom-Studium für Unternehmungsführung (NDU-HSG), dem er bis 1990 und später noch einmal interimistisch - als Direktor vorstand. Ebenfalls zwischen 1986 und 1990 war er Prorektor der HSG, ehe er von 1990 bis 1993 das Amt des Rektors ausübte. In der schweizerischen Hochschulpolitik nahm er ebenfalls wichtige Funktionen wahr, etwa als Präsident der Weiterbildungskommission der Schweizerischen Hochschulkonferenz oder als Delegierter des Bundesrates für die neugeschaffenen Fachhochschulen. Seine Verdienste als Wissenschafter fanden ihre verdiente Ehrung in zwei Ehrendoktoraten - eines von der Wirtschaftsuniversität Wien (1992), ein zweites von der Wirtschaftsuniversität Budapest (1993). Auch als Rektor hat er seine Lehrtätigkeit nie unterbrochen, obwohl er wichtige Vorhaben wie die Studienreform zu Beginn der 90er Jahre mit viel Elan umsetzte, eine Reform des Doktorandenstudiums einleitete und die Einbindung der Universität in internationale Programme - insbesondere die Community of European Management Schools (CEMS) - vorantrieb. Im Mittelpunkt seines Rektorats aber standen die Studierenden, denen er mit einer «Politik der Offenen Tür» immer zugänglich war und deren Ausbildung sein ganzes Engagement galt. Als ihr unermüdlicher «erster Botschafter» hat er die HSG in der Region wie im In- und Ausland aktiv und wirkungsvoll vertreten. Die Universität St. Gallen verdankt Rolf Dubs ausserordentlich viel und lässt ihn nur ungern in den Ruhestand «ziehen». Seine Abschiedsvorlesung hielt er am 8. Februar 2000 zum Thema «Irrwege modernistischer Pädagogik».

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Rolf Dubs

Theodor Leuenberger

Eine ausführliche Würdigung seines Wirkens ist in der HSG-INFORMATION 2/2000 erschienen. Auf Ende des Wintersemesters 1999/2000 trat Professor Dr. Theodor Leuenberger, Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte und Technologiepolitik, nach dreissigjähriger Tätigkeit an der HSG in den Ruhestand. Theodor Leuenberger studierte ab 1954 an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ökonomie. Er schloss diese Studien im Jahr 1960 mit dem Doktorat ab. Von 1962 an arbeitete er an der Evangelischen Akademie Bad Boll, bevor er 1965 ein Jahr als Visiting Scholar am OstasienInstitut der Harvard Universität verbrachte. Von 1966 bis 1969 war er Assistenzprofessor an der Internationalen Universität in Tokio und anschliessend Gastprofessor an der ETH Zürich. Er erhielt dann den Ruf an die HSG, wo er im Jahr 1970 seine Lehrtätigkeit aufnahm und der er bis heute treu blieb. Hier war er unter anderem von 1991 bis 1993 Vorstand der Volkswirtschaftlichen Abteilung. Die Forschungs- und Lehrinteressen von Theodor Leuenberger gingen schon bald über den Bereich der Wirtschaftsgeschichte hinaus. So leitete er von 1979 bis 1982 ein Forschungsprojekt des Club of Rome zum Thema «World Disorder and the Future of Enterprise» leitete, war von 1989 bis 1991 Direktor der Instituts für Technologiemanagement der HSG und initiierte eine gemeinsame Vorlesung über «Innovation, Venture Capital und Arbeitsplätze» an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen. Vor allem aber faszinierte ihn schon sehr früh Ostasien mit seinem enormen wirtschaftlichen und technologischen Potential. Dies zeigt sich zum einen im Aufbau eines eigenen Kulturfachs «Ostasienkunde», das bei den Studierenden

Dozentenschaft

Karl Frauendorfer

Simon Gächter

grossen Anklang fand. Zum anderen hat er in den Jahren 1984 bis 1989 mehrere ChinaMissionen für das Entwicklungs-Programm der Vereinten Nationen (UNDP) durchgeführt, war von 1986 bis 1989 Chief Consultant am Asia Pacific Center in Köln und wirkte an der Gründung der Swiss Asia Foundation mit. Professor Theodor Leuenberger darf in der Gewissheit in den Ruhestand treten, der HSG den Blick für Ostasien geöffnet zu haben. Damit hat er Wesentliches für sie geleistet. Seine Abschiedsvorlesung hielt er am 1. Februar 2000 zum Thema «Europa weiter denken». Eine ausführliche Würdigung seines Wirkens ist in der HSG-INFORMATION 2/2000 erschienen.

N e u e ordentliche Professor(inn)en

Professor Dr. Karl Frauendorfer, Vizedirektor am Institut für Unternehmensforschung und bisher Extraordinarius, wurde auf den 1. Oktober 2000 zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Operations Research gewählt. Er studierte an der Technischen Universität Wien Technische Mathematik und schloss dort 1983 als Dipl. Ing. Math. ab. Nach seiner Tätigkeit als Assistent am Institut für Informatik der Universität Linz promovierte er 1984 zum Dr. techn. Anschliessend war er an der Universität Zürich am Institut für Operations Research und Mathematische Methoden der Wirtschaftswissenschaften tätig. 1992 habilitierte er sich an der Universität Zürich. Ab 1. April 1993 war er als Vollamtlicher Dozent an der HSG tätig, auf den 1. Oktober 1993 wurde er zum Assistenzprofessor ernannt und seit 1996 ist er ausserordentlicher Professor an der HSG.

Franz Jaeger

PD Dr. Simon Gächter wurde auf den 1. Oktober 2000 zum Ordinarius für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Angewandte MikroÖkonomik, gewählt. Er studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Universität Wien Philosophie und Volkswirtschaftslehre und schloss dieses Studium 1990 mit dem Magister ab. 1994 promovierte er dort mit einer Arbeit zum Thema «Merger in Duopoly with Two-Sided Incomplete Information» und war anschliessend als Assistent an der Universität Linz und als Oberassistent am Institut für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Zürich tätig. Dort habilitierte er sich 1999 in Volkswirtschaftslehre und erhielt die venia legendi in Volkswirtschaftslehre. Seit 1996 arbeitet er im internationalen Forschungsprojekt «Evolution individueller Präferenzen und sozialer Normen» mit. Professor Dr. Franz Jaeger, bisher Extraordinarius, wurde auf den 1. April 2000 zum Ordinarius wurde für Wirtschaftspolitik gewählt. Er schloss sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der HSG 1966 mit Lizentiat ab. 1970 erfolgte die Promotion zum Dr. oec. mit einer Arbeit zum Thema «GATT, EWG und EFTA. Die Vereinbarkeit von EWG- und EFTARecht mit dem GATT-Statut». Ab 1971 nahm er an der HSG Lehraufträge wahr und arbeitete am Schweizerischen Institut für Aussenwirtschafts-, Struktur- und Regionalforschung an der HSG. 1978 zum Vollamtlichen Dozenten für Volkswirtschaftslehre gewählt, habilitierte er sich 1980 auf dem Gebiet der Arbeitsmarkttheorie. 1988 wurde er zum Titularprofessor für Volkswirtschaftslehre ernannt. Seit 1989 steht er als Geschäftsleitender Direktor dem Forschungsinstitut für Empirische Wirtschaftsforschung (FEW-HSG) vor.

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Dozentenschaft

Juliane Kokott

Kuno Schedler

Hans Vest

Professorin Dr. Dr. Juliane Kokott, LL.M, wurde vom St. Galler Universitätsrat auf den 1. Oktober 1999 zur Ordinaria für Völkerrecht, Internationales Wirtschaftsrecht und Europarecht gewählt. Juliane Kokott absolvierte das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn (mit Gastaufenthalten an der Universität Genf und am Graduate Institute of International Studies in Genf), wo sie 1982 das erste Juristische Staatsexamen ablegte. Anschliessend weilte sie als Fulbright-Stipendiatin an der American University, Washington D.C., und erlangte dort den LL.M.-Abschluss. 1985 promovierte sie an der Universität Heidelberg zum Dr. iur. utr., und zwar mit einer Dissertation zum Thema «Das interamerikanische System zum Schutz der Menschenrechte (m.c.l.)». 1990 promovierte sie an der Harvard University zum Doctor of Juridical Sciences (S.J.D.), nachdem sie vorher während zwei Jahren an der Harvard Law School geforscht hatte. Zwischen den beiden Doktoraten war sie Referendarin am Bundesverfassungsgericht, absolvierte das 2. Juristische Staatsexamen in Stuttgart (1987) und erhielt die «Otto-Hahn-Medaille» der MaxPlanck-Gesellschaft für den wissenschaftlichen Nachwuchs. 1992 habilitierte sie sich mit der Arbeit «Beweislast und Prognoseentscheidungen bei der Inanspruchnahme von Grund- und Menschenrechten» an der Universität Heidelberg. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Mannheim und Augsburg und mehreren Rufen hatte sie Lehrstühle für Öffentliches Recht in Augsburg und Heidelberg inne. Ab 1994 war sie Ordinaria an der Universität Düsseldorf, seit 1995 auch stellvertretende Schiedsrichterin am Gerichtshof der OSZE und seit September 1996 stellvertretende Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats «Globale Umweltveränderungen» der Bundesregierung.

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Professor Dr. Kuno Schedler, Direktor am IDTHSG und bisher Extraordinarius, wurde auf den 1. Oktober 2000 zum Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Public Management gewählt. Er studierte von 1983 bis 1987 an der HSG Wirtschaftswissenschaften und schloss mit dem Lizentiat ab. 1993 promovierte er zum Dr.oec. HSG mit einer Dissertation zum Thema «Anreizsysteme in der öffentlichen Verwaltung». Nach Tätigkeiten im Bank- und Personalbereich arbeitete er von 1991 bis 1993 als Forschungsassistent am Institut für Finanzwirtschaft und Finanzrecht (IFF-HSG), wo er ab 1994 die Finanzwirtschaftliche Abteilung leitete. Seit dem Jahr 1994 nahm er Lehraufträge für Verwaltungswissenschaften wahr. Auf den 1. April 1996 war er zum Extraordinarius an der HSG gewählt worden. Dr. Hans Vest wurde auf den 1. April 2000 zum Ordinarius für Strafrecht und Strafprozessrecht mit besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsstrafrechts gewählt. Er studierte in Basel und Berlin Rechtswissenschaften. Nach dem 1980 an der Universität Basel abgelegten Lizentiat folgten 1985 die Promotion zum Dr. iur. und 1986 das Advokaturexamen. Von 1987 bis 1988 war er Untersuchungsrichter im Kanton Zug, von 1989 bis 1999 Mitinhaber eines Advokaturbüros und von 1991 bis heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für internationales und ausländisches Strafrecht in Freiburg im Breisgau. 1997 erfolgte die Wahl zum Assistenzprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Basel, und 1999 die Einreichung der Habilitationsschrift zum Thema «Genozid durch organisatorische Machtapparate. A n der Grenze von individueller und kollektiver Verantwortlichkeit».

Dozentenschaft

Fritz Fahrni

Thomas Rudolph

Neue ausserordentliche Professoren

Dr. Fritz Fahrni wurde auf den 1. Oktober 1999 zum Extraordinarius für Technologiemanagement gewählt. Gleichzeitig zum Extraordinarius an der ETH Zürich ernannt, nimmt er eine in der Geschichte von HSG und ETH erstmals eingerichtete Doppelprofessur wahr. Damit wird ein Brückenschlag vollzogen in einem Bereich, in dem sich die unterschiedlichen Fachkompetenzen der beiden Institutionen ideal ergänzen. Die Wahl Fahrnis als Extraordinarius an die Universität St. Gallen auf den 1. Oktober 1999 wurde durch die St. Galler Regierung inzwischen genehmigt, und es ist vorgesehen, dass der neue Professor in die Direktion des HSGInstituts für Technologiemanagement eintritt. Fritz Fahrni, Dipl.Ing. ETH, schloss sein Studium an der ETH Zürich 1966 als MaschinenIngenieur ab. 1970 doktorierte er am Illinois Institute of Technology, Chicago. 1980 absolvierte er das Senior Management Program an der Harvard Business School. Er arbeitete in den USA als Wissenschaftler bei der NASA und - zurück in der Schweiz - bei Ciba-GeigyPhotochemie. Ende 1976 trat er bei Sulzer ein. Nach Führungsaufgaben in den Bereichen Gasturbinen und Webmaschinen war er von 1988 bis 1999 Präsident der Konzernleitung. Sulzer hat sich unter seiner Führung vom traditionellen Maschinenbauer zum international erfolgreich tätigen Technologiekonzern gewandelt.

Professor Dr. Thomas Rudolph, bisher Assistenzprofessor, wurde auf den 1. April 2000 zum Extraordinarius für Internationales Handelsmanagement (Gottlieb Duttweiler-Lehrstuhl) gewählt. Dieser Lehrstuhl wurde von der Migros aus Anlass ihres 75-Jahr-Jubiläums gestiftet. Das Kompetenzzentrum für diesen Bereich wird am bestehenden Forschungsinstitut für Absatz und Handel (FAH-HSG) aufgebaut. Thomas Rudolph studierte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim mit den Vertiefungsfächern Marketing, Organisation und Psychologie. 1993 promovierte er an der Universität St. Gallen zum Thema «Positionierungsund Profilierungsstrategien im Handel». Seit 1991 arbeitet Rudolph als Leiter des Kompetenzzentrums für internationale Handelsdynamik am Forschungsinstitut für Absatz und Handel. 1998 habilitierte er sich mit der Arbeit «Management komplexer Veränderungsprozesse im Marketing - Einsatz des Projektmanagements für mehr Erfolg im Einzelhandel» und wurde zum Assistenzprofessor ernannt.

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Dozentenschaft

Roman Boutellier

Peter Glotz

Peter H. Athanas

N e u e r ständiger Gastprofessor

Titularprofessoren

Professor Dr. Peter Glotz übernahm per 1. Januar 2000 als ständiger Gastprofessor den neuen Lehrstuhl für Medien und Gesellschaft im Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement (MCM -HSG). Peter Glotz, geboren in Eger, studierte Zeitungswissenschaften, Philosophie, Germanistik und Soziologie in München und Wien und promovierte 1968 an der Universität München zum Dr.phil. Von 1964 bis 1970 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität München, von 1970 bis 1972 als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Kommunikationsforschung in München. Gleichzeitig war er Mitglied des Bayerischen Landtages. Von 1972 bis 1977 und von 1983 bis 1996 war er Mitglied des Deutschen Bundestags, von 1974 bis 1977 zudem Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft. Von 1977 bis 1981 war er Senator für Wissenschaft und Forschung in Berlin, von 1981 bis 1987 Bundesgeschäftsführer der SPD, und ab 1995 Bildungs- und Forschungspolitischer Sprecher der SPD. 1996 schied er aus allen politischen Ämtern aus und nahm die Berufung zum Rektor und Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt an.

Dr. Peter H . Athanas wurde auf 1. März 2000 zum Titularprofessor für Steuerrecht ernannt. Er schloss sein wirtschaftsjuristisches Studium an der HSG 1979 mit dem Lizentiat ab und promovierte 1988 mit der Arbeit «Die Steuerausscheidung bei interkantonalen Fabrikationsunternehmungen» zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Neben seiner Haupttätigkeit beim Beratungsunternehmen Arthur Andersen, wo er heute Partner und Mitglied des Verwaltungsrates ist, ist er immer wissenschaftlich tätig geblieben. So ist er Autor zahlreicher Publikationen, unter anderem Mitherausgeber des Kommentars zum Schweizerischen Steuerrecht. Er erfüllt Lehraufträge an der Universität Zürich und an der HSG (seit 1990), wo er auch dem Geschäftsleitenden Ausschuss des Instituts für Finanzwirtschaft und Finanzrecht (IFF-HSG) angehört.

30 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Professor Dr. Roman Boutellier, bis Ende Wintersemester 1998/1999 Ordinarius für Innovation und Logistik und Direktionsvorsitzender am Institut für Technologiemanagement (ITEMHSG) und seither CEO der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) Neuhausen, wurde vom Senat zum Titularprofessor ernannt. Er studierte Mathematik an der ETH Zürich, wo er 1979 zum Dr. sc. math. promovierte. Nach einem Stipendienaufenthalt in London und Lehrtätigkeit an der HTL Brugg-Windisch trat er 1981 in die Firma Kern, Aarau, ein. Dort übernahm er 1982 die Leitung der optischen Entwicklung und 1986 die Leitung von Fabrikation und Entwicklung Optik. 1987 wurde er in die Geschäftsleitung der Leica Heerbrugg als D i rektor des Bereichs Technik berufen, wo ihm die mechanische, optische und elektronische

Dozentenschaft

Ehrungen

Professor Dr. Claude Kaspar, bis 1996 Ordinarius für Tourismus und Verkehrswirtschaft, wurde von der slowakischen Universität Matej Bel in Banská Bystrica in Anerkennung seiner Verdienste in Lehre und Forschung der Tourismusund Verkehrswirtschaft mit dem Ehrendoktorat ausgezeichnet.

Claude Kaspar

Produktion, die Montage, der Einkauf, die technische Informatik und das zentrale Qualitätswesen unterstehen. A n der Universität St. Gallen war er ab 1. Oktober 1993 als Ordinarius tätig.

N e u e Privatdozenten

Dr. Andreas Grüner, Ständiger Dozent, wurde zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre, mit besonderer Berücksichtigung des Finanz- und Rechnungswesens, ernannt. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel «Zur Theorie der Unternehmenssteuerung - Die Entwicklung eines prozessorientierten Controlling-Konzeptes zur Steuerung von Unternehmen der auftragsbezogenen Einzelfertigung, dargestellt am Beispiel der Schiffbauindustrie».

Rufe

PD Dr. Franz Eberle, Privatdozent für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik, wurde von der Universität Zürich auf den 1. Oktober 1999 zum ausserordentlichen Professor für Mittelschulpädagogik ernannt. Dr. Alain Thierstein, Ständiger Dozent für Regionalökonomie, wurde zum Assistenzprofessor in Raumordnung am Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung (ORL-ETHZ) an der ETH Zürich gewählt. PD Dr. Hans-Jürgen Wolter, Privatdozent für Finanzmarkttheorie, hat einen Ruf auf die Stiftungsprofessur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationale Kapitalmärkte/ Internationales Finanzmanagement an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald abgelehnt.

Dr. Norbert Klingebiel, tätig als Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen, wurde zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre, mit besonderer Berücksichtigung des Controlling/ Rechnungswesens, ernannt. Er widmete seine Habilitationsschrift dem Thema «Integriertes Performance Measurement». Dr. Steffen Spies, beruflich tätig in der Automobilindustrie, wurde zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre, mit besonderer Berücksichtigung der Marketing, ernannt. Seine Habiliationsschrift trägt den Titel «Variantenoptimale Gestaltung des Leistungsangebots Differenziertes Leistungsmanagement am Beispiel der Automobilindustrie».

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Forschung

Die Forschung an der HSG vollzieht sich im wesentlichen an den rund zwei Dutzend Instituten und Forschungsstellen, deren Jahresberichte ab Seite 44 kurz zusammengefasst sind. Sie geben einen Einblick in die inhaltlichen Forschungsschwerpunkte.

Beiträge aus diesem Fonds wurden auch zur Finanzierung der im Rahmen der 100 Jahrfeier des Jahres 1998 entstandenen Publikationen verwendet.

Forschungsgespräche Forschungskommission

Im Berichtsjahr sprach die Forschungskommission rund 2.47 Mio. Franken für Forschungsprojekte an der Universität St. Gallen zu. Aus der nachfolgenden Aufstellung ergibt sich, aus welchen Quellen diese Beiträge finanziert wurden: Grundlagenforschungsfonds HSG 1'214'900 Franken, Nachwuchsstipendien SNF 841750 Franken, Albert Bühler-Reindl-Fonds 36'300 Franken, Emil Zaugg-Fonds 22'200 Franken. Dazu kamen Direktzusprachen des Schweizerischen Nationalfonds in Höhe von 307'646 Franken. Aus dem Grundlagenforschungsfonds werden Projekte von Mitgliedern des Lehrkörpers und der Institute der HSG gefördert. Die Unterstützung besteht im wesentlichen aus Gehaltszahlungen und in begrenztem Umfang auch in Beiträgen an weitere Forschungskosten wie z.B. Literaturbeschaffung, Durchführung von Umfragen oder Reisespesen für Besprechungen. Insgesamt konnten aus dem Grundlagenforschungsfonds 24 Beiträge zugesprochen werden. Stipendien aus dem Nachwuchskredit des Schweizerischen Nationalfonds werden an Habilitierende und Doktorierende vergeben, damit diese Forschung im Ausland betreiben können. Der überwiegende Teil der Empfänger(innen) der Stipendien forscht in den Vereinigten Staaten; jeweils ein Stipendium wurde für Forschungsaufenthalte in Australien, Grossbritannien und Spanien vergeben. Insgesamt konnten 23 Stipendien bewilligt werden. Die Zusprachen verteilten sich auf alle Studienrichtungen. Insgesamt wurden 5 Direktgesuche aus den Bereichen der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre vom Schweizerischen Nationalfonds in Bern gebilligt.

Im November 1999 fanden im Weiterbildungszentrum der Universität St. Gallen die sogenannten Forschungsgespräche zum «Global Service Management» statt. Der Themenschwerpunkt Dienstleistungsmanagement, der Forschungsund Projektgebiet für verschiedene Forscher und Institute der Universität St. Gallen sowie von externen Bezugspersonen in Forschung und Praxis ist, stand im Zentrum des Forums. Unter der Leitung von Professor Dr. Christian Belz, Forschungsinstitut für Absatz und Handel (FAH-HSG), und Professor Dr. Thomas Bieger, Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus (IDT-HSG), trafen sich die Professoren und Professorinnen der unterschiedlichen Institute der Universität St. Gallen sowie externe Forscher und Praktiker, um aktuelle Fragen im Dienstleistungsmanagement zu erörtern und zukünftige Forschungsfelder bereichsübergreifend zu diskutieren. Unter den externen Teilnehmern befanden sich auch HSG-Ehrendoktor Professor Dr. Dr. h . c . mult. Heribert Meffert, Institut für Marketing an der Universität Münster, sowie Vertreter aus den Branchen Versicherung, Tourismus, Airline-Industrie, Öffentliches Transportwesen und Facilitymanagement. Ebenso nahmen Experten aus den Bereichen Automobilwirtschaft und Befestigungstechnik teil.

Inhalt der zweitägigen Zusammenkunft waren Themenblöcke zu den Perspektiven im Global Service Management, zur Transformation der Dienstleistungen und der Unternehmen, zur Dienstleistungsqualität und persönlichen Interaktion, zu Lernprozessen im Dienstleistungsmanagement, zum Bereich der Veränderung von Dienstleistungsprozessen durch Informatik sowie zum Dienstleistungsmarketing. Es fanden Diskussionen im Wechsel mit Präsentationen der Teilnehmer bzw. Praktikervorträgen statt. Die Beiträge und Ergebnisse der ForschungsgeDie Erträge aus dem Albert Bühler-Reindlspräche werden als Buch veröffentlicht, das im Fonds werden überwiegend für Publikationsbeiträge, insbesondere für Festschriften eingesetzt. neuen Jahrtausend unter folgendem Titel

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Forschung

erscheint: Belz, Christian /Bieger, Thomas (Hrsg.): Dienstleistungskompetenz - Transformation, Interaktion, Lernprozesse, Marketing und Erfolg für internationale Dienstleistungsanbieter, St. Gallen, Thexis Verlag, 2000.

Publikationen zu den Forschungsgesprächen

Der wissenschaftliche Höhepunkt im Jubiläumsjahr «100 Jahre HSG», das 1998 mit einer Vielzahl von Aktivitäten begangen wurde, waren die St. Galler" Forschungsgespräche (ermöglicht von der St. Galler Stiftung für Internationale Studien und von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften), die in allen vier Abteilungen gleichzeitig stattfanden. Nun liegen die Publikation von allen vier Forschungsgesprächen vor. Die Resultate des Forschungsgesprächs der Volkswirtschaftlichen Abteilung sind unter dem Titel «The Transfer of Economic Knowledge», herausgegeben von Ernst Mohr (Edward Elgar Verlag, Cheltenham UK, 1999, 214 Seiten) erschienen. Wie jede andere Branche produziert die volkswirtschaftliche wissenschaftliche Disziplin mit Hilfe einer Produktionsfunktion. Der Input in diese Produktionsfunktion sind wissenschaftliche Journalartikel, Fach- und Lehrbücher, Fachgutachten und Ratschläge für Nichtmitglieder dieser Zunft. Ihr Output ist das ökonomische Verständnis, welches in Unternehmen, Regierungen und ihren Administrationen, durch Absolventen volkswirtschaftlicher Ausbildungsgänge und Angehörige anderer wissenschaftlichen Disziplinen zur Anwendung kommt. Das volkswirtschaftliche Wissen wird in diesem Prozess transformiert. Die Autoren, unter ihnen James Buchanan, Bob Coates, Bruno Frey, Heinz König, Anne Krueger und Charles Wyplosz, untersuchen diesen Transformationsprozess aus der Sicht des Public Choice, der politischen Ökonomie sowie institutionellen, soziologischen, psychologischen und kulturellen Aspekten der Wirtschaftsberatung. Ausserdem wird der Transformationsprozess in der universitären Lehre, in Zusammenhang mit dem Einsatz neuer Medien sowie in der Kommunikation über Fachdisziplinen hinweg untersucht. Es ist heute an der Tagesordnung, wachsende Komplexität zu beschwören und verstärkte

Integration zu fordern, sei es in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Auffallend dabei ist, wie unbestimmt diese anscheinend so zeitgemässen Begriffe in der Diskussion bleiben. Der Band der Betriebswirtschaftlichen Abteilung, herausgegeben von Peter Gomez, Günther Müller-Stewens und Johannes RüeggStürm, befasst sich unter dem Titel «Entwicklungsperspektiven einer integrierten Managementlehre» (Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1999, 441 Seiten) mit der Frage, wie sich eine wachsende Komplexität in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft äussert und was Integration im Allgemeinen und in der Wissenschaft bedeutet. Die Beiträge im Buch, unter anderem von Christian von Weizsäcker, Alex Krauer, Heribert Meffert und Stephan Schmidheiny, bewegen sich denn auch zwischen den Polen der uneingeschränkten Bejahung solcher Ansätze und der kategorischen Ablehnung. «Die Zukunft des Rechts» heisst der Band der Rechtswissenschaftlichen Abteilung, den Christian Meier-Schatz herausgegeben hat (Verlag Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1999, Bibliothek zur Zeitschrift für Schweizerisches Recht, Beiheft 28, 238 Seiten). Der Band enthält die Beiträge der teilnehmenden Referenten, die das Gesprächsthema im Rahmen der folgenden Themenfelder beleuchten: Das Recht als System; Entwicklungsperspektiven des Rechts; Partielle Regulierung; das Recht im Jahre 2050. Herausgegeben von Johannes Anderegg und Edith Kunz, stellt die Publikation der Kulturwissenschaftlichen Abteilung ihr Forschungsgespräch unter der Überschrift «Kulturwissenschaften. Positionen und Perspektiven» vor (Aisthesis-Verlag, Bielefeld, 1999, 205 Seiten). Ausgehend vom Begriff «Kulturwissenschaften», der seine Aktualität der gegenwärtigen Umbruchsituation in den Geisteswissenschaften verdankt, stellen sich Fragen wie: Wie sieht die Zukunft der Geisteswissenschaften aus? Sollen die traditionellen geisteswissenschaftlichen Disziplinen künftig von den Kulturwissenschaften abgelöst werden? A n welchen Konzepten von Kultur sollen sich die Kulturwissenschaften orientieren? Welches sind ihre Gegenstände und Fragestellungen? Eine international zusammengesetzte Gruppe von Wissenschaftlern aus den Bereichen Germanistik, Romanistik, Anglistik, Philosophie und Ethnologie versucht, Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden.

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Weiterbildung

Executive M B A H S G / N a c h - D i p l o m in U n t e r nehmungsführung

Im akademischen Jahr 1999/2000 wurde im Frühsommer der Kurs N D U 12 abgeschlossen. Neu gestartet wurden die Kurse N D U 15 im April 1999 und N D U 16 im August 1999. Über das Jahr wurden die Kurse N D U 13 und N D U 14 weitergeführt. Die Nachfrage nach einem Studienplatz im N D U hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Da wiederum über 180 Bewerbungen eingegangen sind, hat sich das N D U in Absprache mit dem Rektorat und den Hauptdozenten dazu entschlossen, auch im Jahr 1999 zwei Studiengänge anzubieten. Alle Hauptdozenten haben zugesagt, diesen zusätzlichen Kurs mitzutragen. In finanzieller Hinsicht ist das NDU-HSG seinem Auftrag, das Nach-Diplomstudium kostendeckend anzubieten, nachgekommen. Nach vorsichtigen Abgrenzungen kann für das Geschäftsjahr 1999/2000 eine positive Rechnung präsentiert werden. Für das Geschäftsjahr 2000 ist der Abschluss der Kurse N D U 13 und N D U 14 sowie der Beginn der Kurse N D U 17 und N D U 18 geplant. Die Kurse N D U 15 und N D U 16 laufen über das Jahr weiter und werden ihre Abschlüsse in den Jahre 2001 und 2002 finden. Im Februar 2000 beginnt der Kurs N D U 17 und im September der Kurs N D U 18. Die Teilnehmerselektion für die Kurse N D U 18 und N D U 19 wird im Frühling 2000 beginnen. Das Jahr 2000 wird im N D U dazu genutzt werden, die erfolgreiche Konzeption unseres Nach-Diplomstudienganges in eine neue Generation zu führen. Diesbezüglich wurden schon viele Vorarbeiten geleistet und wir sind fest davon überzeugt, dass wir den Kurs N D U 20 im Herbst 2001 in der neuen Konzeption anbieten können. Der nächste Jahresbericht wird uns sicherlich die Gelegenheit geben, das neue Konzept vorzustellen. Per Ende 1999 sind aber noch zu wenige Weichen definitiv gestellt, als dass hier bereits ausführlich darüber berichtet werden kann.

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M B E H S G / Master of Business Engineering

Das Programm richtet sich an Hochschulabsolventen (Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Informatik) mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung, die in Linienpositionen massgeblich an Veränderungsprojekten beteiligt sind oder als interne bzw. externe Berater in Veränderungsprojekten mitwirken. Das Idealalter liegt zwischen 30 und 40 Jahren. Das Programm wird berufsbegleitend durchgeführt, und zwar in Form von sieben zweiwöchigen Blöcken und einem vierwöchigen Block während eines Zeitraums von ca. 15 Monaten. Bereits vor dem erfolgreichen Abschluss des ersten Lehrgangs im Mai 1999, begann am 4. Januar 1999 der erste Block des zweiten Lehrgangs. Am 8. Februar 2000 begann der dritte Lehrgang. Bis Mitte April wurden die seit dem zweiten Lehrgang bewährte Woche «Teamentwicklung» (Blockdozenten Dr. Baumöl, Walker) sowie die aufgrund des Feedbacks aus dem zweiten Lehrgang neukonzipierte Woche «IT als Enabler» (Blockdozent Professor Winter), die ebenfalls neukonzipierte Woche «Prozessentwicklung» (Blockdozent Dr. Brecht) sowie Ganzheitliche Unternehmensführung (1 Woche, Blockdozent Professor Gomez) durchgeführt. Für den dritten Lehrgang wurden die 47 Teilnehmenden (hauptsächlich aus der Schweiz) wiederum aus einer grossen und beständig steigenden Anzahl von Bewerber(inne)n ausgewählt, was auf die wachsende Attraktivität des Nachdiplomstudiums MBE HSG hinweist. Auf Basis der Erfahrungen des ersten und zweiten Lehrganges ist nunmehr eine stabile und ausgewogene Lehrgangskonzeption entstanden, die durch ein positives Feedback der Teilnehmer getragen wird.

M . B . L - H S G / Master of European and International Business Law

Der M.B.L.-HSG hat sich auf dem internationalen Markt der Nachdiplomstudiengänge des europäischen und internationalen Wirtschaftsrecht etabliert. Der Erfolg manifestiert sich auch an der Tatsache, dass zunehmend andere Universitäten beginnen, ähnliche Nachdiplomstudiengänge anzubieten. Durch die wachsende Anzahl der Absolventen wird sich der Bekanntheitsgrad

Weiterbildung

im Kreis von potentiellen Interessenten weiter verbreiten. Der selbst geschaffene Vorsprung muss durch kontinuierliche Verbesserungen weiter gehalten werden. Die limitierte Anzahl der Studienplätze wird beibehalten. Es besteht die Aussicht, neben den bereits bestehenden formellen Zulassungsbedingungen (neben Berufserfahrung ein abgeschlossenes Hochschulstudium einer anerkannten Universität in einem für das M.B.L.-HSG relevanten Gebiet) in Zukunft die Bewerber vermehrt gezielt nach ihrem akademischen und beruflichen Leistungsausweis auswählen zu können. Der Lehrgang III wurde mit der Diplomfeier am Freitag, 29. Oktober 1999, mit der Verleihung der Diplome durch den Rektor der Universität und den Direktor M.B.L.-HSG abgeschlossen. 34 Absolvent(inn)en erhielten das Diplom. Die besten von den Studierenden verfassten Diplomarbeiten werden bereits zum dritten Mal im M.B.L.-HSG Sammelband des Luchterhand-Verlages publiziert. Den Lehrgang IV haben im Juni 1999 45 Studierende begonnen. Sie kommen hauptsächlich aus Deutschland und der Schweiz sowie aus Österreich und weiteren Ländern. Das Durchschnittsalter beträgt 36 Jahre, die Berufserfahrung im Durchschnitt 8 Jahre. Die Studierenden sind in den Rechtsdiensten international tätiger Firmen und in Anwaltskanzleien tätig. Sie bekleiden in der Regel Positionen mit überdurchschnittlicher Arbeitsbelastung und sind dementsprechend leistungsbereit.

K M U - H S G / Intensivstudium für Führungskräfte in Klein- und Mittelunternehmen

Bei diesem HSG-Programm handelt es sich um ein Kompaktstudium mit einer Unterrichtsdauer von 60 Tagen, das systematisch auf die Bedürfnisse der aktiven Führungskräfte in Klein- und Mittelunternehmen ausgerichtet ist und das Ziel einer umfassenden und ganzheitlich orientierten Schulung verfolgt. Als Hauptdozenten sind weiterhin überwiegend Professor(inn)en der Universität St. Gallen tätig. Sie können in Abstimmung mit der Direktion Fachreferenten beiziehen. Ein Einsatz rundum kompetenter Lehrkräfte gewährleistet wesentlich den Erfolg des Studienprogramms. In das Berichtsjahr fiel schwerpunktmässig der achte Zyklus; die siebte

Durchführung wurde abgeschlossen und die neunte mit drei Blockwochen aufgenommen. Der Bestimmung des Programms gemäss herrschen Kleinfirmen vor. Unter den Branchen sind vor allem Metall/ Maschinen, Elektronik/ Elektrotechnik/Umwelttechnik und Bau vertreten. A n Absolventen früherer Zyklen richtete sich ein Intensivseminar zum Thema «Best Practice in E-Commerce». Der KMU-Circle HSG, in dem sich über 200 Absolventen und Absolventinnen zusammengeschlossen haben, organisierte eine Veranstaltung, die den Themen Kredit, Wirtschaftsförderung und Steuern gewidmet war. Diese Gruppe der KMU-Alumni ist inzwischen auch im Internet präsent und bietet dort ein «Bulletin Board System» für eine verbesserte Kommunikation zwischen den Mitgliedern an.

W B S - H S G / Seminare der Weiterbildungsstufe

Auf Jahresbeginn 2000 wurde der EhemaligenBeirat nach verschiedenen altersbedingten Rücktritten durch 5 Ehemalige der HSG ergänzt und damit insgesamt wieder auf 16 Personen erhöht. Dem Ausbau des juristischen Seminarprogramms entsprechend wurden mit lic.iur. Maja BauerBalmelli, Direktorin und Partnerin bei Arthur Andersen A G , und Dr. iur. Markus Berni, Rechtsanwalt und Partner bei Baker & McKenzie Rechtsanwälte, zwei Mitglieder des Anwaltsstandes zugewählt. Als Vertreter der Beratungsbranche verstärken lic.oec. Markus Bucher, Partner bei PricewaterhouseCoopers, und als Experte für Kommunikationstechnologie Dr. oec. Walter Meier, VR-Präsident der BT&T Telekommunikations und Technologie AG, den Ehemaligen-Beirat. Als selbständiger Unternehmer nimmt Dr. oec. Daniel Model, CEO der Model Holding A G , Einsitz im Beirat. Im Berichtsjahr führten die Weiterbildungsseminare insgesamt 22 Veranstaltungen mit einer Beteiligung von 1'814 Personen durch, was einem Durchschnitt von 82 Personen entspricht. Die Seminarbeurteilungen fielen wiederum sehr positiv aus und das finanzielle Ergebnis übertraf ebenfalls die Erwartungen.

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Verwaltung

Das Berichtsjahr war geprägt durch die A n strengungen, die Umsetzung von Vision und Leitbild einzuleiten und voranzutreiben. Die Verwaltungsbereiche waren herausgefordert, die finanziellen, organisatorischen, personellen, technischen und räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, um das Wachstum der Universität in Lehre, Forschung, Weiterbildung und im Bereich Dienstleistungen zu ermöglichen und zu unterstützen. Zur Schaffung langfristig verlässlicher finanzieller Rahmenbedingungen wurden in den von der Universität gestaltbaren Bereichen die Grundsätze und Regeln überarbeitet. Einerseits wurde die Gebührenordnung grundlegend systematisiert und die einzelnen Gebühren wurden aktualisiert. Andererseits wurde die Verrechnung gewichtiger Dienstleistungen der Verwaltung für die Institute neu geregelt.

Die Helvetia Patria wird voraussichtlich bis 2003 ein Gebäude («Erweiterung Nord» auf diesem Plan) erstellen, das die HSG als Institutsgebäude nützen

Organisatorisch und personell wurde mit der Schaffung des Internationalen Austauschdienstes unter der Leitung von Anjana Bhagwati den schnell wachsenden internationalen Aktivitäten der Universität Rechnung getragen. Das Studiensekretariat wurde im Zuge der gestiegenen Studierendenzahl in der Person von Heinz Hofstetter verstärkt. Weiter wurde die Schaffung eines Personaldienstes vorbereitet mit dem Ziel, die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den 335 Stellen (Vollzeitäquivalente) der Lehre und der Verwaltung professioneller zu betreuen und die Institute in Personalanliegen wirksamer zu unterstützen. Schliesslich wurden in allen Verwaltungsbereichen

wird.

Pensionierungen und Austritte konsequent genutzt, um durch Stellenneugestaltung die Dienstleistungsqualität zu steigern und Ressourcen zu konzentrieren. Insgesamt standen in der Verwaltung 12 Austritten 16 Neuanstellungen gegenüber. Im Bereich der Informatik-Leitungsorganisation erfolgte im Berichtsjahr eine Straffung der Strukturen. Neben dem konsultativen Informatikbeirat wurde auch die Informatikkommission aufgelöst, deren Aufgaben nun vom Verwaltungsdirektor und dem Leiter des Informatikbereichs bzw. dem Leitungsgremium Informatik wahrgenommen werden. In technischer Hinsicht wurde der eingeschlagene Weg einer massvollen Erneuerung fortgesetzt, um weitere Effizienzsteigerungen und Qualitätsfortschritte zu erzielen. Die Audio- und Videoinfrastruktur wurde den gestiegenen Anforderungen der Lehre angepasst. Im Informatikbereich erfolgte im Frühjahr 1999 die Inbetriebnahme einer schnelleren Anbindung zu SWITCH mit einer momentanen Bandbreite von 34 Mbps, welche dem schnell wachsenden Datenverkehr über Internet Rechnung trägt. Auch HSG-intern wurde der Netzausbau in diversen Liegenschaften forciert, wovon sowohl die Antwortzeiten als auch die Stabilität des Netzes profitieren. Einen Leistungsschub erfuhren die in den PC-Labors installierten Rechner, welche nach vier Jahren ersetzt wurden. Mit der Einführung eines Remote Control Programms kann die Hotline des Informatikbereichs den Hilfesuchenden einen besseren Support bieten. Breiten Raum nahm im vergangenen Jahr das Thema Security ein, wobei in Zusammenarbeit mit einem externen Partner insbesondere die Netzwerksicherheit erhöht wurde. Das wichtigste Projekt für die Bibliothek war die Migration auf das neue Bibliothekssystem ALEPH 500. Termingerecht wurde der produktive Betrieb zu Beginn des Wintersemesters aufgenommen. Gleichzeitig wurden auch neue, in Zusammenarbeit mit den deutschschweizer Universitätsbibliotheken erarbeitete Katalogisierungsregeln eingeführt. Ferner schufen die erwähnten Bibliotheken neu einen gemeinsamen Benutzerausweis. Mit EDIS (Elektronische Dissertationen) wurde in Zusammenarbeit mit dem Informatikbereich die Plattform für das elektronische Publizieren von HSG-Dissertationen entwickelt. Das Angebot an elektronischen

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Verwaltung

Volltextdatenbanken wurde mit EMERALD, das den Zugang zu den Zeitschriften des Verlags MCB University Press öffnet, beträchtlich erweitert. Ausserdem wurde auch der Zugang zu den Datenbanken Dissertation Abstracts, GartnerGroup Interactive und Swisslex ermöglicht. Der Bibliotheksverbund wurde um die St. Galler Freihandbibliothek erweitert. Die Katalogisierung der Hayek-Bibliothek wurde von der HSG-Bibliothek im Auftrag des ISC zum grossen Teil fertiggestellt. Vom EUR-HSG übernahm die Bibliothek die Funktion des EUDokumentationszentrums. Die räumlichen Ressourcen für Lehre und Forschung sind gegenwärtig komplett ausgelastet. In einem universitätsweiten, alle Institute und Verwaltungsbereiche umfassenden Projekt wurden die Raumbedürfnisse geklärt und konkrete Lösungsansätze erarbeitet. In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Helvetia Patria Versicherung wird in unmittelbarer Nachbarschaft zur Universität ein neues Institutsgebäude angestrebt. Es soll langfristig durch die Universität gemietet werden und Raum für mehrere Hundert Forschungsarbeitsplätze bieten. Kurzfristig können die Raumprobleme der Institute durch die Anmietung einer neuen Liegenschaft an der Rosenbergstrasse entschärft werden. Für die Lehre müssen im Rahmen der anstehenden Sanierung, Verdichtung und Erweiterung des A-Gebäudes die erforderlichen zusätzlichen Seminar- und Gruppenräume geschaffen werden. In einem ersten Schritt können durch die Umsiedlung der Ingenieurschule St. Gallen vom A-Gebäude in die Waldau die dringend benötigten Räumlichkeiten bereitgestellt werden.

Stellenplan Lehre (Vollzeitäquivalenzen/Jahr) Professuren Betriebswirtschaftliche Abteilung

34

Volkswirtschaftliche Abteilung

16

Rechtswissenschaftliche Abteilung

15

Kulturwissenschaftliche Abteilung Total Professuren

6 71

Vollamtliche Dozenturen Betriebswirtschaftliche Abteilung

19

Volkswirtschaftliche Abteilung

8

Rechtswissenschaftliche Abteilung

1

Kulturwissenschaftliche Abteilung Total Vollamtliche Dozenturen

5 33

Assistenzen Assistent(inn)en mit Lizentiat

116

Total Stellen Lehre

220

Stellenplan Verwaltung (Vollzeitäquivalenzen/ Jahr) Dienste

19

Informatikbereich

24

Bibliothek

24

Zentrale Verwaltung

28

Sekretariate Lehre

11

Universitätssport WBZ-HSG Total Stellen Verwaltung

4 5 115

Auch die Aktivitäten auf der Weiterbildungsstufe wurden intensiviert. In der Folge entwickelte sich das WBZ-HSG sehr erfreulich und konnte dank höherer Auslastung und Kostensenkungen erstmals in der fünfjährigen Geschichte ein fast ausgeglichenes finanzielles Resultat präsentieren. Die Attraktivität der WBZ-Gastronomie nahm im Berichtsjahr deutlich zu. Das WBZ verzeichnete 10% mehr VIP-Anlässe mit Abendessen von externen Unternehmen. Im Archiv der Universität St. Gallen, das vom Staatsarchiv des Kantons St. Gallen betreut wird, wurden die von der Verwaltungsdirektion und vom Zentralen Sekretariat abgelieferten Akten erschlossen.

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Veranstaltungen

um die Entwicklung des Europäischen Kartellrechts in Gesetzgebung, Rechtsanwendung, Wissenschaft und Lehre», Professor Dr. Paul De Grauwe für seine «Verdienste um die Entwicklung der monetären ökonomischen Theorie und ihre praktische Anwendung im Rahmen der Geldpolitik» geehrt. Mit der Ernennung von Professor Dr. Lluis M . Pugés (Barcelona) zum Ehrensenator würdigt die Universität St. Gallen «seine besonderen Verdienste bei der Gründung und Entwicklung der Community of European Management Schools (CEMS), welche die Internationalisierung der HSG nachhaltig beeinflusst.» Internationalisierung gewürdigt

Alter und neuer Rektor zusammen mit den neuen

Dies academicus 1999

Ehrendoktoren und dem Ehrensenator (v.l.n.r): Prof. Dr. Lluis M. Pugés (Ehrensenator), Prof. Dr. Georges Fischer (scheidender Rektor), Wolfgang Schürer (Dr. oec. h.c), Prof. Dr. Peter Gomez (neuer Rektor), Prof. Dr. Paul de Grauwe (Dr. oec. h.c.) und Dr. Helmuth Schröter (Dr.iur. h.c).

Ganz im Zeichen des Rektoratswechsels stand der Dies academicus 1999 der Universität St. Gallen: Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling, Präsident des Universitätsrates, würdigte die Verdienste des scheidenden Rektors, Professor Dr. Georges Fischer. Der neue Rektor, Professor Dr. Peter Gomez, sprach in seiner Festrede zum Thema «Kopf, Herz und Hand». Ehrendoktorate wurden an an Wolfgang Schürer ( S t .Gallen),Dr. Helmuth Schröter (Brüssel) und Professor Dr. Paul De Grauwe (Leuwen) verliehen. Zum Ehrensenator der HSG ernannt wurde Professor Dr. Lluis M . Pugés (Barcelona). Im Beisein zahlreicher Gäste aus dem In- und Ausland sowie von Behördemitgliedern aus Bund, Kanton und Stadt St. Gallen sowie aus dem diesjährigen Gastbezirk Obertoggenburg verlieh die Universität St. Gallen drei Ehrendoktorate und einmal den Titel eines Ehrensenators sowie die traditionellen Auszeichnungen für besondere Leistungen von Studierenden und Absolvent(inn)en.

«Der Rückblick zeigt, dass Rektor Fischer die Universität in einer schwierigen Zeit geleitet hat und dass es ihm dabei gelungen ist, die Position der HSG im nationalen und internationalen Umfeld zu festigen und zu verstärken»: Dieses Fazit, verbunden mit dem Dank von Universitätsrat und Regierung, zog Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling bei der Würdigung der Verdienste des abtretenden Rektors, Professor Dr. Georges Fischer. Er erinnerte an wichtige Marksteine der sechsjährigen Amtszeit Fischers: die Neupositionierung in einem veränderten tertiären Umfeld, äusserlich verbunden mit der Umbenennung von «Hochschule» in «Universität» und mit der Inbetriebnahme des Weiterbildungszentrums Holzweid, und die verstärkte Internationalisierung des Lehrkörpers und der Ausbau der internationalen Kooperationen: «Erfreulicherweise konnte damit auch der im Rahmen des europäischen Alleingangs unseres Landes befürchteten Tendenz zur Abschottung entgegengetreten werden», hielt der Erziehungschef fest.

Als weitere Punkte nannte Stöckling die Revision des Universitätsgesetzes, die Intensivierung der Forschungstätigkeit, den Ausbau der Nachdiplomstudiengänge und die Tatsache, dass die Universitätsleitung auf die Sparmassnahmen der öffentlichen Hand nicht mit Resignation Wolfgang Schürer wurde mit dem Ehrendoktorat für «seine Verdienste um die Entwicklung reagiert habe, sondern durch eigene Anstrenneuer Lehr- und Lernformen zur Förderung des gungen private Institutionen motiviert habe, Unternehmertums und der Sozialkompetenz Einrichtungen an der Universität zu finanzieunserer Studierenden» ausgezeichnet. Das von ren. Schliesslich erinnerte er auch daran, dass ihm gegründete und langjährig geleitete Interdie Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen national Students Committee (ISC) ist Vorbild der HSG im Jahr 1998 einen besonderen Höhefür viele erfolgreiche studentische Initiativen. punkt im nun auslaufenden Rektorat bedeutet Dr. Helmuth Schröter wurde für «seine Verdienste hätten.

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Veranstaltungen

Georges Fischer seinerseits orientierte sich in einem kurzen Rückblick auf seine Rektoratszeit an denselben «Meilensteinen», die alle darauf ausgerichtet seien, «die internationale Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit der HSG sowie ihre Attraktivität auch für fremdsprachige Studierende zu stärken». Er meine sagen zu dürfen, «dass es dem scheidenden Rektorat gelungen ist, das Schiff HSG nicht nur auf Kurs gehalten, sondern die Segel noch dichter gesetzt und hart am Wind - trotz rauher See zielgerichtet an der Schwelle des neuen Jahrtausends hingesteuert zu haben». So übergebe er die HSG - verbunden mit Dankesworten an politische Behörden, Universitätsrat, Senat, Rektorat, Universitätsverwaltung und Studentenschaft - «gut gerüstet dem neuen Rektorat». «Kopf, H e r z und Hand»

Der neue Rektor der Universität, Professor Dr. Peter Gomez, übersetzte das Thema seiner Festrede «Kopf, Herz und Hand» in die Sprache der heutigen, von Komplexität und Paradoxie charakterisierten Zeit mit «Ganzheitlich denken - als Persönlichkeit überzeugen - Unternehmerisch handeln». Für die Universität und ihre künftige Ausrichtung bedeute ganzheitlich denken, in Lehre und Forschung «übergreifende Themen und Probleme von Gesellschaft, Unternehmens- und Rechtspraxis in den Mittelpunkt zu stellen und den Scheinwerfer der Spezialdisziplinen darauf zu bündeln. Ethische Fragen sollten von Forschung und Lehre prominent behandelt werden, die Berücksichtigung legitimer Interessen der Anspruchsgruppen soll sich wie ein roter Faden durch deren Inhalte ziehen.» Ganzheitlich denken allein reiche aber nicht aus, um in der heutigen und zukünftigen Welt bestehen zu können: Neben dem Kopf sei das Herz gefordert, Integrität und überzeugende Persönlichkeit ergänzten die intellektuelle Leistung. Diese Sozialkompetenz oder emotionale Intelligenz gelte es auf allen Stufen der Ausbildung zu fördern: Die Studierenden sollen sich selbst erleben lernen. Ganzheitliches Denken und das Überzeugen als Persönlichkeit müssten schliesslich untrennbar verbunden sein mit dem unternehmerischen Handeln, was bedeute, etwas zu bewegen und zwar zum Wohl verschiedenster Anspruchsgruppen. Für die HSG bedeute dies, dass die Studierenden von Anfang an konsequent in unternehmerische

Aktivitäten einbezogen werden. Ganz entscheidend sei die Mitarbeit in studentischen Initiativen, die in Zukunft als studentische Leistung mit "Credits" in der Ausbildung angerechnet werden müsse. Kopf, Herz und Hand - vernetzt denken, persönlich überzeugen und unternehmerisch handeln - dies sei eine untrennbare Voraussetzung für das Bestehen in einer komplexen und paradoxen Welt. Obwohl die Universität St. Gallen anderen Ausbildungsstätten in vieler Hinsicht voraus sei, bleibe auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Ausbildung noch viel zu tun. Die eingeleitete Neukonzeption des Studiums solle die genannten Anliegen in den nächsten Jahren umsetzen. Studentenschaftspräsident Pascal Koller sprach an der von den Chören der Universitäten Padua und St. Gallen (Festakt) sowie von der Musikgesellschaft «Harmonie», Ebnat-Kappel (Apéro) musikalisch umrahmten Feier zum Thema «Education is EduAction - ein Erfolgsmodell für die HSG?» Auch er bezog sich auf die geplante Neukonzeption des Studiums: So gelte es einerseits, jene Anreize zu definieren, welche die Mitarbeit der Studierenden fördern, ja geradezu unabdingbar machen. Andererseits müssten auch Formen gefunden werden, mit denen die neuen Lernprozesse unterstützt werden können.

Promotionsfeier H e r b s t 1999

67 Doktor(inn)en und 263 Diplomand(inn)en erhielten am Montag, 18. Oktober 1999, an der Promotionsfeier der Universität St. Gallen ihre Urkunden. Rektor Professor Dr. Peter Gomez sprach in seiner Promotionsrede zum Thema «Abschied von der Loyalität?». Er fragte die Absolvent(inn)en zu Beginn seiner Ansprache, wie oft sie wohl in den ersten zehn Jahren nach ihrem Abschluss die Stelle wechseln würden. «Job Hopping» gelte heute als Nachweis eigener Dynamik und Flexibilität, welchen Platz hat da noch die Loyalität zum Arbeitgeber? Ausgehend von einer Begriffsdefinition («Achtung vor den Interessen anderer, Vertragstreue», aber auch «Anständigkeit und Redlichkeit») ging er auf verschiedene Arten von Loyalität ein und zeigte an aktuellen Beispielen neue Formen auf: Die Loyalität zu einer Berufsgruppe oder gegenüber sich selber als «Professional»: «So verstehe sich mancher Investmentbanker der «Champions League» seines Berufsstandes zugehörig, und es spielt

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ihm keine Rolle, ob er bei der Credit Suisse oder bei Goldman Sachs arbeitet.» Zwar scheine es, dass im Zeitalter eines ausgeprägten Shareholder Value-Denkens Loyalität nicht mehr gefragt sei. Für Unternehmen sind Mitarbeiter oft «Manövriermasse», diese wiederum setzen sich ab, sobald sie etwas Attraktiveres in Aussicht haben. Es gebe aber auch ermutigende Entwicklungen, hielt Professor Gomez vor den HSG-Abgängerinnen und -Abgängern fest. Verschiedenste Untersuchungen bewiesen, dass diejenigen Unternehmen den höchsten Shareholder Value erzielen, die sich nicht nur am Aktionär, sondern an allen Anspruchsgruppen, und besonders an den Mitarbeitern, orientieren. »Natürlich könne heute keine Garantie mehr für eine lebenslange Anstellung mehr abgegeben werden, aber: Die erfolgreichsten Unternehmen demonstrieren ihre Loyalität durch eine konsequente Förderung ihrer Mitarbeiter. Dann seien diese auch bereit, selber Risiken einzugehen, und dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für Innovation und Weiterentwicklung des Unternehmens.

Höhe- und Schlusspunkt des Studiums an der Universität: die Entgegennahme der Urkunde aus den Händen des Rektors.

zu ziehen und die Firma zu wechseln. Der Rektor, der die Absolvent(inn)en als loyale Alumni auch in Zukunft mit der Universität verbunden sieht, gab abschliessend zu bedenken, dass häufiger Stellenwechsel nicht nur ein Zeichen von Dynamik sei, sondern auch dafür, dass man eigentlich nie richtig beweisen müsse, dass man eine Aufgabe auch wirklich zu Ende führen könne.

Promotionsfeier Frühjahr 2000

61 Doktor(inn)en und 248 Diplomand(inn)en erhielten am Montag, 10. April 2000, an der Promotionsfeier der Universität St. Gallen ihre Urkunden. Rektor Professor Dr. Peter Gomez sprach in seiner Promotionsrede zum Thema «Beruf: Berufung?»» Er stellte einleitend die Frage an die Absolventen und Absolventinnen, was sie mit zehn Jahren werden wollten, etwa Lokomotivführer oder Krankenschwester, und was sie in ihrer Jugend am liebsten gemacht hätten; dann eine knappe Dekade später, ob ihr Studium die konsequente Weiterführung ihrer Vorlieben gewesen sei und wenn nicht, Die Loyalität des Mitarbeiters - der in A n warum sich die Richtung geändert hätte; und lehnung an Kennedy nicht nur fragen solle, wieder einige Jahre später, welchen Beruf sie was das Unternehmen für ihn tue, sondern was nun nach dem erfolgreichen Abschluss ihres er für sein Unternehmen tun könne - bedeute Studiums ergreifen würden, und ob ihr künftiVerantwortung zu suchen, zu antizipieren, ger Beruf einer sei, den man nach einem HSGeigene Ideen zu entwickeln, VerbesserungsvorStudium üblicherweise anstrebe oder wörtlich: schläge einzubringen, lernen zu wollen und «Ist er - als Umsetzung Ihres Jugendtraums sich als Teammitglieder zu verstehen. Diese Berufung?». Von drei, aus dem realen Leben Loyalität habe aber dort ihre Grenzen, wo sich gegriffenen Beispielen, die er nannte, sei hier Geben und Nehmen nicht mehr entsprächen. eines wörtlich erwähnt: «Eine junge Frau mit Bleibe die Gegenleistung des Unternehmens hervorragenden schulischen Leistungen im aus, so sei es durchaus nicht illoyal, die Konsequenzen naturwissenschaftlichen Bereich und mit verschiedenen Ärzten in ihrer Verwandtschaft wird Neurologin. Sie wird von den Patienten wie ihrem Umfeld am Spital gleichermassen hoch geschätzt. Mit 40 Jahren verlässt sie abrupt ihren Job und gründet eine eigene Schule für künftige Kinderschwestern - und ist überglücklich, endlich ein eigenes Unternehmen zu führen, andere Leute coachen und soziale Kontakte aufbauen zu können.» Diese Frau habe zu ihrem eigenen Bedauern allerdings erst recht spät, ihre Berufung zum Beruf gemacht. Obwohl sie in ihrem ursprünglich ergriffenen Beruf Erfolg und Anerkennung gehabt habe, habe sie sich doch zu etwas anderem berufen gefühlt. Dieses Beispiel illustriere, wie wichtig es bei der Berufswahl sei, die tief verwurzelten

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Veranstaltungen

Lebensinteressen zu berücksichtigen. Diese würden sich meist schon in der Jugend bemerkbar machen, aber oft verschüttet werden, sei es, dass man sich vom Rat anderer beeinflussen lasse, oder auch einfach deswegen, weil man den Weg des geringsten Widerstandes wähle. Wie aber lasse sich herausfinden, ob sich der künftige Beruf und die tief verwurzelten Lebensinteressen decken? Dabei berief er sich auf eine Studie, die im letzten Herbst in der Harvard Business Review von Timothy Butler und James Waldroop unter dem Titel «Jop Sculpting» veröffentlicht wurde, auf deutsch übersetzt «...wenn Berufung zum Beruf wird». Die Autoren unterscheiden darin acht verschiedene Arten von Lebensinteressen von Menschen, die in der Wirtschaft im weitesten Sinne tätig sind. Zwei Beispiele der acht, die Professor Gomez vortrug, seien hier aufgegriffen: «Der Organisator»: Sein Selbstverständnis sei das eines Managers, Prozesseigners oder gar Machers. Am liebsten führe er eine eigenständige Einheit, sei es ein Profitcenter oder eine ganze Unternehmung. «Der Kommunikator»: Er versuche, andere durch Sprache und Ideen zu beeinflussen. Er wolle überzeugen und sei ein ausgezeichneter Verhandler. Die Kombination von Organisator und Kommunikator zeichne den General Manager aus. Wie immer im Leben, würden diese Überlegungen keinen Königsweg aufzeigen. Erfolg und persönliches Glück müsse erarbeitet und erkämpft werden. Vielleicht gebe es aber eine Abkürzung, und der Schlüssel liege in den Erinnerungen an den Interessen der Kindheit und Jugend. Auf jeden Fall lohne es sich, darüber nachzudenken!

W a l t e r A d o l f Jöhr-Vorlesung

Die Walter Adolf Jöhr-Vorlesung 1999 an der Universität St. Gallen hielt am Freitag, 4. Juni 1999, Professor Dr. Drs. h.c. Herbert Giersch (Kiel) zum Thema «Marktökonomik für die offene Gesellschaft». Die Walter Adolf JöhrVorlesungen finden seit 1988 zu Ehren von Professor Dr. Walter Adolf Jöhr (1910-1987), der fünfzig Jahre lang an der HSG wirkte, statt.

Latsis-Preis und Lateinamerika-Preis

Am Dies academicus wurde der Latsis-Preis 1999 für hervorragende wissenschaftliche

Für die musikalische Umrah-

Arbeiten an Professor Dr. Johannes RüeggStürm verliehen. Den erstmals vergebenen Lateinamerika-Preis erhielt Professor Dr. Gustav Siebenmann. Ausgezeichnet werden von der «Fondation Latsis internationale» jeweils hervorragende wissenschaftliche Arbeiten verschiedener Hochschulen der Schweiz. An der HSG wird der Preis seit 1983 verliehen. Die Fondation Latsis Internationale, Genf, verleiht jährlich an ausgewählten Universitäten der Schweiz einen grosszügigen Preis mit dem Zweck, junge Forscherinnen und Forscher zu fördern. Der Preis von 25'000 Franken, der an der HSG seit 1983 vergeben wird, ging an Professor Dr. Johannes Rüegg-Stürm, Assistenzprofessor für Betriebswirtschaftslehre, für seine Habilitationsschrift: «Die Erfindung von Organisation - vom Mythos der Machbarkeit in Unternehmenstransformationen - eine theoretische und empirische Erkundung». Der Stiftungsrat würdigt damit die ausserordentliche Qualität seiner wissenschaftlichen Arbeiten, und insbesondere seine Habilitationsschrift, die höchsten wissenschaftlichen Anforderungen entspricht und Theorie und Praxis wichtige Impulse vermittelt. Erstmals verliehen wurde der mit 5000 Franken dotierte Lateinamerika-Preis, den der Beirat des Fonds zur Förderung der Lateinamerikaforschung Professor em. Dr. Gustav Siebenmann, früher HSG-Ordinarius für Spanische und Portugiesische Sprache und Literatur, zusprach. Er erhielt ihn für sein 1997 erschienenes Buch:

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mung der Promotionsfeiern sorgen jeweils Studierende hier der Unichor unter Leitung von Richard Kronig.

Veranstaltungen

Ökonomen abschloss. 1973 promovierte er zum Dr.rer.oec. an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1973 bis 1981 war er wissenschaftlicher Assistent in Duisburg, wo er sich 1979 habilitierte. 1981 übernahm er eine Professur in Kaiserslautern, und 1983 wurde er

zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung, an der Universität des Saarlandes, ernannt. Seit 1992 leitet er das Institut für Wirtschaftsprüfung an derselben Universität.

Prof. Dr. Karlheinz Küting, Saarbrücken, (links) erhielt den Dr. Kausch-Preis 1999 aus den Händen von Jurypräsident Professor Dr. Carl Helbling.

«Poesía y poéticas del siglo X X en la América Hispana y el Brasil». Gewürdigt wird damit die wissenschaftliche Originalität einer erstmals vorliegenden Gesamtschau der lateinamerikanischen Dichtung des 20. Jahrhunderts und ihrer Theorien.

Dr. Kausch-Preis 1999 an Karlheinz Küting

«Für seine Verdienste um die Verbesserung der Rechnungslegung, besonders der Konzernrechnungslegung und die Kommentierung des Bilanzrechtes« erhielt am Dienstag, 11. Januar 2000, Professor Dr. Karlheinz Küting, Saarbrücken, den Dr. Kausch-Preis 1999 an der Universität St. Gallen. Zweck des mit 75'000 Franken dotierten Preises ist die Förderung der Forschung und Praxis auf dem Gebiet des finanziellen und betrieblichen Rechnungswesens der Unternehmungen. «Karlheinz Küting hat sich grosse Verdienste um die sachgemässe Einführung der Bilanzreform in Deutschland und Umsetzung der EU-Richtlinien erworben», erklärte Professor Dr. Carl Helbling, Präsident der Jury und des Kuratoriums, in seiner Laudatio. Karlheinz Küting, 1944 geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann, bevor er die Höhere Wirtschaftsfachschule in Dortmund und anschliessend das Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bochum 1970 mit dem Titel eines Diplom-

42 Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Karlheinz Kütings wissenschaftliches Werk umfasst gegen 400 Publikationen, davon 33 selbständige Titel, in denen er sich insbesondere mit folgenden Themen befasst: Konzernrechnungslegung, Einzelabschluss, Bilanz- und Erfolgsanalyse, Internationale Rechnungslegung, Bilanzreform und Bilanzpolitik. Hervorzuheben sind insbesondere die umfangreichen Werke «Handbuch der Rechnungslegung» und das «Handbuch der Konzernrechnungslegung» (beide gemeinsam mit Claus-Peter Weber), die in kurzer Zeit zu Standardwerken in Deutschland geworden sind.

Institute und Forschungsstellen

ACA Institut für Accounting, C o n t r o l l i n g und Auditing

Um sich den heutigen Bedürfnissen und der internationalen Entwicklung besser anzupassen, wurde das Institut neu mit dem Kompetenzbereich Auditing im erweiterten Sinne (Assurance Services, Interne Revision, etc.) ergänzt. Die drei Kernfähigkeiten tragen alle zum guten Corporate Governance bei, ein für das Institut viertes Kompetenzfeld. Zur Begegnung der immer umfangreicheren Bedrohung wird zudem der Aufbau des Bereichs Wirtschaftskriminalität ins Auge gefasst. Im Bereich Lehre wurden bereits wesentliche Vorarbeiten für einen international orientierten Master of Accounting and Finance geleistet, der die bisherigen Vertiefungsgebiete Finanzen, Rechnungslegung und Controlling sowie Wirtschaftsprüfung und -beratung in der neuen Struktur der Universitätslehre ablösen wird. Neben anderen Forschungen innerhalb der Kerntätigkeiten wirkte das ACA im Projekt des Institute of Internal Auditors über Wirtschaftskriminalität massgeblich mit. Von den verfassten Publikationen erhielt vor allem die CD-Rom Finanzpraxis sehr grosse Beachtung, da sie wertvolle professionelle Analyse-Tools und Entscheidungshilfen enthält. Diese Arbeit schlägt auch eine Brücke zur Finanzpraxis und -lehre. Im übrigen will das Institut seine eigene Forschungstätigkeit verstärken. Ein weiteres Ziel des ACA ist, die bisherigen Dienstleistungen für den externen Markt zu erweitern. Mit starken Beziehungen national und international zur Accounting und Auditing Praxis veranstaltete das ACA diverse Seminare zu aktuellen Fachthemen und unterstützte die TreuhandKammer sowie den Schweizerischen Verband für Interne Revision u.a. bei ihrer Strategieausarbeitung. Zudem führte das Institut erneut die in der Schweiz einzige international mögliche Fachprüfung in der Internen Revision durch (Certified Internal Auditor).

EUR Institut für Europarecht, W i r t s c h a f t s r e c h t und Rechtsvergleichung

Das Institut für Europarecht, Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung hat im Jahre 1999 wichtige personelle Veränderungen zu vermelden. Bundesrichter Fürsprecher Franz Nyffeler wurde am 1. Juni 1999 zum Präsidenten des Geschäftsleitenden Ausschusses gewählt. Am gleichen Tag wurde Professor Dr. Peter Nobel, Extraordinarius für Privat-, Handels- und Wirtschaftsrecht, zum neuen Direktor des Instituts gewählt. 1999 war ein erfolgreiches Jahr. Zur Forschungstätigkeit sei auf das umfangreiche Publikationsverzeichnis hingewiesen. Des weiteren hielten die Direktoren zahlreiche Vorträge an Fachtagungen und Seminaren. Professor Dr. Carl Baudenbacher war Visiting Professor an der University of Texas School of Law und an der University of Iceland School of Law. Das Institut hat zahlreiche Weiterbildungsveranstaltungen und Fachtagungen durchgeführt; das Internationale Haftungsrechtsforum unter der Leitung von Professor Dr. Carl Baudenbacher und Professor Dr. Vito Roberto, das Sechste St. Galler Internationale Kartellrechtsforum unter der Leitung von Professor Dr. Carl Baudenbacher, die Tagung Internationales Gesellschaftsrecht unter der Leitung von Professor Dr. Peter Nobel, das Dritte St. Galler Internationale Immaterialgüterrechtsforum unter der Leitung von Professor Dr. Carl Baudenbacher und Fürsprecher Dr. Jürg Simon sowie die Tagung Aktuelle Rechtsprobleme des Finanz- und Börsenplatzes Schweiz unter der Leitung von Professor Dr. Peter Nobel.

Institut für Europarecht (EUR-HSG) Dufourstrasse 59 9000 St. Gallen Telefon 071 224 26 16 Telefax 071 224 26 11 Internet www.eur.unisg.ch

Institut für Accounting, Controlling und Auditing (ACA-HSG) Bahnhofstrasse 8 9000 St. Gallen Telefon 071 223 71 23 Telefax 071 223 71 01 Internet www.aca.unisg.ch

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

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Institute und Forschungsstellen

FAA Forschungsinstitut für A r b e i t und A r b e i t s r e c h t

Auf den 30. September 2000 wird Professor Dr. Hans Schmid als geschäftsführender Direktor und Leiter der Abteilung Arbeitsmarktökonomische Forschung zurücktreten. Der Geschäftsleitende Ausschuss beschloss, dem Senat zuhanden des Universitätsrates mit Wirkung ab 1. Oktober 2000 eine dreiköpfige Direktion vorzuschlagen. Professor Dr. Thomas Geiser wird neuer Vorsitzender der Direktion und geschäftsführender Direktor. Er betreut den Bereich Arbeitsrecht. Professor Dr. Emil Walter-Busch wird zum Direktor des Bereichs Sozialwissenschaftliche Forschung. Dr. Fred Henneberger wird Direktor des Bereichs Arbeitsmarktökonomische Forschung. Er versieht Lehraufträge an den Universitäten Konstanz und St. Gallen. In der Abteilung Arbeitsmarktökonomische Forschung standen die Arbeitsmarkteffekte von Auslanddirektinvestitionen einheimischer Dienstleistungsunternehmen, die Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt, Arbeitszeitfragen, Leistungslöhne, die Flexibilisierung der Arbeit, die Arbeitszufriedenheit in international vergleichender Sicht, die Arbeitsmarktsegmentation und die Arbeitslosigkeit als Forschungsgegenstände im Vordergrund. Die Abteilung Sozialwissenschaftliche Forschung untersuchte die sozialpolitischen Auswirkungen einer teilweisen Kantonalisierung von Bundessubventionen an private Organisationen der Alters- und Behindertenhilfe. Zur arbeitsrechtlichen Forschung gehörten Untersuchungen über die Abgrenzung der Gratifikation von Lohnbestandteilen sowie die Abgrenzung eines Arbeitsvertrages von einem Auftrag und einem Gesellschaftsvertrag.

FAH Forschungsinstitut für Absatz und Handel

Das Forschungsinstitut für Absatz und Handel ist auf Wachstumskurs, es wird geleitet von den Professoren Dr. Christian Belz, Dr. Torsten Tomczak und Dr. Thomas Rudolph und umfasst heute rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Kompetenzzentrum Industriemarketing (Leiter Dr. Christoph Senn) gewichtete Projekte des Global Account Management und der internationalen Preisharmonisierung. Anfang 2000 entstand zudem das neue Kompetenzzentrum Nanomarketing (Leitung Dr. Michael Reinhold). Das Kompetenzzentrum Internationales Handelsmanagement (Leiter Professor Dr. Thomas Rudolph) wird durch den gestifteten Gottlieb Duttweiler Lehrstuhl massgeblich verstärkt. Das Kompetenzzentrum Distribution und Kooperation (Leiter Dr. Marcus Schögel) befasst sich besonders mit E-Business aus dem Blickwinkel der Kunden und des Marketing. Das Kompetenzzentrum Marketingplanung und -controlling (Leiter Dr. Sven Reinecke) befasst sich mit den grundsätzlichen Marketingaufgaben von Unternehmen: Kundenakquisition und Kundenbindung, Leistungsinnovation und Leistungspflege. Lanciert wurde zudem das Forschungsfeld zur Markenführung (Leitung Dr. Joachim Kernstock). Im Bereich der Weiterbildung für Führungskräfte (Leiter Dr. Marcus Schögel) sind die Seminare für System Marketing, Verkaufsmanagement, Beschaffungsmanagement und Kommunikationsmanagement erfolgreich. Neu eingeführt wurde das erste Seminar für Electronic Commerce. Wichtig für das Institut ist der Verlag Thexis (kaufmännische Leiterin des Instituts ist Nadja Barthel). Im Berichtsjahr wurden Themenhefte wie Innovationsmanagement im Handel, Kundenakquisition usw. veröffentlicht.

Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitsrecht (FAA-HSG) Guisanstrasse 92 9010 St. Gallen

Forschungsinstitut für Absatz und Handel (FAH-HSG)

Telefon 071 224 28 00

Bodanstrasse 6

Telefax 071 224 28 07

9000 St. Gallen

Internet www.faa.unisg.ch

Telefon 071 224 28 20 Telefax 071 224 28 57 Internet www.fah.unisg.ch

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Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Institute und Forschungsstellen

FEW Forschungsinstitut für Empirische Ö k o n o m i e und Wirtschaftspolitik

Im Berichtsjahr galten die Hauptaktivitäten des FEW der Bearbeitung von Projekten der Grundlagenforschung auf den Gebieten der ökonomischen Methodenlehre, der angewandten Makroökonomie sowie der Infrastruktur-, der Deregulierungs- und der Industrieökonomik. Dementsprechend sind im Berichtsjahr zahlreiche Publikationen von Institutsangehörigen zu diesen Themen erschienen. Im Zentrum der FEW-Forschungsarbeiten stand 1999 die Entwicklung eines Simulationsmodells zur Abbildung der schweizerischen Volkswirtschaft, das sich sowohl für eine integrative makroökonomische Ausbildung der Studenten und Weiterbildungsabsolventen als auch für ökonomische Folgewirkungsanalysen anhand von Politiksimulationen eignet. Daneben hat das Institut im Rahmen eines zweiten Grossprojekts im Auftrag des Bundesamtes für Statistik die ökonomische Bedeutung der K M U für die Volkswirtschaft Schweiz anhand der drei letzten Betriebszählungen analysiert.

FGN Forschungsgemeinschaft für Nationalökonomie

Wie in jedem Jahr, so hat die F G N auch im Berichtszeitraum zum zwölften Mal die Walter Adolf Jöhr-Vorlesung ausgerichtet. Es sprach Professor Dr. Dres. h.c. Herbert Giersch (Kiel) zum Thema «Marktökonomik für die offene Gesellschaft». Im November 1999 tagten der Vorstand und die Fördergesellschaft der FGN in St. Gallen. Mit dem Ende des Berichtsjahres trat infolge seiner Emeritierung Professor Dr. Dres. h.c. Rolf Dubs aus dem Vorstand zurück. Als seinen Nachfolger hat der Senat der Universität Professor Winfried Ruigrok, Ph.D., gewählt.

Ein dreitägiges institutsinternes Forschungsseminar in Scuol diente der theoretischen und methodischen Weiterausbildung der Mitarbeiter.

Professor Dr. Kurt Dopfer hat sich auch in diesem Jahr der Forschung in den Bereichen Evolutionsökonomie und institutionelle Ökonomie gewidmet. Seit 1.1.2000 ist Kurt Dopfer Vorsitzender des Ausschusses für Evolutorische Ökonomik im Verein für Socialpolitik und in dieser Eigenschaft Mitglied des geschäftsleitenden Ausschusses des Vereins für Socialpolitik. Professor Dr. Manfred Gärtner amtete im Berichtsjahr als Gutachter für mehrere internationale Zeitschriften und im Herausgebergremium des European Journal of Political Economy. Zentrale Forschungsthemen waren die Neue Politische MakroÖkonomik und die Volkswirtschaftlichen Lehrinhalte auf den Grundstufen europäischer Universitäten. Professor Dr. Norbert Reetz hat im Berichtsjahr über das Principal-AgentModell und die Neue Wachstumstheorie geforscht und zwei Lehrbücher überarbeitet. In der akademischen Selbstverwaltung hat er u.a. das Amt des Präsidenten der Studienkommission der HSG, die Geschäftsführung der FGN und die Vertretung der Volkswirtschaftlichen Abteilung in der Evaluations-, der Informatikund der Frauenkommission wahrgenommen.

Forschungsinstitut für

Forschungsgemeinschaft für

Während des letzten Jahres ist es dem Institut einmal mehr gelungen, einige hochkarätige wissenschaftliche Tagungen und Gastvorträge zu veranstalten. Besonders hervorgehoben seien der traditionelle Grossanlass mit SNBPräsident Dr. Hans Meyer zum Thema «Die Geldpolitik im neuen Jahr» sowie die erfolgreiche Beiratstagung zum Thema «Ansätze zu einer Ökonomie des Sports» (im Beisein von Herrn Bundesrat Adolf Ogi), deren substanziellen Ergebnisse auch dieses Jahr in einem vielbeachteten FEW-Sammelband festgehalten wurden.

Empirische Ökonomie und Wirtschaftspolitik (FEW-HSG)

Nationalökonomie (FGN-HSG)

Varnbüelstrasse 14

Dufourstrasse 48

9000 St. Gallen

9000 St. Gallen

Telefon 071 224 23 20

Telefon 071 224 23 00

Telefax 071 224 23 02

Telefax 071 224 26 46

Internet www.few.unisg.ch

Internet www.fgn.unisg.ch

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Institute und Forschungsstellen

FIM Forschungsstelle für Internationales Management

Ende Sommersemester stimmten der Senat und der Universitätsrat dem Aufbau des neuen Master of International Management (MIM) Programms zu. Dr. Rob Straw wurde zum Executive Director des MIM Programms ernannt. Die bisherige Vertiefungsrichtung Internationales Management (IMA) wird nicht weitergeführt. Am Lehrstuhl von Professor Dr. Li Choy Chong gab es im Berichtsjahr keine einschneidenden Änderungen. Die Studenten des Wahlblocks «Management in Asia» besuchten im April Bangalore in Indien. Das Asia Centre startete seine «Learning Organisation Matrix» mit einer Serie von Asia Management Seminaren. Das Asia Enterprise Studies Programme (AESP) wurde im Wintersemester ebenfalls initiiert. Die Forschungsprojekte aus früheren Jahren von Professor Dr. Winfried Ruigrok trugen im Berichtsjahr Früchte. Verschiedene internationale Publikationen mit den ersten Ergebnissen aus den Projekten wurden verfasst und auch an mehreren Konferenzen präsentiert. Darüber hinaus entwickelte Ruigrok zwei neue Projekte. Einerseits das Projekt «Die Entstehung der E-conomy und neue Organisations- und Strategieformen», das sich mit den Auswirkungen von neuen Medien und Kommunikationstechnologien auf die Organisation und Strategie von Unternehmen beschäftigt. Andererseits ein Projekt über «Comparative corporate governance in Europe», das sich auf das Thema und die Regulation von Corporate Governance für europäische Unternehmen konzentriert. Mit dem Konzept der Benchlearning Plattform wurden 1999 erste Schritte unternommen, die Verbreitung von Forschungsergebnissen nicht nur für akademische Partner, sondern auch für den privaten Sektor zu gewährleisten.

FWR Forschungsstelle für Wirtschaftsgeographie und Raumplanung

Das Berichtsjahr markierte für die FWR in zweifacher Hinsicht einen Vorstoss in neue Bereiche: inhaltlich durch die Verstärkung des Engagements in der Raumordnungspolitik, methodisch durch den Aufbau einer eigenen GIS-Kompetenz. Ausgelöst wurde dieser take off durch das Projekt «Spatial structure of economic growth potential in China», welches in Kooperation mit der ETH-2 und der Universität Beijing durchgeführt wird (Martin Boesch, Yongling Yao). Die personelle Kapazität der FWR wurde verstärkt: neu im Kern-Team sind Regula Mosberger, Corinne Müller, und Franziska Zellweger; Roland Brunschwiler verliess die FWR nach Abschluss seines Studiums. Im Forschungsbereich Stadtentwicklung stand das Thema «Alpenstadt» im Vordergrund, dies in Verbindung mit Studien zur «Neuorientierung der Regionalpolitik» (Martin Boesch, Susanne Schmid-Keller). Im Forschungsbereich Nachhaltige Entwicklung/Ländlicher Raum wurde das Projekt «Industrieareale als Umbaupotential» bearbeitet (Andrea Näf); die Studien zur Innovationswirkung von Entwicklernetzwerken (Beate Wilhelm), zur Freizeitpolitik im Agglomerationsraum (Erich Renner), zur Reform der Nutzungspolitik (Markus Binding) sowie zu den klimabedingten Anpassungsprozessen im Tourismus (Rolf Bürki) wurden erfolgreich abgeschlossen. Im Bereich Weiterbildung konnte der Kontakt zur ZHW-Fachhochschule Winterthur vertieft werden, indem Erich Renner dort eine «Forschungsstelle Wirtschaftsraum Zürich» als Kompetenzzentrum aufbaut. Die Gutachtertätigkeit von Martin Boesch war u.a. ausgerichtet auf die Schaffung grossräumiger ökologischer Ausgleichssysteme, städtische Verkehrsberuhigungsmassnahmen, nachhaltige betriebliche Mobilitätssysteme sowie die Auswirkungen der E-Markt-Öffnung.

Forschungsstelle für

Forschungsstelle für

Internationales Management (FIM-HSG)

Wirtschaftsgeographie und Raumplanung (FWR-HSG)

Bodanstrasse 6

Tigerbergstrasse 2, Postfach 67

9000 St. Gallen

9011 St. Gallen

Telefon 071 224 24 48

Telefon 071 224 25 82

Telefax 071 224 24 47

Telefax 071 224 27 22

Internet www.fim.unisg.ch

Internet www.fwr.unisg.ch

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Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Institute und Forschungsstellen

IDT Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus

Das Institut darf auf ein erfolgreiches Jahr der Konsolidierung zurückblicken. Es gelang, die geplanten Synergien zwischen den drei Kompetenzzentren Tourismus und Verkehr, Public Management sowie Regionalwirtschaft in Form von gemeinsamen Lehrveranstaltungen, Forschungsprojekten, Praxisaufträgen und Weiterbildung voll zum Tragen zu bringen. Per Ende Jahr arbeiteten im IDT teil- oder vollzeitig 41 Personen. Immer mehr fokussiert sich die Forschung auf die Integrationsfelder integriertes Standortmanagement und Dienstleistungsmanagement. Die Resultate der Forschungs- und Dienstleistungstätigkeit wurden neben zahlreichen Artikeln in Fachzeitschriften auch in drei abgeschlossenen Dissertationen, 5 Büchern und Sammelbänden sowie in sechs Fachtagungen zu den Themen «Subventionsmoloch Bergbahnen - Entwicklungstendenzen und Grundsätze bei der Finanzierung touristischer Anlagen», «Change Management in Dienstleistungsunternehmen», «Attraktionspunkte - multioptionale Erlebniswelten als Antwort auf sich schnell wandelnde Kundenwünsche», «Electronic Government», «Change Management in öffentlichen Institutionen» und «Controllingstellen und Steuerungsdienste (Verwaltungsmanagement)» präsentiert. Zusammen mit dem FAH konnten die Forschungsgespräche der Betriebswirtschaftlichen Abteilung zum Thema «Dienstleistungskompetenz und innovative Geschäftsmodelle» durchgeführt werden. Während der Nachdiplomkurs Verwaltungsmanagement bereits zum zweiten Mal zur Austragung kam, wurde zum ersten Mal ein Nachdiplomkurs Dienstleistungsmanagement (zusammen mit dem I.VW-und IGW) sowie Destinationsmanagement (in Kooperation mit vier in- und ausländischen Partnerinstituten) durchgeführt.

IfB Institut für Betriebswirtschaft

1999 war ein produktives Jahr für das Management-Institut der HSG. Nach aussen besonders sichtbar wurde dies in Form von 36 neu erschienenen Publikationen, davon 20 Prozent in englischer Sprache. Dazu gehören 10 Bücher zu Themen wie «Knowledge Creation», «Intelligente Organisationen», «Integral Value Management», «Professional Service Firms» oder «Controlling für Manager». 12 Dissertationen und 38 Diplomarbeiten wurden erfolgreich abgeschlossen. Mit Michael Cusumano und Mike Lubatkin aus den USA reicherten zwei international reputierte Gastwissenschaftler die IfB-Faculty an. Der Bereich der IfB Management-Seminare befindet sich nach wie vor auf Expansionskurs. 1999 konnte auch das «St. Galler Junior Management Training» auf Anhieb erfolgreich im Markt positioniert werden. Die Schwerpunkte der einzelnen Lehrstühle belegen die breite thematische Verankerung der Forschungsaktivitäten. Das Spektrum reicht von den strategischen und organisatorische Konsequenzen der «New Economy» über die Transformation der Telekommunikationswirtschaft, das Management von Professional Service Firms bis hin zu den Herausforderungen integrierter Strategie- und Wandelarbeit. Es umfasst das Management von Wissensnetzwerken und organisationskybernetische und systemmethodische Aspekte intelligenter Organisationen. Dreh- und Angelpunkt ist damit die Wandel-, Lern- und Erneuerungsfähigkeit von Organisationen in den Turbulenzen unserer Zeit. Im Jahr 2000 wird sich das IfB insbesondere mit der Neukonzeption der HSG-Lehre beschäftigen.

Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus (IDT-HSG

Institut für Betriebswirtschaft (IfB-HSG)

Varnbüelstrasse 19

Dufourstrasse 48

9000 St. Gallen

9000 St. Gallen

Telefon 071 224 25 25

Telefon 071 224 23 60

Telefax 071 224 25 36

Telefax 071 224 23 55

Internet www.idt.unisg.ch

Internet www.ifb.unisg.ch

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

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Institute und Forschungsstellen

IFF

I.FPM

Institut für Finanzwirtschaft und Finanzrecht

Das Berichtsjahr hat einen erfolgreichen Gang genommen. Wie geplant, wurden in der finanzrechtlichen Abteilung nach intensiven Vorjahren die Aktivitäten zunächst etwas reduziert. Ab Oktober wurde jedoch die Direktion in der Person von Dr. Ruedi Baumann verstärkt; Baumann ist vorwiegend in der Forschung tätig und hat insbesondere am Projekt einer IFFZeitschrift zum Steuerrecht gearbeitet. Damit ist auch die durch die Berufung von Professor Dr. Robert Waldburger zum Delegierten für internationale Steuerverträge verbundene Reduktion des Pensums am Institut mehr als nur ausgeglichen und erlaubt eine Verstärkung der Forschungsaktivitäten. Die Wiederaufbauarbeit in der finanzwirtschaftlichen Abteilung hat wiederum zunehmend Früchte getragen, indem im Herbst eine Arbeitstagung zur Bonitätsbeurteilung von Schweizer Gemeinden abgehalten wurde und mehrere Gutachten erstellt werden konnten. Die Tatsache, dass weniger Ausbildungsveranstaltungen durchgeführt worden sind, führte dazu, dass auch das finanzielle Ergebnis tiefer als in den Vorjahren, jedoch immer noch über den budgetierten Zahlen ausgefallen ist. Die Situation im Sekretariat konnte konsolidiert werden. Eveline Weyermann-Krüsi hat ihr Pensum auf eine volle Stelle erhöht. René Sieber, der sich als Korrektor von Band II des Lehrbuches Höhn/Waldburger bewährt hatte, konnte mit einem Pensum von 60 Prozent angestellt werden. In der Zusammensetzung des Geschäftsleitenden Ausschusses ergaben sich keine Änderungen. Es wurden traditionsgemäss zwei Sitzungen abgehalten.

Institut für Führung und Personalmanagement

Das Institut hat im Berichtsjahr folgende Projekte und Veranstaltungen durchgeführt: In der Forschung wurde von Rolf Wunderer zusammen mit André Jaritz das Projekt «Messung der Wertschöpfung im Personalmanagement» abgeschlossen wie auch die Neuauflage von «Führung und Zusammenarbeit» publiziert. Die Forschungsprojekte «Wege zur Förderung der Umsetzungskompetenz von Mitarbeitern» (zus. mit Heike Bruch) und «Zukunftstrends in der Personalarbeit. Schweizerisches Personalmanagement 2010» (zus. mit Petra Dick) wurden im Frühjahr 2000 publiziert. Weitere laufende Projekte sind: «Qualität der Arbeit: Motivationsbarrieren» (zus. mit Wendelin Küpers) und die beiden Habilitationsprojekte «Einflusshandeln in Veränderungsprozessen» von Heike Bruch und «Internes Unternehmertum. Begründung und Bedingungen einer kollektiven Neuorientierung» von Thomas Kuhn. Von Martin Hilb wurden Forschungsprojekte im Bereich «Corporate Governance» durchgeführt und das Lehr- und Fachbuch «Transnationales Management der Human-Ressourcen» veröffentlicht. Er leitete die 14. HRM Forschungstagung des EIASM Brüssel und die HalbjahresForschungstagung des Euro Research-Network HRM in Kopenhagen. Für die Praxis wurden im Berichtsjahr 15 Seminarveranstaltungen in 11 verschiedenen Ländern und eine Vielzahl von Beratungsprojekten für verschiedene Zielgruppen (Unternehmer Verwaltungsräte und Linien- und Personalverantwortliche), u. a. die Jahrestagung I.FPM Jahrestagung zum «Personal-Controlling» durchgeführt.

Institut für Führung und Personalmanagement (I.FPM-HSG) Institut für Finanzwirtschaft und Finanzrecht (IFF-HSG)

Dufourstrasse 48

Varnbüelstrasse 19

9000 St.Gallen

9000 St. Gallen

Telefon 071 224 23 70

Telefon 071 224 25 20

Telefax 071 224 23 74

Telefax 071 224 26 70

Internet www.ifpm.unisg.ch

Internet www.iffunisg.ch

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Jahresbericht Universität St.Gallen 1999/2000

Institute und Forschungsstellen

IfU

IGW Schweizerisches Institut für

Institut für Unternehmensforschung (Operations Research)

gewerbliche W i r t s c h a f t

Der vorliegende Jahresbericht 1999 bezieht sich auf das neunzehnte Geschäftsjahr des Instituts. Im Bereich «Simulation/Führungssysteme» ist ein Wissensmanagementsystem- in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten in Graz, Kaiserslautern, San Diego und Ulm entwickelt worden, welches nach Eintreffen einer Katastrophe bzw. eines Grossschadenereignisses die verantwortlichen Stellen in die Lage versetzt, die für deren Bewältigung erforderlichen Ressourcen und Informationen effizient abzufragen und zu verwalten.

Im Rahmen internationaler Kooperation in der Forschung wirkte das IGW für die Schweiz an der Erstellung des European Observatory for SMEs 2000 mit. Die Längsschnittstudie zur Auslandorientierung von K M U (Interstratos) wurde durch eine neue Erhebung in der Schweiz weitergeführt. Bei einem weltweit angelegten Projekt über Familienunternehmen beteiligte sich das IGW mit einer Erhebung in der Schweiz. Die Ergebnisse der Diskussionen in den «Rencontres de St-Gall» 1998 wurden ausgewertet und zu IGW-Projekten weiterentwickelt.

Im Bereich «Logistik» führten besondere Ergebnisse in der Lösung grosser kapazitierter einstufiger Standortprobleme zu einer weiterführenden erfolgversprechenden Zusammenarbeit mit der Universität Kiel.

Zwei breit angelegte Studien sind zu Habilitationsschriften herangereift: Dienstleistungskompetenz und Dienstleistungsmanagement; (De-)Regulierung und Unternehmen. Die Publikationen des Instituts spiegeln ein breites Spektrum wider. Dies stellte namentlich der Verlag K M U HSG mit acht Schriften unter Beweis. Im Haupt-Verlag erschien die 3. Auflage des Buches «Management in KMU. Die Führung von Klein- und Mittelunternehmen». Das Vierteljahresorgan IGA-Zeitschrift für Kleinund Mittelunternehmen erschien im 47. Jahrgang.

Der Bereich «Stochastische Optimierung» war schwergewichtsmässig wiederum in der Analyse der Einsatzmöglichkeiten und in der Effizienz dieser Methode in den beiden Tätigkeitsfeldern «Asset- and Liability Management» sowie «Ressourceneinsatzplanung im Energiesektor» aktiv. Im Energiesektor werden - wiederum unter Ausrichtung auf die Einsatzmöglichkeiten der stochastischen Optimierung - Modelle für die drei Problemstellungen «Einsatzplanung eines einzelnen hydraulischen Kraftwerks» sowie «Einsatzplanung eines hydro-thermischen Kraftwerkparks», einerseits ohne, andererseits unter Berücksichtigung des Stromhandels in liberalisierten Märkten entwickelt und analysiert. Auf Ende des Berichtsjahres sind Dr. Heribert Geisser und Professor Dr. Alex Keel aus dem Geschäftsleitenden Ausschuss ausgeschieden. Professor Dr. Roman Boutellier hat eine Funktion in der Wirtschaft angenommen.

Das IGW-Konzept zur Praxisförderung umfasst die drei Gebiete Weiterbildung - Erfahrungsaustausch - Vergleichende Analysen/Beratung. Erste Priorität kam dem Weiterbildungsprogramm mit dem 20-tägigen Management Seminar für KMU, spezialisierten Kompaktseminaren und firmeninternen Veranstaltungen zu. Das Intensivstudium für Führungskräfte in Klein- und Mittelunternehmen (KMU-HSG) als «Nachdiplomlehrgang» im Auftrag der Universität erfuhr nachfragebedingt unter Berücksichtigung der Kapazitätsrestriktionen eine moderate Frequenzsteigerung.

Schweizerisches Institut für Institut für Unternehmensforschung (IfU-HSG)

gewerbliche Wirtschaft (IGW-HSG)

Bodanstrasse 6

Kirchlistrasse 44

9000 St. Gallen

9010 St. Gallen

Telefon 071 224 24 64

Telefon 071 244 77 90

Telefax 071 224 24 67

Telefax 071 244 71 47

Internet www.ifu.unisg.ch

Internet www.igw.unisg.ch

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

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Institute und Forschungsstellen

IPW

ITEM

Institut für

Institut für Technologiemanagement

Politikwissenschaft

Zu Beginn des Jahres 1999 erschien von Professor Dr. D.Phil. Roland Kley das Buch «Der Friede unter den Demokratien» in der Reihe «Kleine Politische Schriften». In derselben Reihe erschien im Frühjahr 1999 von Professor Dr. Alois Riklin das Buch «Die Republik von James Harrington (1656)». In der Reihe Beiträge und Berichte des Instituts für Politikwissenschaft veröffentlichte Professor Riklin «Montesquieu's so-called Separation of Powers in the Context of the History of Ideas» und «Europäische Institutionen 1999 - Strukturen, Funktionen, Prozesse, Resultate». In der Reihe Kleine Politische Schriften erschien von Karl Heinz Burmeister: «Olympe de Gouges - Die Rechte der Frau 1791». Professor Dr. Silvano Möckli veröffentlichte das Buch «Die demographische Herausforderung. Chancen und Gefahren einer Gesellschaft lang lebender Menschen». Weiter veröffentlichte er in der Reihe Beiträge und Berichte die Artikel «Die Wahlen in BosnienHerzegowina 1996/97 im Urteil von Supervisors aus Österreich, Deutschland und der Schweiz» und «Die Rolle der Parlamente bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit». Christoph Frei veröffentlichte in derselben Reihe «Reterder la Decadence. Zu Rousseaus praktischer Intention». In der Reihe St. Galler Studien zur Politikwissenschaft erschien die Dissertation von Jan Metzger mit dem Titel: Die Milizarmee im klassischen Republikanismus. Die Odyssee eines militärpolitischen Konzepts von Florenz über England und Schottland nach Nordamerika (15.-18. Jahrhundert). An den Seminaren zu den Themen «Kriegsschauplätze, EU, NATO, WEU» in Luxemburg und Brüssel, «IKRK, UNO, U N und Menschenrechte, WTO, UNTAD, Abrüstungskonferenz» in Genf sowie «Europarat, EMRK, Europäische Kultur» in Strassburg nahmen etwa 50 Studierende teil.

Das vergangene Jahr war gekennzeichnet durch grosse personelle Veränderungen. Zu Jahresbeginn übernahm Professor Ph.D. Soren Bisgaard die Bereichsleitung «Qualitätsmanagement». Professor Dr. Roman Boutellier wurde zum 1. April 1999 zum CEO der SIG Neuhausen berufen. Per 1. Oktober 1999 übernahm Professor Dr. Fritz Fahrni, ehemals CEO des Sulzer Konzerns, den Vorsitz des ITEM. Der Geschäftsleitende Ausschuss steht unter der Leitung von Dr. Markus Rauh. Gesamthaft beschäftigt das ITEM heute 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Arbeiten im Bereich Produktionsmanagement, unter der Leitung von Professor Dr. Günther Schuh, konzentrierten sich auf e-Business-Anwendungen in Produktionsnetzwerken (Virtuelle Fabrik, Fokale Netzwerke, Value Systems), auf Gestaltung und Controlling Industrieller Dienstleistungen und auf die Vorbereitung eines Forschungsschwerpunktes zur Industrial Leadership. Professor Ph. D. Soren Bisgaard, Leiter des Bereichs Qualitätsmanagement, konnte erfreuliche Fortschritte in seinem Spezialgebiet Design of Experiments, Business Data Mining und Dynamic Systems Monitoring verzeichnen, sowohl in Forschung wie auch in Transferarbeiten. Der Bereich Innovation und Logistik, neu unter Professor Dr. Fritz Fahrni, mit den beiden vollamtlichen Dozenten Dr. Eugen Voit und Dr. Daniel Corsten hat den vorgezeichneten Weg insbesondere auf internationalem Terrain konsequent und erfolgreich weiterverfolgt. Erfreulich entwickelt sich weiterhin das TECTEM unter der Leitung von Dr. Christian Bodmer. Das Hauptprodukt Benchmarking konnte einem noch grösseren Kundenkreis zugänglich gemacht werden. Zusätzlich wurde die Palette an Produkten zur Implementierung neuer Geschäftsprozesse erweitert.

Institut für Politikwissenschaft (IPW-HSG)

Institut für Techologiemanagement (ITEM-HSG)

Dufourstrasse 45

Unterstrasse 22

9000 St. Gallen

9000 St. Gallen

Telefon 071 224 26 00

Telefon 071 228 24 24

Telefax 071 224 26 05

Telefax 071 228 24 20

Internet www.ipw.unisg.ch

Internet www.item.unisg.ch

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Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Institute und Forschungsstellen

IVK Institut für Verwaltungskurse

Im Berichtsjahr erschienen in der Neuen Reihe der Veröffentlichungen des Instituts zwei Sammelbände von Tagungen zu den Themen «Administrativuntersuchungen in der öffentlichen Verwaltung» und «Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung» sowie eine Publikation von Professor Dr. René Schaffhauser zum Thema «Die straf- und verwaltungsrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Strassenverkehrsrecht 1992 bis 1999». Die Angehörigen des Instituts publizierten im Weiteren eine grössere Zahl von Beiträgen in wissenschaftlichen Zeitschriften, in Festschriften, in anderen Publikationen sowie als selbständige Buchpublikationen. Im Forschungsbereich sind unter anderem Publikationen im Bereich der Volksrechte und deren Reform, des Familienrechts, des Internationalen Privatrechts und des Strassenverkehrsrechts in Bearbeitung. Das Institut führte im Berichtsjahr 35 Weiterbildungsveranstaltungen in den Bereichen des Privatrechts, des öffentlichen Rechts, des Verfahrensrechts und des Wirtschaftsrechts durch. Dabei wurden verstärkt kleinere Intensivseminare veranstaltet, in denen interaktiv und kommunikativ gelernt werden kann. Die Veranstaltungen wurden von rund 3'300 Personen besucht. Mit Partnerinstitutionen im Ausland, insbesondere in Polen und in der Slowakei, wurden verschiedene Seminare und Projekte durchgeführt

Institut für Verwaltungskurse (IVK-HSG) Bodanstrasse 4 9000 St. Gallen Telefon 071 224 24 24

I.VW Institut für Versicherungswirtschaft

Die Direktion besteht aus Professor Dr. Walter Ackermann und Dr. Peter Maas. Das Institut konnte im Berichtsjahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Forschungsmässig war das Jubiläumsjahr geprägt durch den Abschluss einer 3-jährigen Projektperiode im Gemeinschaftsprojekt «Assekuranz 2.007». Im Zentrum stand dabei die Publikation einer umfangreichen empirischen Studie über die Entwicklung von Netzwerkstrukturen auf den Finanzdienstleistungsmärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere Projektgruppen erarbeiteten und publizierten parallel dazu Arbeiten zur Problematik der Marktleistungsgestaltung in Netzwerken sowie zum Schadenmanagement. In der Berichtsperiode wurde eine Reihe neuer Weiterbildungsprojekte realisiert. Zu nennen ist in erster Linie der mit einer führenden belgischen und niederländischen Universität entwickelte MBA in Financial Services and Insurance (mit über 100 Seminar-/Arbeitstagen und sechs Seminarmodulen in weltweit führenden Finanzdienstleistungszentren). Der Pilot-MBA konnte in der Zwischenzeit erfolgreich abgeschlossen werden; erfreulicherweise übersteigt für die 2. Durchführung die Nachfrage das Angebot bei weitem. Ebenfalls neu wurden im Jahre 1999 zwei Zertifikatskurse erfolgreich lanciert - das St. Galler Fachseminar für Versicherungsmarketing sowie - gemeinsam mit andern HSG-Instituten - ein branchenübergreifendes Intensivseminar «Integriertes Dienstleistungsmanagement». Die Stiftung «Risiko-Dialog» (Leitung: Professor Dr. Matthias Haller/Betty Zucker) beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Kommunikation über Risiken. Im Rahmen einer Fachtagung über «Die Zukunft des Risikos» feierte die Stiftung im Herbst 99 ihr 10-jähriges Bestehen.

Telefax 071 224 28 83 Internet www.ivk.unisg.ch Institut für Versicherungswirtschaft (I.VW-HSG) Kirchlistrasse 2 9010 St. Gallen Telefon 071 243 40 43 Telefax 071 243 40 40 Internet www.ivw.unisg.ch

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Institute und Forschungsstellen

IWE Institut für Wirtschaftsethik

Am 1. Oktober 1999 feierte das Institut das Zehnjahresjubiläum. Vier Mitglieder des Geschäftsleitenden Ausschusses sind zu diesem Zeitpunkt zurückgetreten, nämlich Professor Dr. Jean-Max Baumer, Jules Wick, ehem. Delegierter des Verwaltungsrats der OBT Treuhand A G , Professor Dr. Hans Christoph Binswanger und Professor Dr. Armin Wildermuth. Neue Mitglieder sind Ernst Pfenniger, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats der Trisa A G , Nationalrat Dr. Felix Walker, ehem. Vorsitzender der Geschäftsleitung des Schweizer Verbands der Raiffeisenbanken, Professor Dr. Martin Hilb (neu Präsident), Professor Dr. Philippe Mastronardi und Professor Dr. Ernst Mohr. Nachdem im ersten Dezennium die Priorität auf der Grundlagenforschung und der Etablierung des St. Galler Ansatzes der «integrativen Wirtschaftsethik» lag, wurden in der zweiten Hälfte des Berichtsjahrs die Vorarbeiten für den Aufbau eines zweiten Tätigkeitsschwerpunkts, der mit dem Stichwort «Unternehmensethik in der Praxis» überschrieben werden kann, in Angriff genommen. Es geht darum, mit der Praxis für die Praxis zeitgemässe Leitbilder, firmenspezifische Programme und konkrete Bausteine «guter» Unternehmensführung in einem ethisch integrativen Sinn zu entwickeln. Das Institut hat 1999/2000 mehrere neue Forschungsprojekte realisiert oder begonnen (so ein Fernstudien-Lehrkonzept für die AKAD). Ferner sind von dem vier- bis fünfköpfigen Institutsteam ca. 35 Publikationen vorgelegt, 33 externe Gastreferate gehalten, 15 Presseinterviews, 3 Radio- und 2 Fernsehinterviews gegeben worden. Professor Dr. Peter Ulrich wirkte ausserdem als Mitgründer des (schweizerischen) «Netzwerks für sozial verantwortliche Wirtschaft», dessen im Herbst 1999 veröffentlichtes Gründungsmanifest starke öffentliche Resonanz erzeugte.

IWI Institut für Wirtschaftsinformatik

Das Institut entwickelt wissenschaftlich abgesicherte Lösungen zu strategischen Fragestellungen der Wirtschaftsinformatik, in enger, Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und den USA. Für das IWI 1 (Lehrstuhl Professor Dr. Robert Winter) stellte 1999 das erste «produktive» Jahr des Kompetenzzentrums «Data Warehousing Strategie» (CC DWS) mit zehn Partnerunternehmen dar. Daneben fanden ein Vorprojekt, sowie die Akquisition für das Kompetenzzentrum «Bankenarchitekturen des Informationszeitalters» (CC BAI) statt. Das IWI 2 (Lehrstuhl Professor Dr. Hubert Österle) konzentrierte sich auf Projekte zu den Herausforderungen im Business Networking und Wissensmanagement. Das gemeinsam mit vier führenden europäischen Finanzdienstleistern durchgeführte Projekt Business Knowledge Management - Risk Management wurde 1999 erfolgreich beendet. Das Kompetenzzentrum Business Knowledge Management (CC BKM) startete mit vier europäischen Partnerunternehmen. Im September startete das Kompetenzzentrum «Customer Relationship Management - Herausforderung für Banken» (CC CRM) mit sechs Partnerunternehmen. Im Mittelpunkt des Kompetenzzentrums inter-Business Networking (CC iBN) stand der Abschluss der ersten Phase der bilateralen Projekte. Am IWI 3 (Lehrstuhl Professorin Dr. Andrea Back) wurde das Research Center KnowledgeSource weiter ausgebaut. Im Mittelpunkt standen dabei der erfolgreiche Abschluss der Forschungsprojekte «@vantage» und «Rose» und das erste Jahr des Competence Centers Knowledge Networks. Im Learning Center wurde ein Forschungskonzept im Bereich E-learning entwickelt.

Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI-HSG) Müller-Friedberg-Strasse 8 Institut für Wirtschaftsethik (IWE-HSG)

9000 St. Gallen

Guisanstrasse 11

Telefon 071 224 24 20

9010 St. Gallen

Telefax 071 224 27 77

Telefon 071 224 26 44

Internet www.iwi.unisg.ch

Telefax 071 224 28 81 Internet www.iwe.unisg.ch

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Institute und Forschungsstellen

IWÖ Institut für Wirtschaft und Ökologie

Zwei Wegberufungen von IWÖ-Mitgliedern sind 1999/2000 erfolgt: Dr. Mathias Binswanger ist als Professor für Volkswirtschaftlehre an die Fachhochschule Ölten berufen worden. Dr. Jürg Minsch hat im Frühjahr 2000 eine neu geschaffene Universitätsprofessur für nachhaltige Entwicklung an der Universität für Bodenkultur in Wien angetreten. Zeitgleich mit seinem Weggang läuft auch das von ihm geleitete Integrierte Projekt «Nachhaltige Schweiz im internationalen Kontext» im Rahmen des Schwerpunktprogrammes Umwelt aus, in dem er während der vergangenen 4 Jahre 9 disziplinare Teilprojekte und 30 Forscherinnen und Forscher koordiniert hat. Solche Berufungen sind ehrenvoll und verweisen auf eine erfolgreiche Nachwuchsbildung, sie hinterlassen aber immer auch Lücken im Institutsleben. Von Professor Dr. Mathias Binswanger erschien die Habilitationsschrift «Stock Markets, Speculative Bubbles and Economic Growth» und von Alex Villiger/Rolf Wüstenhagen/Arndt Meyer das Buch «Jenseits der Öko-Nische», worin Ergebnisse mehrjähriger Forschungsprojekte ihren Ausdruck finden. Eine rege Tagungsaktivität fand ihren Niederschlag in zwei internationalen Seminaren zu den wirtschaftlichen Chancen der Klimaschutzstrategien im Gefolge des Kyoto-Protokolls, durchgeführt von Josef Janssen, Wolfram Kägi und Professor Ph.D. Ernst Mohr, sowie im ersten St. Galler Umweltmanagementforum zum Thema «Prozesskostenoptimierung durch integriertes Ressourcenmanagement», veranstaltet von Kai Hockerts, Jost Hamschmidt und Professor Dr. Thomas Dyllick. A n Stelle der eingestellten Vertiefungsrichtung «Ökonomie und Ökologie» wurde ein erster Wahlblock «Umweltmanagement» im WS 1999/2000 durchgeführt. Im WS 2000/01 kommt noch ein zweiter Wahlblock «Internationales Umweltmanagement» dazu.

IWP Institut für Wirtschaftspädagogik

Die Institutsleitung lag wiederum bei den Professoren Dr. Dres h.c. Rolf Dubs und Dr. Christoph Metzger. Dass Forschung und Lehre sich gegenseitig befruchten, erfährt das Institut in vielfältiger Weise. So können laufend Erkenntnisse in den wirtschaftspädagogischen Lehrgang einfliessen, und umgekehrt ist letzterer sowohl eine inhaltliche wie auch personelle Quelle. Die Grundlagenforschung mit Projekten in den Bereichen des Schulmanagements, der Berufsbildung, Didaktik, Methodik und pädagogischen Psychologie erweist sich als vielfältig bedeutsam für die anwendungsorientierten Tätigkeiten des Instituts in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie in konzeptionellen, bildungspolitischen und beratenden Aktivitäten. Die internationale Zusammenarbeit stellt für das Institut sowohl in Bezug auf die Forschung als auch die Fortbildungstätigkeit eine Bereicherung dar. Exemplarisch seien erwähnt: Zusammenarbeit mit China, Deutschland, Japan, Singapore und USA zum Thema «Education and Economic Growth» und ein Lehrgang für Schulleitungen sowie Ministerialbeamte in Luxemburg. Angewandte Forschung sowie Beratungs- und Schulungstätigkeit machen nach wie vor etwa zwei Drittel der Institutsarbeit aus. Sowohl umfangreichere, empirischanalytische und konzeptionelle Arbeiten sowie langzeitig angelegte Lehrgänge als auch zahlreiche kürzere Schulungsveranstaltungen sind hier von Bedeutung. Der externen und internen Weiterbildung der Institutsangehörigen wird entsprechend grosse Bedeutung zugemessen. Auf Ende März 2000 ist Professor Dr. Dres h.c. Rolf Dubs emeritiert. Er hat mit der Gründung und Leitung des Instituts dessen Entwicklung ganz entscheidend geprägt.

Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ-HSG)

Institut für Wirtschaftspädagogik (IWP-HSG)

Tigerbergstrasse 2

Guisanstrasse 9

9000 St. Gallen

9010 St. Gallen

Telefon 071 224 25 84

Telefon 071 224 26 30

Telefax 071 224 27 22

Telefax 071 224 26 19

Internet www.iwoe.unisg.ch

Internet www.iwp.unisg.ch

Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

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Institute und Forschungsstellen

MCM Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement

Das Institut kann bereits auf eine zweijährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Ende 1999 arbeiteten rund 40 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am Institut. Nach 39 Studierenden im ersten Jahr, belegten im zweiten 56 die Vertiefungsrichtung Medien- und Kommunikationsmanagement. Neben dem «continuous improvement des im ersten Jahr Erreichten gab es einige Innovationen: Mit dem Aufbau des Lehrstuhls für Medien und Gesellschaft wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Professor Dr. Peter Glotz, der zum 1. Januar 2000 berufen wurde, wird sich zunächst hauptsächlich dem Aufbau eines internationalen «Executive MBA in New Media and Communication" widmen, der im Frühjahr 2001 erstmals angeboten wird. Mit Dr. HansRuedi Troxler konnte im vergangenen Jahr ein erfahrener Verwaltungsfachmann als Geschäftsführer des Institutes gewonnen werden. Er steht dem geschäftsführenden Direktor Professor Dr. Beat Schmid in Fragen der Institutsführung zur Seite. A n Schmids Lehrstuhl für Kommunikations- und Medienmanagement hat 1999 das Kompetenzzentrum für Unternehmenskommunikation seine Sollgrösse erreicht. Es ergänzt die bestehenden Kompetenzzentren Elektronische Märkte und Enterprise Knowledge Media, um eine möglichst umfassende Abdeckung der Kommunikationsbeziehungen der Unternehmung zu erreichen. Rektor Professor Dr. Peter Gomez, der interimistisch den Lehrstuhl für die Medien- und Kommunikationsindustrie bekleidet, konnte das gleichnamige Kompetenzzentrum mit der Verpflichtung von Dr. Frank Habann weiter ausbauen. Auch in diesem Jahr konnten viele Ziele des mcm institute nur dank Unterstützung durch die Bertelsmann Stiftung und die Heinz-Nixdorf Stiftung erreicht werden.

s/bf Schweizerisches Institut für Banken und Finanzen

Das Institut für Banken und Finanzen beschäftigte sich auch 1999, neben dem Lehrbetrieb der vier Professoren Bernet, Grünbichler, Spremann und Zimmermann, mit auswärtigen Seminaren und Forschungen. Fit for Finance, Anlageberatung und Portfoliomanagement, Alternative Investment Strategien, Fit for Bonds, Refresher und Consumer Banking erfreuten sich auch im vergangenen Jahr grosser Beliebtheit. Diese Seminarreihen werden auch im neuen Jahr weitergeführt. Neben wichtigen Publikationen von Workingpapers und Artikeln in bekannten Finanzzeitschriften wurden auch folgende Bücher veröffentlicht: Neuauflage «Fit for Finance» (Bruno Gehrig und Heinz Zimmermann), «Vermögensverwaltung» und «Portfoliomanagement» bei (Klaus Spremann) sowie «Finanzierung im Tourismus» (Beat Bernet und Thomas Bieger) und «Finanzierungsmodelle für KMU» aus der Reihe Bankund Finanzwirtschaftliche Forschungen. Insgesamt war 1999 ein anstrengendes aber erfolgreiches Jahr. Auch was unsere Förderervereinigung anbelangt, konnten wir wiederum diverse Forschungsprojekte aus den Beiträgen finanzieren. Hier nur einige davon: «Transformationsprozesse in Bank und Finanzsystemen», «Asset Allocation», «Interne versus externe Kapitalmärkte», «Zusammenhänge zwischen Prinzipalagenten», «Ansatz und Balanced Scorecard», «Bewertung von Kreditderivaten», «Performancemessung von Bond-Fonds». Auch im Jahr 2000 stehen wieder ein paar interessante Forschungen an, welche wir dank unseren Förderern finanzieren können. Das neue Jahr wird auch den Umzug des Institutes an die Rosenbergstrasse 52 bringen.

Schweizerisches Institut für Banken und Finanzen (s/bf-HSG) Merkurstrasse 1 9000 St. Gallen Telefon 071 220 30 66

Institut für

Telefax 071 223 65 63

Medien- und Kommunikationsmanagement (MCM-HSG)

Internet www.sbf.unisg.ch

Müller-Friedberg-Strasse 8 9000 St. Gallen Telefon 071 224 22 70 Telefax 071 224 27 71 Internet www.mcm.unisg.ch

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Jahresbericht Universität St. Gallen 1999/2000

Institute und Forschungsstellen

SfS Seminar für Soziologie

Am Seminar für Soziologie arbeiten unter der Leitung von Professor Dr. Peter Gross und Privatdozent Dr. Thomas S. Eberle eine Sekretärin, zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und vier wissenschaftliche Assistentinnen und Assistenten. In die Berichtsperiode fallen folgende Projekte und akademischen Tätigkeiten: Forschungsprojekte am Seminar: Die Informatisierung des Managements. Eine wissenssoziologische Untersuchung über Entscheidungsstrukturen und Entscheidungsalltag im informatisierten Wirtschaftsbetrieb (finanziert vom Schweizerischen Nationalfonds, Dr. Achim Brosziewski); Soziale Mikrostrukturen globaler Finanzmärkte (finanziert vom Grundlagenforschungsfonds der Universität St. Gallen, Dr. Urs Brügger).

SIAW Schweizerisches Institut für Aussenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung

1999 war das erste volle Kalenderjahr unter neuer Struktur, mit neu zusammengesetzter Direktion und unter neuem Namen. Nach wie vor haben aussenwirtschaftliche Fragen einen hohen Stellenwert, und die Zeitschrift Aussenwirtschaft ist ein wichtiges Publikationsorgan unseres Instituts. Mit der Neuausrichtung wurde aber die methodische Basis für allgemeine volkswirtschaftliche Fragestellungen deutlich gestärkt. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Abteilungen hat sich sehr gut entwickelt, entsprechend kann das Institut einen beachtlichen Forschungsnachweis in Form von Publikationen und Vorträgen vor nationalen und internationalen Gremien vorlegen.

Kooperationen: Im Rahmen der Forschungen zur Soziologie der Finanzmärkte konnte eine neue Kooperation mit dem Lehrstuhl von Professorin Dr. Karin Knorr-Cetina an der Universität Bielefeld etabliert werden. Die interuniversitäre Kooperation mit der Fachgruppe Soziologie der Universität Konstanz wurde in Form gemeinsamer Kolloquien sowie zweier Lehraufträge für Dr. Achim Brosziewski weitergepflegt. Intensiviert wurde auch die Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich der Hochschule für Soziale Arbeit (HFS Ostschweiz) in Rorschach (Leiter: Dr. Christoph Maeder). Angehörige des Seminars unterrichteten schliesslich auch Lehreinheiten in Soziologie an verschiedenen Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege in der Region.

In der aussenwirtschaftlichen Abteilung unter Leitung von Professor Dr. Heinz Hauser nehmen neuere Entwicklungen in der WTO einen zentralen Platz ein. Das Schwergewicht liegt dabei auf der Ausarbeitung eines neuen Lehrbuches zur WTO. Die Abteilung Wirtschaftspolitik unter Leitung von Professor Dr. Gebhard Kirchgässner hat im Berichtsjahr zwei vielbeachtete Bücher zur direkten Demokratie und zu den Grundzügen einer neuen Steuerordnung für die Schweiz vorgelegt. Neben diesen beiden Themenfeldern bilden Fragen aus dem Bereiche Energie und Umwelt einen weiteren Forschungsschwerpunkt. In der Abteilung Arbeitsmarkt und Ökonometrie unter Leitung von Professor Dr. Michael Lechner stehen einerseits die Weiterentwicklung der methodischen Grundlagen zur Evaluation wirtschaftspolitischer Massnahmen und anderseits deren Anwendung auf arbeitsmarktpolitische Massnahmen im Vordergrund. Eine im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) erstellte Studie zu den Beschäftigungswirkungen der schweizerischen arbeitsmarktlichen Massnahmen wurde abgeschlossen.

Soziologisches Seminar (SfS-HSG)

Schweizerisches Institut für Aussenwirtschaft

Tigerbergstrasse 2

und Angewandte Wirtschaftsforschung (SIAW-HSG)

Wissenschaftliche Gesellschaften: PD Dr. Thomas S. Eberle hatte weiterhin das Präsidium der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SGS) inne.

9000 St. Gallen

Dufourstrasse 48

Telefon 071 224 28 17

9000 St. Gallen

Telefax 071 224 29 28

Telefon 071 224 23 50

Internet www.sfs.unisg.ch

Telefax 071 224 22 98 Internet www.siaw.unisg.ch

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Behörden der Universität (Stand 1. A p r i l 2000)

Universitätsrat

Hans Ulrich Stöckling, lic. iur., Regierungsrat (Präsident) Werner Gächter, lic. rer. publ., Direktor (Vizepräsident) Dr. Heinz Peter Christen, Stadtammann Dr. Anita Dörler, Projektleiterin DI Dr. Max Ehrbar, Dozent NTB Christian Fischbacher, lic. oec., Unternehmer Dr. Anton Kühne, wiss. Adjunkt ETH René Romanin, Betriebsökonom HWV, Direktor Maria Schneider-Feil, lic. iur. Dr. Peter Schorer, Rechtsanwalt Dr. Felix Tschudi, Industrieller Mit beratender Stimme:

Prof. Dr. Peter Gomez, Rektor Dr. Daniel Candrian, Generalsekretär Dr. Markus Frank, Verwaltungsdirektor Prof. Dr. Thomas Geiser, Prorektor Thomas Gschwend, lic. theol., Erziehungsdepartement Prof. Ernst Mohr, Ph.D., Prorektor Finanzkontrolle

Hans Schnurrenberger, dipl. Bücherexperte Hans-Paul Fischbacher, lic. rer. publ., Revisor Rektorat

Prof. Dr. Peter Gomez, Rektor Prof. Dr. Thomas Geiser, Prorektor Prof. Ernst Mohr, Ph.D., Prorektor lic.iur. Markus Assfalg, Generalsekretär Dr. Markus Frank, Verwaltungsdirektor Dr. Hans-Ulrich Bösch, Studiensekretär (mit beratender Stimme) Roger Tinner, Pressechef (mit beratender Stimme) Delegierter des Rektors für Internationale Austauschprogramme

Prof. Ernst Mohr, Ph.D. Delegierter des Rektors für das Öffentliche Programm

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Anderegg Delegierter des Rektors für Informatik

Prof. Dr. Beat Schmid Delegierter des Rektors für Weiterbildung

Prof. Dr. Jürg Manella Senatsausschuss

Prof. Dr. Peter Gomez, Rektor (Vorsitz) Prof. Dr. Beat Bernet, Abteilungsvorstand BWA Prof. Dr. Martin Boesch, Präsident Mittelbau Prof. Dr. Thomas Geiser, Prorektor Prof. Dr. Vincent Kaufmann, Vorstand KWA Prof. Dr. Alfred Koller, Vorstand RWA Prof. Dr. Gebhard Kirchgässner, Vorstand VWA Florian Schweitzer, Präsident Studentenschaft Prof. Dr. Vito Roberto, Studienvorstand Angehörige der Verwaltung:

Dr. Hans-Ulrich Bösch, Studiensekretär lic.iur. Markus Assfalg, Generalsekretär Dr. Markus Frank, Verwaltungsdirektor Dr. Herbert Murbach, Sekretär des Senatsausschusses Roger Tinner, Pressechef

Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof.

Dr. Bernhard Ehrenzeller Fritz Fahrni, Ph.D. Dr. Reiner Fickert Dr. Georges Fischer Dr. Karl Frauendorfer Dr. Manfred Gärtner Dr. Peter Gross Dr. Andreas Grünbichler Dr. Matthias Haller Dr. Heinz Hauser Dr. Martin Hilb Dr. Felix Philipp Ingold Dr. Franz Jaeger Dr. Vincent Kaufmann Dr. Alex Keel Dr. Gebhard Kirchgässner Dr. D. Phil. Roland Kley Dr. Dr. Juliane Kokott Dr. Alfred Koller Dr. Michael Lechner Dr. Jürg Manella Dr. Renato Martinoni Dr. Philippe Mastronardi Dr. Alfred Meier Dr. Christian J. Meier-Schatz Dr. Christoph Metzger Ernst Mohr, Ph.D. Dr. Günter Müller-stewens Dr. Heinz Müller Dr. Peter Nobel Dr. Hubert Österle Dr. Hans Jobst Pleitner Dr. Norbert Reetz Dr. Alois Riklin Dr. Vito Roberto Alan Robinson, D.Phil. Dr. Thomas Rudolph Winfried Ruigrok, Ph.D. Fleming T. Ruud, Ph.D. Dr. Kuno Schedler Dr. Beat Schmid Dr. Hans Schmid Dr. Günther Schuh Dr. Ivo Schwander Dr. Rainer J. Schweizer Dr. Jaime Siles Ruiz Dr. Klaus Spremann Dr. Paul Stähly Dr. Winfried Stier Dr. Torsten Tomczak Dr. Peter Ulrich Dr. Klaus Vallender Dr. Hans Vest Georg F. von Krogh, Ph.D. Dr. Robert Waldburger Dr. Robert Winter Dr. Rolf Wunderer Dr. Heinz Zimmermann

Angehörige der Verwaltung: lic.iur. Markus Assfalg Dr. Markus Frank Dr. Herbert Murbach

Senat

Vorsitzender: Prof. Dr. Peter Gomez, Rektor Stellvertreter: Prof. Dr. Thomas Geiser, Prorektor Weitere o. und a.o. Professor(inn)en:

Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof. Prof.

Dr. Dr. h.c. Johannes Anderegg Dr. Andrea Back Dr. Carl Baudenbacher Dr. Jean-Max Baumer Dr. Giorgio Behr Dr. Christian Belz Dr. Beat Bernet Dr. Thomas Bieger Søren Bisgaard, Ph.D. Dr. Claude Bourqui Dr. Dr. Karl Heinz Burmeister Dr. Li Choy Chong Dr. Peter Dachler Dr. Kurt Dopfer Dr. Jean Nicolas Druey Dr. Thomas Dyllick

Angehörige des Mittelbaus: Prof. Dr. Jörg Baumberger Prof. Dr. Martin Boesch PD Dr. Thomas Eberle Prof. Dr. Regula Kägi-Diener Prof. Dr. Hans Seitz Dr. Christoph Senn Angehörige der Studentenschaft: Hermann Arnold, lic.oec. Carl Hollitscher, cand.oec. Urs Kappler, lic.oec. Martin Pfander, cand.oec. Marc Roth, cand.oec. Florian Schweitzer, cand.oec. (Präsident der Studentenschaft)

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Name: Rueben Jacobs

Birthday: 1999-03-14

Address: 951 Caterina Walk, Schambergerside, CA 67667-0896

Phone: +6881806848632

Job: Internal Education Planner

Hobby: Candle making, Cabaret, Poi, Gambling, Rock climbing, Wood carving, Computer programming

Introduction: My name is Rueben Jacobs, I am a cooperative, beautiful, kind, comfortable, glamorous, open, magnificent person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.